Vorwärts in die Vergangenheit

Deutschlands Über- und Vorzeigemutter, Ursula von der Leyen, war heute morgen mal wieder in den Nachrichten mit ihrer neuen Forderung, das steuerliche Ehegattensplitting „um eine Kinderkomponente zu erweitern„. Das klingt natürlich gut, gegenwärtig ist es ja auch besonders populär, die Situation in Deutschland für diejenigen zu verbessern, die Kinder haben. Deswegen konnte von der Leyen sich eine Spitze gegen kinderlose Ehepaare nicht verkneifen, indem sie darauf hinwies, dass 20% des Splittings eben diesen Kinderlosen zugute kämen.

Aber was steckt dahinter? Das Ehegattensplitting stammt aus einer Zeit, in der in einer „Regelehe“ die Frau zuhause am Herd blieb und der Mann das Geld verdiente. Alleinerziehende und Ehepaare, bei denen Mann und Frau gleich viel verdienen, haben absolut nichts von dieser Steuervariante. Was die Familienministerin damit also sagen will: Frauen, bekommt Kinder, bleibt zu Hause und werdet Hausfrauen.

Kinderförderung in unserer Gesellschaft sähe für mich anders aus: Das Ehegattensplitting, das übrigens etwas ist, was es so nicht in vielen Ländern der Welt gibt, gehört einfach abgeschafft, weil es nicht mehr zeitgemäß ist. Und die Mehreinnahmen die sich daraus ergeben, sollte man dann direkt in die Kinderförderung geben, zur Schaffung von Kindergartenplätzen, in die Verbesserung der schulischen Bildung. Meinetwegen kann man sogar Leuten, die Kinder haben, mehr Steuervergünstigungen geben. Und zwar unabhängig von Hausfrau oder verheiratet sein, auch für Alleinerziehende.

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Ein Kommentar zu Vorwärts in die Vergangenheit

  1. 500beine sagt:

    worte wie „kinderkomponente “ komponieren,
    DAT KANN SE!

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