Ganz dumme Frage

Ist eigentlich noch irgend jemand daran interessiert, dass ich hier weiter schreibe?

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Hanna and her 4 boys – Petra and Udo

Hanna and her 4 boys

Hanna mit allen unseren 4 Katern

Meine Schwester und Udo

Meine Schwester Petra und Udo

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Kanada – Caledon und Toronto

Zu Hannas 65. Geburtstag (ja, man wird alt) hatten wir uns entschlossen, noch einmal in Kanada vorbei zu schauen. Und da es in unserem Alter nicht so sicher ist, ob wir noch einmal die Gelegenheit wahrnehmen können, hatte ich mich entschlossen, meine über Jahre, eher über Jahrzehnte, gesammelten Meilen bei Lufthansa auf den Kopf zu hauen und uns in die Business Class eingebucht, Ich weiß nicht, ob der Preisunterschied wirklich gerechtfertigt ist, aber der Service und der Komfort war unvergleichlich. Wann wird man schon vom Kabinenpersonal mit Namen angesprochen und bekommt alles auf Porzellan serviert? In der Economy hat man auch keinen Sitz, der sich auf die volle Körperlänge zum Schlafen ausfahren lässt.

Am Flughafen Toronto Pearson wurden wir von Hannas Schwester und ihrem Lebensgefährten abgeholt und fuhren nach Caledon. Natürlich war wegen der Zeitverschiebung erst einmal Ruhe angesagt, aber sogar Hanna bekam ihren “second wind” , so dass die Zeitumstellung nicht so richtig doll zum Problem wurde. Den ersten Tag haben wir dennoch in Ruhe verbracht und am Freitag ging es dann nach Toronto zu Hannas Nichte Nata. Ich habe mich dann auf die Suche gemacht nach einer Prepaidkarte für mein Handy, der einzige mögliche Anbieter war Rogers. Aber ich musste feststellen, dass die Preise für Mobilfunk doch erheblich teurer sind als in D, vor allem weil mit der gekauften Karte die Einrichtung eines Hotspots nicht möglich war. Da wir dann auf die Cottage fuhren, war eine Internetverbindung nur über mein Mobile Phone möglich. Irgendwie war das aber auch recht erholsam.

Am Abend gab es dann das erste Essen mit Gästen bei Nata. Es gab Jakobsmuscheln, die ich vorher noch nie so gut gegessen habe. Und eine Enttäuschung: es wird so viel vom Tomahawksteak gesprochen, aber ehrlich gesagt, es war ein wenig enttäuschend, aber ich war nicht der einzige, der das so empfunden hat.

Tomahawk Steak

Am Samstag ging es dann wieder nach Caledon mit weiterem guten Essen. Und am Montag (20.6.) dann auf die Cottage, aber darüber mehr im nächsten Post.

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Theater (fast) ohne Theater und Elite

Am Montag waren 2 Termine in meinem Kalender (ja ich muss schon einen Terminkalender führen, sonst könnte ich durcheinander kommen).

Der erste war eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Andere Bühne Cöpenick e.V., die äußerst harmonisch verlief, anders als viele andere Sitzungen zuvor. Zweck war die Verabschiedung einer neuen Satzung mit einem geänderten Vereinszweck, da das Fördern des Stadttheaters Cöpenick als ursprünglicher Zweck ausgedient hatte. Nicht nur, weil die Führung desselben uns nicht mehr wollte, sondern auch weil das Theater zum 30.6. schließen muss. Die Änderung der Satzung ging durch, das “fast” im Titel bezieht sich darauf, das 2 Mitglieder im April ausgeschieden sind und eins ausgeschlossen werden musste, da es seien Austritt durch mündliche Erklärungen erklärt hatte, aber trotz langer Facebookposts nicht in der Lage war, den Austritt schriftlich zu erklären.

Am Abend dann nahm ich an einer Preisverleihung der Studienstiftung teil, bei der herausragende Promotionen und Initiativen zum gesellschaftlichen Engagement ausgezeichnet wurden. Hauptredner des Abends war Dr. Eckhard von Hirschhausen (aus meinen angelsächsischen Erfahrungen bin ich geneigt, diesen akademischen Titel wegzulassen, aber viele packen den ja sogar in ihren Pass oder Personalausweis gemäß deutschen Gesetzen). EvH war insofern ein geeigneter Redner, als dass seine beiden Studien (Medizin und Wissenschaftsjournalismus) von der Stiftung finanziert waren, außerdem, wenn ich es richtig verstanden habe, gehört er einer Gruppe an, die lange die Stiftung dominiert hat: der Vater war auch Akademiker und durch die Stiftung gefördert. Bei mir war es ein wenig das Gegenteil, ich war der erste Akademiker in meiner Familie (wenn ihr solche Leute unterstützen wollt, empfehle ich Mitarbeit oder Spende an Arbeiterkind e.V.).

