Bloggen

In meinen Wochenschnipseln gestern hatte ich eine Notiz mit dem Titel Schweigen, in der ich 500Beine und Glam zitierte. Diese kleine Notiz hat Glam dazu inspiriert, sofort einen kleinen Artikel zuschreiben (weiß ich vom Statistiktool), der den Eindruck vermittelte, ich hätte mich mehr oder weniger „beschwert“, er würde zu wenig schreiben. Nichts lag mir ferner, im Gegenteil, ich bewundere ihn dafür, dass er sehr häufig und regelmäßig schreibt, und meistens lese ich die Artikel auch sehr gerne. Trotzdem ging mir das heute irgendwie im Kopf herum, denn beim Schreiben wusste ich, dass ich damit ein bestimmtes Gefühl ausdrücken wollte, was ich in der letzen Zeit mit vielen Blogs hatte.

Vorausschicken muss ich, dass ich noch relativ frisch dabei bin, es ist knapp ein Jahr her, dass ich auf WordPress umgestellt habe und dadurch auch die Welt der Blogs kennen lernte. Vorher hatte ich eine kleine Software, die es mir rudimentär erlaubt, selber zu bloggen, eine Sache die ich einfach angefangen hatte, weil mit meiner Emailadresse und später mit meinem DSL-Anschluss ein kleiner Webspace mit eingeschlossen war. Ich habe mir diese Welt also mehr oder wenig zufällig entdeckt, ohne vorher groß vom Bloggen gehört oder gelesen zu haben.

Langsam wurde meine Blogroll länger und länger, indem ich immer wieder Blogs entdeckte, die mir gut gefielen und die ich regelmäßig lesen wollte. Dabei war es aus meiner Sicht eher Zufall, dass die meisten „große“ Blogs mit höheren Leserzahlen waren. Auf diese stößt man beim Stöbern halt leichter, weil sie häufiger bei anderen verlinkt sind als kleine Newcomerblogs wie unserer.

Bei diesem Stöbern fiel mir auf, dass viele dieser „großen“ Blogs schon ein paar Jahre online sind und den Kommentaren kann man entnehmen, dass es sich dabei um so etwas wie eine „verschworene“ Gemeinschaft handelt, die sich untereinander schon ebenso lange kennt und so ein wenig das Gefühl ausströmt, als seien sie als Blogpioniere etwas Besseres und dass sie sich irgendwie nach den alten Zeiten einer kleinen Community zurück sehnen (nein, auch hier meine ich weder Glam noch 500Beine, denn beide haben immerhin schon auf diesem Blog Kommentare hinterlassen 😉 ). So ein wenig wird dieses Gefühl ausgedrückt in einem Kommentar von Kittykoma auf Glams Blog.

Dieses „früher war alles besser“ Gefühl gibt es ja auf vielen Gebieten und meine Freunde wissen, dass ich nun ganz und gar kein Freund davon bin. Ich denke schon, dass man sich auf Veränderungen einstellen soll. Dazu gehört auch, dass man alles kritisch überprüft, was man selber macht, und sich auf neue Gegebenheiten einstellt.

Vielleicht ist damit auch die gefühlte Häufigkeit zu erklären, mit der in den letzten Monaten in Blogs die Überlegung angestellt wird, ob man überhaupt noch bloggen sollte, Ankündigungen gemacht werden, den Blog zu ändern, inhaltlich oder wenigstens optisch, oder längere Pausen eingelegt werden. Bloggen soll Spaß machen denke ich, selbst wenn mancher damit Geld verdienen will, und wenn es keinen Spaß mehr macht, dann hört man auf oder legt Pausen ein. Allerdings habe ich in vielen Fällen das Gefühl, dass die Ankündigungen von Pausen oder Schluß auch so etwas wie „Fishing for Compliments“ ist, die Leserschaft reagiert und sagt „Bitte nicht aufhören, mir fehlt was“.

In diesem Sinne habe ich wohl Glams Artikel „Maul halten ist wohl das neue Bloggen“ gründlich als Ankündigung so einer Pause missverstanden, vielleicht hat er nur das Gleiche gemeint wie ich. Oder die Gefahr durch Abmahner. Oder etwas ganz anderes.

In diesem Sinne, bloggt so häufig oder so selten wie Ihr wollt. Hauptsache, Ihr habt Spaß dabei, dass kommt dann auch in den Beiträgen rüber. So versuche ich es auch.

Und wenn der Glam das wirklich als Vorwurf empfunden hat, bin ich bereit, dass durch eine Einladung zum Bier oder zum Essen auf der Dachterrasse wieder gut zu machen.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Hobbyraum veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Bloggen

  1. lucky sagt:

    ach, gelegentlich schimpfen und drohen hilft, es schüttelt die stillen Leser aus den Büschen und erhöht sie Reaktionsbereitschaft.

  2. Axel sagt:

    Na, dann bin ich ja beruhigt 😉 Als „weniger erfahrener“ Blogger fürchtet man genau das Gegenteil…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.