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Englische Küche 2

Montag, 12. Februar 2007 | Autor:

gee.JPG

Heute abend habe ich beim obligatorischen Projektabendessen die andere Seite der englischen Küche kennen gelernt. Nachdem das Mittagessen am Sonntag bei Crofter’s in Sheringham nicht so der Hit war (meine Chefin meinte, ach so, so ein Restaurant, wo man mit der Oma hingeht), waren wir heute in Oxford in Gee’s Restaurant.

Dieses Restaurant bietet eine Küche, wie ich sie liebe: modern, europäisch, aber durchaus mit einem Fokus auf lokale Zutaten. Die Gerichte sind nicht überladen und bieten einen Geschmack, der auf das Wesentliche des jeweiligen Gerichts konzentriert ist. Dabei fehlen Zutaten wie Parsnip’s oder Rote Beete durchaus nicht auf dem Speiseplan.

Und das Interessante darüberhinaus ist, dass die Preise in der normalen Abendkarte sich gar nicht mal so riesig unterscheiden. Allerdings sind die Portionen bei Crofter’s sicher größer.

Nun ja, die Erwartungen sind sich auch unterschiedlich in einer Universitätsstadt und einem traditionellen Seebad.

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Trennung

Montag, 12. Februar 2007 | Autor:

Heute morgen musste ich mich dann von Hanna und Michael trennen, da die Arbeit rief. Mit der U-Bahn ging es nach Paddington von wo, wie man von Agatha Christie und Margaret Rutherford weiß, die Züge nach Oxford fahren – in meinem Fall aber um 10:22 Uhr und nicht um 16:50. Allerdings nicht von Dampflokomotiven gezogen, sondern von dieselgetriebenen Triebköpfen. Andere Details sind immer noch wie vor 60 Jahren. Genauso wie am Freitag war es auch heute ein Zug, der innen an den Türen keine Klinken hat. Um aus dem Zug zu kommen, macht man das Fenster in der Tür auf und drückt dann die Klinke auf der Außenseite herunter. Interessant ist auch, dass man auf diesem Zug zwar erster, aber nicht zweiter Klasse fährt, das wäre ja abwertend.

Englischer Zug innen

In Oxford habe ich nicht an einem der klassischen Colleges zu tun, sondern an der Oxford Said Business School, die auch zur Oxford University gehört, aber in einem modernen Gebäude untergebracht ist. Ich finde, es ist ganz gut gelungen, trotzdem eine Collegeathmosphäre zu erzeugen, auch wenn, wie ich hörte, Architekten das Durcheinander der Stile kritisieren. Der kann in den klassischen Colleges aber noch krasser sein, da dort durchaus schreckliche 70er-Jahre-Gebäude in mittelalterliche Colleges gepflanzt wurden.

Said Business School

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Englische Küche

Sonntag, 11. Februar 2007 | Autor:

Crofter's Restaurant

Bevor wir gleich nach London zurück fahren, waren wir noch zu einem typischen englischen Sonntagslunch in einem Restaurant. Das Essen war so, wie man sich traditionelle englische Küche vorstellt, in jeder Hinsicht. Die typischen Braten zur Auswahl: Rind, Schwein, Lamm, Pute und Fisch, mit gerösteten Kartoffeln und Blumenkohl, Wirsing, Karotten und Erbsen. Das Hauptkriterium für ein gutes Essen ist dabei eher die Quantität als die Qualität.

Eine Unsitte in der Gastronomie heutzutage, die ich auch schon in Hamburg erlebt habe, ist die Zubereitung der Röstkartoffeln: gekochte Kartoffeln (ob selbstgemacht oder fertig gekauft) werden zum “Rösten” kurz in die Friteuse geworfen. Das gibt eine wunderbar harte Lederhaut und ein muffig schmeckendes Inneres.

Michael und Reginald mussten danach noch unbedingt ans Meer. Ich war da gestern schon kurz.

seaside.JPG

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North Norfolk

Sonntag, 11. Februar 2007 | Autor:

Nach nur kurzer Nacht machten wir uns nach einem kleinen Frühstück schon auf den Weg nach Sheringham. Proviant für die vierstündige Bahnfahrt wurde unterwegs gekauft und da die Jungs die Trolleys hatten, durfte ich bezahlen. Eine sehr freundliche Kassiererin fragte mich sehr schnell, ob ich eine Boot’s-Karte hätte. Da ich nicht wusste, was das ist, musste ich zweimal nachfragen. Hier sprechen die alle so schnell Englisch. Sollte ich nochmal in eine solche Situation kommen, werde ich einfach sagen, ich habe mein Hörgerät vergessen. Ab in den Zug und in Norwich stiegen wir um in einen kleinen Bummelzug. Das Foto von Axel ist eines von dem wunderschönen renovierten viktorianischen Bahnhof in Norwich.

