Pueblos Blancos

Erst ging es eine ganze Weile die Autobahn entlang und dann, so gegen zwölf, fuhren wir, den letzten großen Industrieort Algeciras hinter uns lassend, das erste Mal direkt ans Meer in eines der alten Dörfer, deren Namen mir Axel erst nannte, als wir direkt davor standen, Pueblos Blancos. Der Ort war Zahara de los Atunes und wir fanden eine kleine einfache Kneipe direkt am Meer, mit einem Ausblick, der über Kilometer ging.

Strand

Und dann sieht man sie, die weißen an die Hügel geklebten schwalbennestartigen Dörfer, lauter kleine Schachteln und Kästen, die scheinbar ohne Straßen dazwischen durcheinander gewürfelt aufeinander stehen, als ob es kein System gäbe. Keine Bettenburgen, sondern Kästchen, die aus einem Zimmer zu bestehen scheinen.

Strandbar

Ich trank meinen ersten „Fino“, Axel nur spanisches „Pferdepisse“bier, wir aßen eingelegten Knoblauch und Oliven, einen Salat, gegrillte Boquerones und gegrillten Thunfisch. Wärme und Wind, Sonne und Salzgeschmack auf den Lippen. Der Urlaub hat angefangen.

Der Urlaub in Andalusien hatte natürlich angefangen. Das heißt, hier wird bei 30 Grad Mittagstemperatur natürlich trotz EU-Mitgliedschaft noch nicht gearbeitet, die Siesta ist heilig, und wir tumben Toren wollten doch tatsächlich um 3 Uhr nachmittags schon den Schlüssel zum Appartement haben. Nun ja, stattdessen anderer Strand, andere Kneipe, anderer Salat, anderes Getränk. Köstlich, aber wir konnten nichts mehr essen. Wieder ein endloser Strand, eine gelassene Ruhe, die wir am Mittelmeer bestimmt nicht hätten finden können. Der Atlantik ist hier türkis.

Calle Cadiz Conil

Dann endlich unsere Wohnung. Genau in so einem kleinen Kasten, der diesmal die Größe von zwei Zimmern hat, in einer kleinen Gasse, verschachtelt und eng an das Nebenhaus geschmiegt, so eng an einigen Stellen, das wir dem Nachbarn die Hand geben könnten. Aber weiß und kühl, und schon habe ich meinen Lieblingsplatz gefunden: einen kleinen Gitterrostbalkon mit Durchblick auf die Gasse, umgeben von der schattigen Kühle des Hauses und trotzdem wie eine kleine Neugierde den Blick auf die Straße und ihre Geräusche ermöglichend.

Patio Calle Cadiz 7

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