Geburtsstadt

Nach langen Jahren war ich heute mal wieder in meiner Geburtsstadt Lübeck wegen eines Vortrages und einer Beratung eines europäischen Projektes an der dortigen Uni.

Lübeck Rathaus

Meine Erinnerungen an Lübeck sind gemischt. Gewohnt habe ich dort zwar nur bis zum Alter von sieben, bin aber bis zum Tod meiner Großmutter Ende der Achtziger immer mal wieder dort gewesen. Meine ersten bewussten Eindrücke und Erinnerungen sind mit dieser Stadt verknüpft. Wie die Erinnerungen an das Zimmer in der ehemaligen Kaserne (jetzt ist es wieder eine) in Blankensee, das von unserer vierköpfigen Familie bewohnt wurde, der kombinierte Wohn- und Kochbereich nur durch einen Vorhang vom Schlafbereich getrennt. An das Spielen in den Ruinen und wie mir mal ein Stück segelnde Dachpappe fast das Nasenbein brach. Daran, dass ich aus Kalkmangel im wahrsten Sinne des Wortes die Wand angeknabbert hatte. An die Fahrt mit dem Bus zu den Großeltern auf der anderen Seite der Stadt. An die Ferien bei und mit den Großeltern ohne den Rest der Familie.

Lübeck an der Obertrave

Entsprechend gemischt waren die Wiedersehensgefühle. Lübeck war fremd und doch seltsam vertraut, war häßlich und schön, alt und neu. Hässliche Gebäude der Sechziger gepaart mit wunderbarer Backsteingotik. Die Stadt wirkte eigenartig unentschlossen, ob sie auf Moderne oder Tradition setzen soll.

Lübeck Breite Str

Eine Baustelle ist Lübeck zur Zeit auf jeden Fall, an jeder Ecke ein Gerüst oder ein Baukran, Bahnhof, Holstentor, Rathaus. Auf jeden Fall war der Kurzbesuch für mich nicht nur wie ein Ausflug in die Provinz, sondern auch in den erinnerten Mief der fünfziger und sechziger Jahre.

Lübeck Holstentor

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