Norwich Station

Ab hier begann eine Reise in die Vergangenheit, denn die Szenerie ließ mich denken, jeden Moment müsse Peter Ustinov als Hercule Poirot um die Ecke kommen. Im Zug fanden wir einen Platz gegenüber einem Gentleman, der ein pensionierter Oberst hätte sein können, und er erzählte uns eine Menge über die Gegend. Gleich anfangs stellte er anhand meiner Aussprache fest, dass wir wohl Deutsche sein müssten und begrüßte uns mit ein paar deutschen Worten. Er erzählte uns anhand der Station Gunton, dass es ein königlisches Dekret gibt, das jeden zweiten Zug dazu verpflichtet, dort zu halten, obwohl niemand aus- oder einsteigt. Der Hintergrund für diesen Erlass war, dass Eward VII in der Nähe der Station den Landsitz Sandringham (noch immer königlicher Landsitz) besaß und daher immer diesen Zug benutzte. Dieser Erlass ist wohl noch nicht aufgehoben worden.

Notiz Axel: Der Gentleman hat zwei Sachen verwechselt. Eine kurze Recherche ergab, dass Gunton hauptsächlich für Lord Suffield gebaut wurde, der dort wohnte und einer der Hauptinvestoren in die “Bittern Line“, diese Eisenbahnlinie, war. Die Station von Edward VII ist Wolferton, die auch in Norfolk liegt, aber nicht an dieser Linie.

In Sheringham schafften wir es noch, zum Fleischer zu gehen und wunderbare Koteletts zu kaufen, denn wir wollten ein kleines Abendessen zusammen kochen. Die meisten Häuser in Sheringham sind mit großen Kieselsteinen vom Strand verputzt, die entweder halb oder ganz verwendet werden. Es gibt hübsche Giebelverzierungen aus Holz, buntbemalt, also insgesamt eine pittoreske Szenerie.

Michael's House

Samstag gab es dann den großen Einkauf für das Dinner, zu dem wir Freunde von Michael einluden und das ein voller Erfolg war. Das Witzige dabei war, dass zwei Deutsche ein typisches englisches Essen gekocht haben, und hätte es im Haus Muffinformen gegeben, dann hätte Axel zum Roast Beef sogar einen Yorkshirepudding gemacht. Doreen, eine Dame in den 70ern, rundete das Bild von Erinnerungen aus Agatha-Christie-Romanen ab, denn sie hatte den schwärzesten Humor, den ich je bei einer Dame ihres Alters erleben konnte. Engländer sind meines Erachtens durch die langen Jahre des British Empire toleranter gegenüber Ausländern und das bis ins hohe Alter.

Es war ein schöner Abend.

Sheringham

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Lebensweisheit

Samstag, 10. Februar 2007 | Autor:

KabelsalatGestern hat sich Hanna auf der Fahrt über die vielen Kabel in den Schränken beschwert, wobei Michael sagte, er kenne das von sich auch. Worauf mir eine der vergessenen Weisheiten des Lebens einfiel:

“Für jede Socke die sprichwörtlich in der Waschmaschine verschwindet, erscheint ein ungenutztes Kabel in der Abstellkammer.”

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Horrortrip

Samstag, 10. Februar 2007 | Autor:

Prolog

Wir saßen noch ganz gemütlich vor dem Donnerstagsessen zusammen, denn ich hatte noch etwas Zeit, da Gerd und Karsten mich mit dem Auto zum Bahnhof Ostkreuz brachten.

Erster Akt
Erst als ich am S-Bahnhof Schönefeld die Rampe vom Bahnsteig Richtung Flughafen hinunterging, bemerkte ich, dass die Jeans, die wir bei Ebay ersteigert hatten, “Hängearschhosen” (Begriff von Axel) sind. Und nun lief ich eine Hand am Hosenbund, die andere am Koffergriff tapfer auf das Flughafengebäude zu, denn den Shuttlebus gibt es nicht mehr.