Die Rede fand ich sehr gut, humorvoll mit einigen Sticheleien gegen kopfbetontes Elitedenken und einem Appell an das Herz, sich eigenen Träumen und besonders dem sozialen Engagement zu widmen. Auch die Vorstellung der Preisträger über Einspielfilme, einer (verständlichen) Laudatio und einem kurzen Interview fand ich gelungen. Nicht so gut ist das neue “Corporate Design” der Stiftung mit der dominierenden gelben Farbe, die die Untertitel in den Filmen oder die Schrift auf Folien nur sehr schwer lesbar machen.

Ich wollte eigentlich auch beim folgenden Empfang länger bleiben, aber ich musste wieder einmal feststellen, dass Veranstaltungen, bei denen sich erst lange Schlangen am Buffet bilden, die sich dann in kleine Grüppchen mit bereits bekannten Leuten um Stehtische versammeln, nicht so mein Ding sind. Ich mag nicht die Schlacht ums kalte (oder auch warme) Buffet, und ich mag es auch nicht, mich in Grüppchen hinein zu drängen, um Konversation zu machen oder neue Leute kennen zu lernen.

Als ich dann früher als gedacht zuhause war, gab es von Hanna eine Nachricht, die zunächst nicht so erfreulich war, aber dazu mehr im nächsten Post.

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Pizza

Eines der Lieblingsgerichte von Hanna ist, man glaubt es kaum,die Pizza, am besten dick belegt. In unserer Anfangszeit haben wir uns durchaus mal eine Tiefkühlpizza genehmigt, aber verschiedene Sorten hin oder her: die schmeckt aber nicht so richtig, das haben wir dann irgendwann aufgegeben (wie wir überhaupt schon seit Jahren keine Fertiggerichte mehr für uns machen).

Nach diversen Jahren habe ich dann mal selbst eine gemacht, Hanna war begeistert, ich aber nicht wegen des Arbeitsaufwandes. Also kam dann die Phase “Pizzaservice”.

Der nächste Pizzalieferant ist ca. 300m von uns entfernt, also probierten wir es bei denen: Call a Pizza. Das war auf die Dauer aber nicht das Wahre, häufig komm die Pizza trotz des kurzen Weges schon recht weich, wenig knusprig und nicht ganz warm hier an.

Auf den Tipp unseres Friseurs sind wir dann zu Joey’s Pizza gewechselt. Mit denen waren wir auch einige Zeit zufrieden, aber irgendwann stimmte für uns das Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr, schlicht gesagt, es wurde zu teuer. Ob das mit der Übernahme durch Domino’s zusammenhängt, weiß ich natürlich nicht.

Für uns war klar: auf Pizzaservice werden wir verzichten (wie auch auf andere Restaurantlieferanten).

Seit einiger Zeit sind wir im Besitz eines Pizzasteins, seitdem ich angefangen habe, regelmäßig zu backen, wird auch mein Pizzateig immer besser. Und so backe ich so ca. alle 3 Wochen eine Pizza mit selbst gemachtem Teig aus ganz normalem Mehl.

Pizza

Jetzt denke ich über einen größeren Stein und kleinere Pizzaformen nach, um zwei verschieden belegte Teigfladen gleichzeitig backen zu können.

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Was sonst noch war

Familie

Am 7.4. wurde mein Großnichte Nora (ich bin mir nicht sicher mit den Verwandschaftsbeziehungen) geboren und hat meine Schwester erneut zur Großmutter gemacht. Alle, auch der schon etwas ältere Bruder Milo, scheinen glücklich zu sein.

Vivien, Milo und Nora

Ansonsten knirscht es in dem Teil der Familie und ich hoffe, dass der Knoten sich bald auflöst. Zur Not hilft die Methode mit dem Gordischen Knoten: durchhauen, lieder ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken on Ende.

Dachterrasse

Alles auf Sommer gestellt, angegrillt hatten wir schon, der Oleander ist draußen und die Rosen blühen wie sonstwas.

Eine alte Rose

Wenn ich richtig bin, sollte das die Woodhouse sein.

