Homer in der Neuzeit

HomerWenn man durch das deutsche Schulsystem durch ist, egal auf welchem Level, dann kann man sicher nicht umhin, mit Homer konfrontiert zu werden. Das Altertum und die griechische und römische Geschichte gehört irgendwie zum Bildungsideal und so mancher wird schon geflucht haben, was der alte Kram so soll.

Aber unsere modernen Zeiten sind schon durchwirkt mit Bildern aus der alten Geschichte. So haben viele Sportler irgendwann Probleme mit der Achillessehne. Und schon sind wir bei Homer, denn der hat den Halbgott Achilles beschrieben, der eigentlich unverwundbar war, ja, wenn da nicht der kleine Griff an die Ferse gewesen wäre, der den Schutz beim „Panzerbad“ leicht unvollkommen gestaltet hat. Und diese Verletzlichkeit an der Sehne ist ihm letztlich zum Verhängnis geworden. Dies war übrigens auch der Fall bei Siegfried in den Nibelungen, dem ein Blatt auf der Schulter zum Verhängnis wurde.

Na gut, kann man sagen, das sind alles irgendwie alte Märchen, was hat uns das zu sagen?

Achilles war eine wichtige Figur in Trojanischen Krieg, den Homer in der Ilias beschrieben hat. Dieser Krieg dauerte lange Zeit an und wurde letztendlich durch eine List entschieden, das sprichwörtliche trojanische Pferd. Die Belagerer machten den Trojanern ein Holzpferd zum Geschenk, ein Pferd, in dem einige Krieger versteckt waren, die letztendlich nach dem Annehmen des Geschenkes für die Eroberung der Stadt Troja verantwortlich waren.

Ein trojanisches Pferd, oder kurz ein Trojaner bezeichnet also ein „vergiftetes“ Geschenk, eins, das gut aussieht, aber einen negativen Effekt hat. Viele Computerbesitzer akzeptieren solch ein Geschenk, sie klicken auf einen vielversprechenden Link, der nichts anderes macht, als ein Programm zu installieren, ein Programm, dass einfach die Kontrolle über den Rechner übernimmt. Sei es, dass das „Geschenk“ über Spam-Mail kommt (ja es soll wirklich Leute geben, die auf Links in solchen Mails klicken) oder über „vergiftete“ Webseiten, vorzugsweise pornografischer oder anderer Art.

Man muss aber nicht unbedingt klicken, es gibt auch andere Methoden wie ein Trojaner auf den Computer kommt. Da sitzt dann so ein Programm und späht den Computer aus und benutzt noch den Netzzugang des ahnungslosen Benutzers, um die Daten zu übermitteln. Eine beliebte Methode von Hackern, um an Daten zu kommen.

Auch das Bundeskriminalamt hat sich an diese antike Kriegslist erinnert im „Krieg gegen den Terror“ und angefangen, Computer ohne Wissen der Benutzer auszuspähen. Diese Praktik hat das Bundesverfassungsgericht jetzt glücklicherweise gestoppt und damit die Privatsphäre als höheres Gut angesehen als die Wünsche der Terrorfahnder.

Natürlich wird dieses Urteil das Ausspähen der Computer auf Dauer nicht verhindern. Es wird aber ein Gesetz nötig sein, das genau regelt, wann und wo dieses Methoden eingesetzt werden dürfen, wahrscheinlich unter Aufsicht und nach Beschluss eines Richters.

Immerhin etwas.

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2 Kommentare zu Homer in der Neuzeit

  1. Karsten sagt:

    Na, ganz so einfach ist das Ausspähen von Computern ja zum Glück doch nicht:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24587/1.html

  2. Axel sagt:

    Welcher User benutzt schon Truecrypt und PGP? Klar, dass für verschiedene Rechner auch verschiedenes gilt. Aber ich traue dem CCC schon zu, dass er weiß, wovon er spricht, siehe obiger Link zu einem Spiegelartikel. Und ich halte es auch nicht für unmöglich, dass irgendwo eingedrungen wird und etwas vor Ort installiert wird, dazu muss der Besucher nichts anklicken. Und wie kommt es, dass Spammer viele tausend Rechner für das Versenden ihres Mülls ohne Wissen der Benutzer verwenden?

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