Als ich dann mit einem Cheeseburger bewaffnet neben einem Pärchen vor dem Bildschirm mit der Gateanzeige saß und alle Flüge, auch die mit einer Abflugzeit nach uns, schon Hinweise auf den Abflug hatten, nur meiner nicht, befiel mich eine leichte Ängstlichkeit. Also fragte ich meine netten jungen Nachbarn, Engländer, welches unsere Gatenummer wäre. Sie sagten, ebenfalls sichtlich beunruhigt, sie wüssten es auch nicht, aber sie säßen schon seit 7 Uhr morgens dort, weil ihr erster Flug nach Stansted ausgefallen war. Wir waren also ganz erleichtert, als endlich die Nummer erschien.

Wir gingen daraufhin, ich immer noch die Hand an der Hose, in die hinterste Ecke der Abflughalle und ich fand frohen Mutes sogar einen Sitzplatz. Allerdings erschien kein Flugzeug. Dafür kam die Ansage, zehn Minuten vor der geplanten Startzeit, dass wir ca. 90 Minuten später starten würden. Ich schaffte es noch, Axel anzurufen, der ähnlich betroffen war, so dass im Endeffekt wir ungefähr gleichzeitig ankommen sollten. Wir einigten uns noch darauf, Tickets für die Bahnfahrt von Stansted nach London gleich im Flugzeug zu kaufen, denn er meinte, die Züge würden garantiert bis ein Uhr fahren.

Als wir dann schließlichlich Flugzeug saßen, nach mehr als anderthalb Stunden, teilte uns der liebenswerte Pilot mit, dass es noch ca. 20 Minuten dauern würde, ehe die Enteisungmaschine frei wäre, um das Flugzeug für den Start vorzubereiten. Der Steward sagte mir auf Anfrage, dass es keine Bahntickets mehr im Flugzeug gäbe, aber ich mir keine Sorgen machen bräuchte, da es einen ständigen Busshuttle-Service zwischen Stansted und London gäbe. Ich ergab mich in mein Schicksal.

Zweiter Akt

Nach Ankunft in Stansted begab ich mich, so schnell es meine Hosen zuließen, in die Gepäckhalle, es war inzwischen 1:15 Uhr, und hoffte dort meinen geliebten Ehegatten zu treffen. Aber er war nicht da, denn er hatte den gleichen Wunsch nach einer Zigarette verspürt, war viel früher als ich da und sammelte schon alle Informationen, die wir zur Weiterfahrt nach London brauchten. Mein Handy hatte noch genug Strom, um ihn anzurufen und, beruhigt durch das Gespräch, bekam ich mit Hilfe meiner neuen weiblichen englischen Bekannten meinen Koffer vom Band. Alle Männer standen herum und halfen mir nicht. Endlich fand ich dann auch Axel und konnte nach 5 Stunden meine erste Zigarette vor dem Gebäude rauchen.

Es dauerte weitere 30 Minuten bis wir schließlich mit Tickets bewaffnet an der richtigen Haltestelle mit unglücklicherweise mehr als 100 anderen Wartenden eintrafen. Also fuhr der erste Bus ohne uns und der nächste kam immerhin schon 20 Minuten später mit einem sehr zuverlässig arbeitenden Busfahrer, der erst das Gepäck einlud und dann endlich alle in des etwas wärmeren Bus ließ, um die Fahrkarten überprüfen zu können. Die Sitze waren zwar bequemer als die bei Ryanair, dennoch hatte das Stehen in der Kälte bewirkt, dass ich mich auf der Busfahrt nicht wirklich entspannen konnte. Nun ja, schließlich kamen wir so 3:10 Uhr (4:10 Uhr Berliner Zeit) an der Liverpool Street Station an.

Dritter Akt

Ich sah ein Taxi, fragte Axel, wie lange der Weg wäre und er meinte, ich wäre ihn schon gegangen und das wäre in Ordnung gewesen. So ca. die Strecke bis zum Ostkreuz. Nach 5 Minuten des Weges korrigierte es sich, und meinte, es sei eher die Strecke von unserer Wohnung zur Poliklinik in der Grünberger Straße, worauf ich nach weiteren 10 Minuten mich weigerte, weiter zu laufen und mich an einer Bushaltestelle hinsetzte. Mir war zum Heulen, die Hose rutschte immer noch, mir war zum Heulen, obwohl Axel schon beide Koffer zog, um mir den Weg zu erleichtern. Axels Überredungskunst brachte mich schließlich dazu, doch noch weiter zu laufen, es gab auch keinen Bus mehr, und schließlich kamen wir, ich mental auf ein fünfjähriges bockiges Kind zurückgeworfen, bei Michael an.

