Dokumentierte Patientenaufklärung

Einen Nachtag muss ich noch geben nach dem Krankenhaus. Heutzutage wird zumindest formal sehr viel Wert gelegt auf die sogenannte „dokumentierte Patientenaufklärung“. Dazu gibt es für jede etwas kompliziertere Untersuchung und Behandlung Aufklärungsbögen, in denen die Untersuchung/der Eingriff erklärt wird und auf die Risiken hingewiesen wird. Irgendein Medizinprofessor macht damit eine ganze Menge Geld, indem er den proCompliance Verlag gegründet hat und die Bögen an Ärzte und Krankenhäuser verkauft.

Soweit alles schön und gut. Bei meinen beiden Krankenhausaufenthalten hat man mir mehrmals solche Bögen in die Hand gedrückt. Bevor die Behandlung beginnen kann, muss man sie durch die eigene Unterschrift erlauben, man kann sie aber auch per Unterschrift ablehnen (ich frage mich, ob das in diesem Stadium schon einmal geschehen ist…). Mit der Unterschrift bestätigt man auch, dass man von einem Arzt noch einmal aufgeklärt wurde und dass man keine weiteren Fragen hat. Man bestätigt auch, dass der Arzt den Aufklärungsbogen unterschrieben hat.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das anders aus. Meine Erfahrungen: einmal hatten sie nicht den richtigen Bogen (für meine Op, da gab es nur den Bogen für eine „normale“ Operation, nicht wie bei mir durchgeführt für die „minimal-invasive“ Variante. Aus Prinzip habe ich auch schon mal nicht unterschrieben, da ich mit keinem Arzt gesprochen habe, aber dann hätten sie mich noch nicht einmal auf den Untersuchungstisch lassen dürfen… dann habe ich doch unter Hinweis auf das nicht korrekte Verfahren unterschrieben. Leider kann kein Patient das nachweisen, denn nicht einmal habe ich eine Kopie dessen bekommen, was ich unterschrieben hatte…

Ich denke, ich kann das meiste schon gut erfassen, was in den Aufklärungsbögen steht, kann mir aber vorstellen, dass viele da ihre Schwierigkeiten haben. Denen würde ein Gespräch sicher helfen!

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