Und dann haben wir die erste Shakespeare ersetzt durch eine neue. Und sie kommt!

Shakespeare (David Austen)

Katzen

Unsere Katzen scheinen zufrieden zu sein, ob im Schatten drinnen…

Linus

Baby draußen in der Sonne…

Ein Grauer

oder drinnen in der Sonne…

Ein Grauer drinnen

Aber Sonne ist in jedem Fall toll.

Grillen

Gegrillt haben wir auch schon einige Male, ein Highlight war der Kapaun aus eigener Zucht von unserer Freundin Antonia.

Gegrillter Kapaun

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Besuch in Barcelona

Irgendwann kann wir auf den Gedanken, mal wieder nach Barcelona zu fliegen. Bei unserem letzten Besuch war ich sehr krank und konnte nicht soviel machen. Diesmal ging es uns hauptsächlich darum, zwei Sachen zu machen: Ovidio wieder zu treffen, den wir bei unserem ersten gemeinsamen Besuch kennen gelernt hatten und ein Treffen mit Xavier Nicaise, der in den 90ern erst mein Kollege und dann für einige Zeit sogar mein Angestellter war. Wir hatten N. davon erzählt und er hat spontan entschlossen, mit seiner Freundin G. mit zu kommen. Ich hatte dann ein sehr schönes, für uns alle vier geeignete Apartment ausgesucht und gebucht.

Schönefeld

Ich war lange nicht mehr in Schönefeld und war sehr erstaunt, dass vor dem Terminal D (?) ein bairisches Restaurant aufgebaut war, das wir dann auch genutzt haben, da wir extrem früh am Flughafen waren.

Die Wohnung in Barcelona war sehr schön und eigentlich nur “dreimal lang hingeschlagen” von der nächsten U-Bahn (Urgell) entfernt.

Urgell.jpg

Die Wohnung lag in Fußweite der Altstadt und wies am Wochenende andere Aktivitäten auf. Einen Büchermarkt:

Büchermarkt
Einen Volks(Kinderwagen)lauf:

Volkslauf
Hanna wollte auch noch in den Park Gell, leider war der zentrale Platz im Gegensatz zu unserem letzten Besuch nur gegen Eintrittsgeld zugänglich.

Park Güell
Aber der Park an sich ist immer einen Besuch wert.

Sittich

Natürlich haben wir auch Ovidiu besucht.

Ovidiu
In dem Restaurant in dem er arbeitet, haben wir dann auch nach diversen Brandys noch ein Bild einer südamerikanischen Künstlerin gekauft.
Hanna mit Bild
Und meinen ehemaligen Kollegen Xavier haben wir auch noch getroffen.

Axel und Xavier
Und wie es sich für eine solche Reise gehört, gab es dann auch noch einen feucht-fröhlichen Abschiedsabend mit viel Wein und für N. Cola mit dominikanischem Rum.

N. und G. am Abschiedsabend

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Ein Alumniverein und wie man darum kämpft, ein Kassenwart zu werden

Während meines Studiums hatte ich ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, das besser bemessen war als die damalige Regelförderung durch ein elternunabhängiges Büchergeld und auch wegen höherer Freibeträge für das Elterneinkommen. Vielleicht haben viele von euch noch nicht davon gehört, aber als ich anfing zu studieren, gab es Bafög noch nicht, nur eine Studienförderung nach dem sogenannten Honnefer Modell, die eigentlich ein günstiges rückzahlbares Darlehen war.

Über das eigentliche Stipendium hinaus gab und gibt es weitere Leistungen wie Sommerakademien (ich war in Alpbach), Sprachkurse (ich habe einen Französischkurs in Tours finanziert bekommen) und Auslandsstudium (ich war ein Jahr in London, das war in den 70er Jahren noch relativ ungewöhnlich).

Nach dem Studium habe ich nicht so richtig Kontakt gehalten, ein wenig verschämt war ich, weil ich nicht promoviert habe und auch nicht in die Wissenschaft gegangen bin. Irgendwann in diesem Jahrtausend bekam ich dann mit, dass es einen Alumniverein gibt (ein Verein der Ehemaligen), und ich bin eingetreten. Ich habe mich auch bei der Studienstiftung gemeldet, nachdem ich über ein bestimmtes Kolleg in Berlin gelesen habe und habe meine Unterstützung angeboten. Das wurde nichts aber ich habe dann einige Jahre am Auswahlseminar für Studenten als Gutachter teilgenommen.