Epilog

Wenn einer eine Reise tut… Ich hätte nie geglaubt, dass ein Flug nach England die gleiche Anstrengung bieten kann wie einer nach Toronto. Anderseits war die Aufnahme durch Michael zu nachtschlafener Zeit so herzlich, dass ich mich schließlich in der Hinsicht auch fühlte, als ob ich in Kanada angekommen sei, bei der Familie.

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Langer Abend

Freitag, 9. Februar 2007 | Autor:

blankensee.jpeg

Gestern abend habe ich an eine Variante eines altbekannten Witzes gedacht: Treffen sich zwei Schneeflocken in der Luft. Fragt die eine die andere: “Wo willst du hin?” – “In die Alpen, damit die Leute schön Ski fahren können. Und Du?” – “Nach Großbritannien, um den Flugverkehr kräftig durcheinander zu wirbeln.”

Man sollte im Winter das Fliegen tunlichst vermeiden. Nachdem ich vor zwei Wochen die “Italienerfahrung” hatte, ist es seit gestern die “Stanstederfahrung”. Gestern vormittag hatte es in England geschneit und einige Flughäfen waren für einige Stunden geschlossen. Bis mittag waren die Landebahnen frei, aber der Flugplan war nicht zu halten.

Hanna wollte von Berlin fliegen und ich von “Hamburg (Lübeck)”. Mein Flug sollte 40 Minuten später als Hannas ankommen, so dass wir gemütlich zusammen nach London fahren konnten. Aber aus dem gemütlich wurde nichts. Der Flugplan von Ryanair war kräftig durcheinander gewirbelt worden, mein Flug aus Lübeck war 70 Minuten verspätet und ich machte mir schon Gedanken, dass Hanna zu lange warten muss. Aber weit gefehlt, sie war noch nicht gelandet, ihr Flug war 2:20 Stunden zu spät und war als letztes Flugzeug um 1:08 Uhr am Gate, so dass es bis halb zwei dauerte, bis sie endlich auftauchte.

Das allein war nicht das Problem, der letzte Zug fährt um ein Uhr, zum Glück kann man die ganze Nacht einen Busbekommen. Allerdings war nicht nur ein Flug zu spät, so dass sich an der Busstation die Menschen in dicken Trauben ballten, um eine Platz zu ergattern. Natürlich kamen wir erst einmal nicht mit und mussten fast eine halbe Stunde in der Kälte warten.

Letztlich dauerte es dann bis halb vier (britischer Zeit!), bis wir endlich bei Michael landeten. Jetzt müssen wir uns erst einmal erholen und fahren heute an die Nordsee nach Sheringham.

Das Bild oben zeigt übrigens die absolut gemütliche Abflughalle in Lübeck, ein Provisiorium, dass sicher danach irgendwo als Festzelt genutzt werden kann.

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Bloggen für Anfänger

Donnerstag, 8. Februar 2007 | Autor:

In einem Interview mit der Netzeitung spricht Don Alphonso recht lesenswert über das Bloggen für Anfänger.

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Thema: Hobbyraum | Beitrag kommentieren

Homer in der Neuzeit

Dienstag, 6. Februar 2007 | Autor:

HomerWenn man durch das deutsche Schulsystem durch ist, egal auf welchem Level, dann kann man sicher nicht umhin, mit Homer konfrontiert zu werden. Das Altertum und die griechische und römische Geschichte gehört irgendwie zum Bildungsideal und so mancher wird schon geflucht haben, was der alte Kram so soll.

Aber unsere modernen Zeiten sind schon durchwirkt mit Bildern aus der alten Geschichte. So haben viele Sportler irgendwann Probleme mit der Achillessehne. Und schon sind wir bei Homer, denn der hat den Halbgott Achilles beschrieben, der eigentlich unverwundbar war, ja, wenn da nicht der kleine Griff an die Ferse gewesen wäre, der den Schutz beim “Panzerbad” leicht unvollkommen gestaltet hat. Und diese Verletzlichkeit an der Sehne ist ihm letztlich zum Verhängnis geworden. Dies war übrigens auch der Fall bei Siegfried in den Nibelungen, dem ein Blatt auf der Schulter zum Verhängnis wurde.

