Krankenhaus

krankenhaus1.jpgEs ist schon ein eigenartiges Gefühl, mit 54 plötzlich im Krankenhaus zu sein, wenn ich das letzte Mal dort im Alter von 13 oder 14 war, als mir die Mandeln entfernt wurden. Ich erinnere mich kaum daran, nur dass ich nach der Operation viel Eiscreme essen durfte, was bei mir eine positive Erinnerung hinterlassen hat. Diesmal war das Gefühl ein ganz anderes. Ich hatte einen Termin abgemacht zu näheren Untersuchungen, um herauszufinden, was mit mir los ist. Kaum waren die Türen hinter mir zu, begann die Maschinerie zu arbeiten.
krankenhaus2.jpgWarten, Untersuchung, warten. Und plötzlich findest du dich an einem Bett wieder, wo dein Name dran steht. Siehst 8, 9 oder 10 Ärzte, von denen du nur ahnst, welche Spezialisierung sie haben. Und dann wirst du hier geröntgt und dort betastet, darfst plötzlich nichts mehr essen, bekommst Flüssigkeiten in den Körper injiziert und gepumpt.
krankenhaus3.jpgUnd morgens kommen dann eine Menge Weißkittel und schauen dich an und beratschlagen, was mit dir zu machen ist, begutachten dich wie ein Auto oder einen Computer, die eine Reparatur benötigen. Und dann fährt man dich im Bett zu einer Untersuchung, die du für Routine hältst, und jeder wünscht dir „alles Gute“ oder „viel Glück“. Und du fragst dich, ob du nicht besser hättest dein Testament machen sollen. Und dann sagen sie dir, dass sie ein Stück von dir rausschneiden wollen. Du willst es nur hinter dich bringen.

Und ich fühle mich plötzlich um einiges älter.

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