Anfang diesen Jahres sah ich dann eine Nachricht, dass die Regionalgruppe Berlin-Brandenburg ihre Hauptversammlung hatte und Kandidaten für ein neues Koordinatorenteam suchte (Koordinator, stv. Koordinator und Schatzmeister). Da ich aus der Theatergruppe (und auch aus grauer Vorzeit des letzten Jahrhunderts mit einem anderen Verein) Erfahrungen mit diesem Posten hatte, habe ich mich spontan (nicht ganz, ich hatte Hanna vorher gefragt) bereit erklärt, mich für diesen meist ungeliebten Posten aufstellen zu lassen. Und siehe da, ich wurde am 18. Februar ohne Gegenstimmen gewählt, war allerdings auch der einzige Kandidat.

Was ich allerdings nicht so richtig kann bis jetzt: das Amt ausfüllen. Was braucht ein Schatzmeister? Richtig, Zugriff auf den Schatz, in diesem Fall die Kasse, genauer: das Bankkonto. Vollmacht habe ich immer noch nicht: erst musste das Protokoll der Wahl bei der Geschäftsstelle eingehen, dauerte. Dann wurden mir die Unterlagen unvollständig zugeschickt, dauerte, bis alle da waren. Nach der Rücksendung waren die Bearbeiter in Urlaub, dauerte. Dann mussten die Unterlagen zum Vorstand in München zwecks Unterschrift, dauerte. Ende April bekam ich die Nachricht auf Nachfrage, dass die Bank noch Zeit braucht: ja, ihr wisst, das dauert.

Vorgestern habe ich dann vorsichtig nachgefragt, ob irgendwas schief gelaufen ist und bekam die Nachricht, dass die Unterlagen bei der Studienstiftung eingegangen seien und dass sie jetzt auf dem Weg seien.

Ich warte, dauert das lange?

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Das Theater mit dem Theater

An mein erstes ehrenamtliches Engagement nach dem Abschied aus Hamburg bin ich über eine gute Freundin von uns gekommen. Ihr habt sicher schon davon gehört, dass einige Schauspieler und Gewerke eines Köpenickers Theaters aus prekären, von der Arbeitsagentur finanzierten Beschäftigungen entlassen wurden, weil die Zukunft des Theaters sehr unsicher war. Sie gründeten daraufhin einen Verein mit dem Ziel, die Weiterführung des Theaters in die eigene Regie zu übernehmen und haben sich dann an mich gewandt als finanziellen Berater.

Die Verhandlungen mit den bisherigen (und immer noch jetzigen) Betreibern des Theaters verliefen allerdings sehr unerfreulich und erfolglos. Mit einer kleinen Förderung des Bezirksamts hat die Truppe dann trotzdem im Dezember eine wunderbare Aufführung des “Eingebildeten Kranken” von Molière im Vereinsheim eines Kleingartenvereins hingelegt, die Besucher der drei Vorstellungen waren begeistert.

Danach schlugen aber der Stress der Aufführungsvorbereitungen und danach das deutsche Vereinswesen zu. Mehrere Mitglieder der Truppe weigerten sich, weiter mit der Regisseurin und damaligen Vorsitzenden des Vereins weiter zusammen zu arbeiten. Es kam, wie es kommen musste, es gab eine Abspaltung: die Vorsitzende legte ihr Amt nieder und trat später auch aus dem Verein aus, ein (!) weiteres Mitglied folgte ihr.

Über einige unerfreuliche und nicht ganz saubere Begleitumstände will ich hier gar nicht reden. Mein Eindruck ist aber, dass das ganze so etwas wie eine Katharsis war, die bei den verbleibenden Mitgliedern eine große Energiereserve freigesetzt hat.

Mittlerweile bin ich auch laut Vereinsregister der Schatzmeister der Truppe und es gibt unheimlich spannende Projekte mit namhaften Personen. Und den Kampf um eine Spielstätte.

Mehr demnächst auf der Webseite: Andere Bühne Cöpenick e.V.

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Die Schwierigkeiten des Engagements in der so genannten Flüchtlingskrise

Im letzten Herbst war ja irgendwie der Höhepunkt des Zustroms von Flüchtlingen. Wie so viele andere in diesem unseren Lande haben auch wir den Entschluss gefasst, dass wir da etwas persönlich tun wollen und müssten. Also fing ich an, im Internet zu recherchieren. Randbedingungen für uns war es, dass es recht gut erreichbar für uns sein müsste und, unserem Alter angemessen, keine große körperliche Anstrengung.

