Berliner Küche

Wird im SPON von Fichtner verrissen:

So bleibt es dabei: Berlin hat alles, aber nichts Eigenes. Man kann montags Boquerones essen und dienstags Sashimi, am Mittwoch Baeckeoffe, am Donnerstag Krokodil (beim „Australier“), Freitag ist scharfes Schokoladenhuhn dran und an den Wochenenden wird ohnehin von morgens bis abends nur gefrühstückt und gebruncht. Und nachts dann, wenn der letzte Hunger kommt, wird schnell noch ein Döner drauf gesetzt und mit Ayran nachgespült, den Türken sei Dank, denn sie haben Berlin, mit dem Döner, die einzige originale Spezialität geschenkt, die aus Berlin in die Welt hinaus gefunden hat.

Das alles hat auch sein Gutes? Aber natürlich! Berlins gastronomische Vielfalt ist einzigartig, wunderbar, großartig! Die Stadt wirkt aufs Ganze gesehen wie ein gewaltiger kulinarischer Themenpark, eine globale Leistungsschau, eine immerwährende Grüne Woche. Aber dass sie nichts Eigenes hat, dass ihre eigenen kulinarischen Hervorbringungen vergleichsweise erbärmlich sind, das musste an dieser Stelle endlich einmal gesagt werden.

So ganz unrecht hat er nicht.

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