Budapest revisited

Vor etwa 30 Jahren war ich das erste mal in Budapest und auch in Ost-Berlin. Damals war der vorherrschende gemeinsame Eindruck der Geruch von 2-Takter-Abgasen in der ganzen Stadt, die relative Dunkelheit abends und die schmutzigen Fassaden. Deshalb war ich gespannt, wie Budapest heute auf mich wirkt im Vergleich zu Berlin.

Vergleichen kann man natürlich nicht direkt: Berlin ist heftig zerstört worden im 2. Weltkrieg, Budapest ist älter und hat damit auch mehr alte Gebäude, die instandgesetzt werden müssen. Alles in allem kann man sagen, dass zumindest die „historische“ Bausubstanz in Berlin weit besser hergestellt ist als in Budapest, auch Dank der Transfermilliarden in Form von Solidaritätszuschlägen und Abschreibungsmodellen. In Budapest sieht man noch sehr viele heruntergekommene Bauten. Selbst wenn eine Bankfiliale in ein Haus einzieht, heißt es nicht, dass dieses Haus renoviert wird.

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Natürlich ist die Bank renoviert, aber, und das ist schon vielleicht einer der wesentlichen Unterschiede zu Berlin, das durchaus stilgerecht, ohne nun eine „repräsentative“ Fassade aus Granit oder ähnlichem mit großen Fenstern zu erzeugen, sondern unter Wahrung des Gesamteindruckes von außen.

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Es ist überhaupt auffällig, dass die modernen Schaufensterfronten in der Altstadt mehr oder wenig völlig fehlen und vieles noch sehr traditionell erhalten ist.

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Da alles in einem langsameren Tempo voran geht, wartet vieles noch auf seine Auferstehung. Auch Graffiti gibt es, wenn auch viel weniger als in Berlin.

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Natürlich sind viele Gebäude, besonders die von allgemeinem historischen Wert, wieder vollkommen renoviert und strahlen im Glanze der Frühlingssonne.

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Aber Budapest hat das eigene Tempo, obwohl es als Wirtschaftswunderland des ehemaligen Ostblocks gilt. Manchmal scheint es sein Gutes zu haben, eine Sprache zu sprechen, die keiner kann, und keine reichen Verwandten zu haben, zu denen man abhauen kann, oder die Steuern sparen wollen.

Sogar die alten Ikarus-Obusse (und -Busse) werden noch genutzt.

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