Berliner Küche

Wird im SPON von Fichtner verrissen:

So bleibt es dabei: Berlin hat alles, aber nichts Eigenes. Man kann montags Boquerones essen und dienstags Sashimi, am Mittwoch Baeckeoffe, am Donnerstag Krokodil (beim „Australier“), Freitag ist scharfes Schokoladenhuhn dran und an den Wochenenden wird ohnehin von morgens bis abends nur gefrühstückt und gebruncht. Und nachts dann, wenn der letzte Hunger kommt, wird schnell noch ein Döner drauf gesetzt und mit Ayran nachgespült, den Türken sei Dank, denn sie haben Berlin, mit dem Döner, die einzige originale Spezialität geschenkt, die aus Berlin in die Welt hinaus gefunden hat.

Das alles hat auch sein Gutes? Aber natürlich! Berlins gastronomische Vielfalt ist einzigartig, wunderbar, großartig! Die Stadt wirkt aufs Ganze gesehen wie ein gewaltiger kulinarischer Themenpark, eine globale Leistungsschau, eine immerwährende Grüne Woche. Aber dass sie nichts Eigenes hat, dass ihre eigenen kulinarischen Hervorbringungen vergleichsweise erbärmlich sind, das musste an dieser Stelle endlich einmal gesagt werden.

So ganz unrecht hat er nicht.

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3 Kommentare zu Berliner Küche

  1. Hanna sagt:

    Und was ist mit der Currywurst, dem Kassler, dem Eisbein?? Keine lukullischen Highlights, aber echt berlinsch. Ich denke, regional gabs historisch keine guten Vorrausetzungen, denn außer Teltower Rübchen oder Spreewaldleinöl gabs hier nichts Besonderes. Und die Leute waren arm! Kein guter Ackerboden, und auch der wurde erst durch holländische Einwanderer urbar gemacht. Also wo sollte es denn her kommen??? Wir mußten immer irgendwie andere Kulturen animieren für uns was zu erfinden, aber immerhin das siehe Döner ist dann erfolgreich!

  2. Axel sagt:

    Eisbein und Co. werden im Artikel selbst abgehandelt. Aber deine Argumentation zum Warum finde ich durchaus einleuchtend.

  3. suzan sagt:

    vielleicht behalten die berlinerInnen ja ihr eigenes für sich 😉

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