Ruine am Ostbahnhof

Nachdem der Berliner Ostbahnhof nur zehn Jahre nach der letzten Renovierung zu Zeiten der DDR von der Deutschen Bahn erneut umgebaut wurde, präsentiert er sich seit einigen Jahren in besonderem Glanze. Er hat, soweit ich mich erinnere, kurz nach der Neueröffnung einen Preis als bester Bahnhof in Deutschland gewonnen. Und obwohl er mittlerweile durch den Berliner Hauptbahnhof abgewertet worden ist, beschreibt ihn die Deutsche Bahn noch immer ganz stolz auf ihrer Webseite:

Ein transparentes Vordach, eine Glasfassade an der Front des Empfangsgebäudes und ein großzügiges Oberlicht im Dach erzeugen ein freundliches Ambiente in der lichtdurchfluteten Eingangshalle. Rolltreppen und Aufzüge gewähren einen bequemen und behindertengerechten Zugang zu allen Ebenen des Bahnhofs.

Wenn man allerdings aus der „lichtdurchfluteten Eingangshalle“ auf die Straße tritt ist das alles nicht mehr ganz so schön.

ruine ostbahnhof

Der Blick fällt auf eine Betonruine, ein Flachdach mit einer Treppe nach unten, alles baufällig und durch Zäune abgesperrt. Die Treppe führte offensichtlich nach unten in eine ebenso baufällige Tiefgarage vor dem Bahnhof. Seit mindestens sieben Jahren dauert dieser Zustand an, Verwaltung eines Notstands, wie an so vielen Stellen in Berlin.

Wahrscheinlich gehört das Gelände der Stadt Berlin und nicht mehr zum Bahnhof und die Bahn hatte keine Lust, das Erscheinungsbild ihres Bahnhofs abzurunden. Und die Stadt Berlin steckt ihr Geld offensichtlich lieber woanders hin als für einen guten Eindruck bei ankommenden Auswärtigen zu erzeugen. Die andere Seite des Bahnhofs mit ihren provisorischen Imbissständen sieht übrigens auch nicht einladender aus.

Die Obdachlosen oder Hartz IV-Empfänger, die unter dem Dach Zuflucht vor Sonne oder Regen suchen mit ihren Bier- und Weinflaschen, die freut die Situation auf jeden Fall.

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