Unruhige Nacht

Im Erdgeschoss zu wohnen wie ich hier am Arbeitsort ist sowieso nicht so unbedingt angenehm. Wenn es keinen Vorgarten gibt, dann hört man jeden, der draußen vorbeiläuft, man ärgert sich auch schon mal, wenn sich Leute direkt vor dem Fenster unterhalten oder Kinder dort Basketball spielen.

Im Moment hört man die Schritte besonders, auf dem Bürgersteig liegt verharschter Schnee, der bei jedem Tritt lautstark knirscht. Kein Wunder also, dass ich aus dem Bett aufschrecke, als kurz nach vier Leute hin- und herlaufen, Taschenlampen die Gegend ableuchten, laute Stimmen, Türen klappern. Ein Blick durch die Lamellen der Jalousie zeigt einen Polizeiwagen vor der Tür. Nach zwanzig Minuten beruhigt es sich, die Polizei zieht ab.

Na gut, kurz vor fünf besteht die Chance, noch eine Mütze Schlaf abzugreifen. Gerade bin ich am hinüberdämmern, plötzlich lautes Hämmern. An der Haustür? Nein. Das ist an meinem Fenster? Nein. Es ist an der Terassentür. Zwei Leute stehen auf meiner Terasse. Beim genauen Hinsehen ist es der Sohn meiner Vermieterin mit einer Frau. Ich mache auf und sie bitten, durch meine Wohnung ins Haus gehen zu dürfen. Der (Ex-)Freund der verängstigten Frau stehe an der Ecke, sie hätte schon eine einstweilige Verfügung, dass er sich ihr nicht nähern dürfe. Schnell schleuse ich sie durch die Wohnung, peinlich berührt, ob der bei mir herrschenden Unordnung.

An Schlaf nicht mehr zu denken. Noch einmal kommt die Polizei, wieder Türenklappern, ein paar mal fährt der Streifenwagen noch vorbei. Gegen acht dann wieder normaler Lärm, der Müll wird abgeholt.

Stalking live.

Listening to “Point Blank“, by Bruce Springsteen (Play Count: 19)

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