Wenn man so anfängt zu recherchieren, stösst man auf wahnsinnig viele Initiative. Ein guter Anfang schien mir die Webseite des Flüchtlingsrats Berlin. Ich hatte ihn auch angeschrieben, um einen Hinweis zu bekommen, welche Organisation bei unseren Nebenbedingungen für uns geeignet wäre. Naja, di Antwort war nicht wirklich hilfreich:

Sehr geehrte Familie Wegner,

ehrenamtliches Engagement ist immer hilfreich,

bitte wenden Sie sich am besten direkt an eine der Initiativen in Ihrem Stadtteil

http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/mitarbeit.php#Willkommen

Vormundschaften vermittelt

http://xenion.org/angebote/akinda/

Deutschkurs-Initiativen

http://www.netzwerk-deutschkurse-fuer-alle.de

Also weiter durchhangeln. Vormundschaft? Bedarf ja, aber alles belegt, nur als Beispiel. Mehrfach habe ich einfach keine Antwort erhalten, ich gehe einfach davon aus, dass di ehrenamtlichen Mitarbeiter einfach überlastet und überfordert waren. Von Link zu Link bin ich dann irgendwann auf die Schülerpaten Berlin gestoßen. Die Idee fand ich sehr ansprechend:

Schülerpaten Berlin e.V. vermittelt 1:1-Patenschaften zwischen SchülerInnen mit Migrationshintergrund und deutschsprachigen Ehrenamtlichen. Unsere PatInnen geben mindestens einmal wöchentlich bei den SchülerInnen zuhause Nachhilfe und sind darüber hinaus AnsprechpartnerIn bei Problemen und Fragen im alltäglichen Leben sowie der Berufsfindung.

Klang gut, ich habe also den Onlinefragebogen ausgefüllt und bekam auch überraschend schnell Antwort. Nach einem Informationsgespräch mit mehreren anderen Interessenten habe ich dann auch das erforderliche erweiterte Führungszeugnis beantragt, bekommen und abgeschickt und hörte dann… erstmal nichts. Der Ansprechpartner war offensichtlich weg. Nach einiger Zeit bekam ich Meldung von einer neuen Ehrenamtlichen, die einen Termin mit einem potenziellen Patenschüler vorschlug. Der platzte, weil der Schüler nicht konnte, beim nächsten Termin war nur die Mutter da, deer Schüler nicht, er wollte wohl nicht. Dann war die Ansprechpartnerin erst krank und dann nicht mehr da.

Irgendwann kam dann eine neue Nachricht. Die Schülerpaten hatten mittlerweile ein Büro und dort traf ich dann den Vater eines potenziellen Schülers, der Schüler selbst konnte wieder nicht. Aber es schien zu passen: 8. Klasse (ich wollte keine Grundschüler), Hilfe in Mathe, Englisch und eventuell Deutsch gewünscht. Also habe ich die erste Stunde vereinbart, bei der ich dann feststellen musste, dass der Schüler zwar in der 8. Klasse war, allerdings auf einer Förderschule. Er konnte noch nicht einmal das kleine Einmaleins. Damit fühlte ich mich dann doch überfordert, auch im Sinne des Schülers, ich hatte das Gefühl, dass ich da nur was falsch machen kann. Und Grundschule wollte ich nicht.

Aufgeben wollte ich aber nicht und beim 3. Mal klappte es dann: der Schüler und die Mutter waren beim Termin, wir konnten miteinander kommunizieren, und mittlerweile haben wir zwei Termine hinter uns, hauptsächlich mit Englisch und ein wenig Mathe.

Die Vorstellungen haben sich allerdings verschoben. Mohamed ist beileibe kein Flüchtlingskind, er ist in Berlin geboren und geht aufs Gymnasium, seine Noten bewegen sich nach seiner Aussage zwischen 2 und 3. Auch sein Vater, ursprünglich aus dem Libanon geflüchtet, ist schon lange Deutscher, nur seine zweite Ehefrau (die erste war eine Deutsche, sie stammt auch aus dem Libanon) spricht schlecht Deutsch und besucht noch Sprachkurse. Aber ich kann mir vorstellen, mit Mohamed einige Monate zu arbeiten.

Die Schülerpaten suchen noch viele Paten, wenn einer meiner Leser interessiert ist, bitte anmelden. Und den Schülerpaten empfehle ich, die Auswahl der Schüler und die Prioritäten zur Vermittlung noch einmal zu überprüfen und, wo es geht, zu verbessern.

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