Kurt

Es steht jetzt so nackt da…er hat sich erschossen,,,aber es gibt einen Hintergrund: Kurt habe ich 1983 kennengelernt, als er für sich und seinen Lebenspartner je einen Motorradplatz im IBZ anmietete. Als dieser starb, an Aids, kündigte er beide Garagenplätze. Ich lernte ihn näher in Spinnrad kennen, in dem ich erst ab den 90’er Jahren verkehrte. Er war engagierter Gewerkschafter, hatte als Chefdekorateur im KADEWE gewirkt, und auch nach seiner ‚Verrentung‘ war sein nicht zu verleugnender Dialekt aus Oberbayern gepaart mit einer sonoren Baßstimme, wo immer er war, unüberhörbar. Er stellte vieles in Frage, besonders die Tagespolitik, war sich dabei treu, half wo er konnte, und das wurde immer weniger möglich. Als dann vor ca. 6 Monaten die Diagnose Darmkrebs gegeben war, weigerte er sich eine weitere Behandlung auf sich zu nehmen, neben den 30 Tabletten, die er täglich nahm, eine Chemotherapie, eine Operation und einen künstlichen Darmausgang für sein Weiterleben in Kauf zu nehmen. Er ging zum Rüdi und machte dem bösen Spiel ein Ende….ohne die Wohnung zu verschmutzen.

Er hat mir immer geholfen, in vielerlei Hinsicht, er wird mir einfach fehlen.

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Ein Kommentar zu Kurt

  1. Lorena Ezeagu sagt:

    Hallo lieber Axel,

    was bedeuted „ging zum Rüdi“? Welche Rolle spielte er bei Kurts Selbstmord und wie hat Kurt sich umgebracht?

    Ich frage aus rein persönlichem Interesse, denn ich habe einen potenziellen Selbstmordkandidaten in meinem Bekanntenkreis.

    Viele Grüße

    Lorena

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