Alltag nach dem 1. Mai

Das schöne lange Wochenende ist beendet, Michael wieder in London und ich wie immer in Hamburg.

Der erste Mai in Berlin war wohl nicht so schlimm, wie befürchtet. Auch wenn alle gefährdeten Straßen geräumt wurden, haben nach dem Ende der offiziellen Veranstaltungen in Friedrichshain und Kreuzberg ein paar besoffene Jugendliche randaliert. Wer weiß, ob das nicht einfach ein paar zugereiste Touristen waren, wie der Berliner Clan vermutet, der nach langer Abwesenheit versucht, wieder ein wenig aktiver zu werden. Aber so ganz persönlich gefühlt, als Anwohner des Boxikiezes, die weniger als einen Kilometer vom Boxhagener Platz entfernt wohnen, kann es nicht so schlimm gewesen sein. Sonst hätten uns Sirenen und Hubschrauber sicher lange wach gehalten. Außerdem berichten die Zeitungen zwar genüsslich über Randale und Anzahl von Festnahmen, aber Berichte über die Anzahl der ausgebrannten Autos oder zertrümmerter Fensterscheiben fehlen völlig. Deswegen gehe ich davon aus, dass diese Zahlen eher gegen Null tendieren.

Persönlich war das Wochenende sehr entspannend, Michael kann sich auch mehr und mehr darauf einrichten, nicht immer in Action zu sein. Zur Zeit versuchen wir, nicht in der Wohnung zu rauchen, einfach, um den Konsum runter zu schrauben, weil die Zigaretten nach dieser Methode nicht einfach in Reichweite liegen. Nur dumm, wenn unsere Mitbewohner die im Treppenhaus eingerichteten Raucherplätze einfach okkupieren, obwohl sie selber Nichtraucher sind!

Smokie und Linus

Hier in Hamburg ist Hektik angesagt, es liegen viele Termine an, bei denen es um die Abgabe von Anträgen geht, bei denen wir helfen. Und außerdem müssen wir die Werbetrommel rühren für die LOCOMOTIVE-Konferenz, denn nichts ist tödlicher als eine Konferenz ohne Teilnehmer. Meine Chefin ist zwar zum Urlaub in Georgien, hat aber vor dem Abflug und nach der Ankunft (wenn auch mit Schwierigkeiten und unter fremden Absender) Emails geschrieben, heute angerufen und danach auch noch eine SMS geschickt. Fast könnte man sagen, „Business as usual“.

In den letzten Wochen hatte ich drei Umzüge hier am Arbeitsort, vom Erdgeschoss in den Keller, dann in den ersten Stock und zum Schluss in den zweiten. Das lag nicht nur an mir, aber ich hatte meinen Anteil, darüber werde ich irgendwann mal berichten, wenn ich besoffen bin genügend Abstand habe. Meine neue Zweitwohnung hat nicht den Nachteil der Erdgeschosswohnung, der Blick aus dem Fenster ist auch ganz schön, auf einen Park und die Schule. Die Schule ist ganz nützlich, denn pünktlich um 8 Uhr morgens höre ich laut und deutlich die Glocke und weiß, wie spät es ist. Auch ohne eine Uhr zu besitzen.

Blick aus dem Fenster

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Ein Kommentar zu Alltag nach dem 1. Mai

  1. Karsten sagt:

    Nichtraucher auf Raucherplätzen? Geht ja nun garnicht!

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