Na gut, kann man sagen, das sind alles irgendwie alte Märchen, was hat uns das zu sagen?

Achilles war eine wichtige Figur in Trojanischen Krieg, den Homer in der Ilias beschrieben hat. Dieser Krieg dauerte lange Zeit an und wurde letztendlich durch eine List entschieden, das sprichwörtliche trojanische Pferd. Die Belagerer machten den Trojanern ein Holzpferd zum Geschenk, ein Pferd, in dem einige Krieger versteckt waren, die letztendlich nach dem Annehmen des Geschenkes für die Eroberung der Stadt Troja verantwortlich waren.

Ein trojanisches Pferd, oder kurz ein Trojaner bezeichnet also ein “vergiftetes” Geschenk, eins, das gut aussieht, aber einen negativen Effekt hat. Viele Computerbesitzer akzeptieren solch ein Geschenk, sie klicken auf einen vielversprechenden Link, der nichts anderes macht, als ein Programm zu installieren, ein Programm, dass einfach die Kontrolle über den Rechner übernimmt. Sei es, dass das „Geschenk“ über Spam-Mail kommt (ja es soll wirklich Leute geben, die auf Links in solchen Mails klicken) oder über „vergiftete“ Webseiten, vorzugsweise pornografischer oder anderer Art.

Man muss aber nicht unbedingt klicken, es gibt auch andere Methoden wie ein Trojaner auf den Computer kommt. Da sitzt dann so ein Programm und späht den Computer aus und benutzt noch den Netzzugang des ahnungslosen Benutzers, um die Daten zu übermitteln. Eine beliebte Methode von Hackern, um an Daten zu kommen.

Auch das Bundeskriminalamt hat sich an diese antike Kriegslist erinnert im „Krieg gegen den Terror“ und angefangen, Computer ohne Wissen der Benutzer auszuspähen. Diese Praktik hat das Bundesverfassungsgericht jetzt glücklicherweise gestoppt und damit die Privatsphäre als höheres Gut angesehen als die Wünsche der Terrorfahnder.

Natürlich wird dieses Urteil das Ausspähen der Computer auf Dauer nicht verhindern. Es wird aber ein Gesetz nötig sein, das genau regelt, wann und wo dieses Methoden eingesetzt werden dürfen, wahrscheinlich unter Aufsicht und nach Beschluss eines Richters.

Immerhin etwas.

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Die Stadt und der Müll

Sonntag, 4. Februar 2007 | Autor:

Don Alphonso hat in seinem Blog eine Serie zu Berlin, den Dirt Picture Contest. Zunächst habe ich mich erst einmal geärgert, besonders da das mit der Bezeichnung von Berlin als Slum einher ging. Aber eigentlich hat er recht, von Hamburg kenne ich das nicht, dass der Sperrmüll einfach so auf der Straße entsorgt wird. Das Prinzip der Sperrmüllabfuhr ist in beiden Städten gleich, man muss anrufen oder den Müll zur entsprechenden Stelle bringen, also das kann es nicht sein.

In den “bürgerlichen” Vierteln wie Wilmersdorf gibt es das nicht, sondern nur in den Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Friedrichshain. Wenn man zynisch wäre (oder nicht?), dann würde man das auf die jungen Leute schieben. Die sind es auch, die in eben diesen Szenevierteln am Samstag und anderen Tagen mit Flaschen voller alkoholischer Getränke, besonders mit Bier, herum laufen. Und wenn das Bier alle ist, wird die Flasche an Ort und Stelle entsorgt, egal, wo es ist. Besonders schlimm ist es, wenn die Flasche dann zertrümmert wird. Denn es gibt Leute, die von diesem Müll profitieren.

Am Mittwoch bin ich zufällig in Hamburg in eine S-Bahn geraten voller Fußballfans, die zum Stadion fuhren. Viele nuckelten an der Flasche und als sie an der Stadionstation ausstiegen, rollten die Flaschen durch den mittlerweile leeren S-Bahn-Waggon. Aber nicht lange, denn es stieg an eben dieser Station jemand ein, der die leeren Flaschen und Dosen einsammelte, sicher 7-8 Flaschen und einige Dosen.

Zertrümmern von Flaschen ist also unsozial, weil es Leute daran hindert, ihr Hartz-IV-Geld aufzubessern.

Leute, wenn ihr schon auf der Straße saufen müsst, dann lasst wenigstens die Flaschen heil!

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Thema: Vorgarten | Ein Kommentar