Regentag

Wie gut, dass wir nicht unbedingt alle Sehenswürdigkeiten abhaken müssen und uns auch so einfach treiben lassen können. Gestern am Freitag ergab sich der Ruhetag wie von selbst, da es ein wenig regnerisch war. Regen heißt hier zur Zeit, dass es bewölkt ist, zwischendurch mal einen Schauer gibt, dass die Temperaturen aber trotzdem deutlich über 20 Grad liegen.

Restaurant im Patio

Deswegen haben wir es uns auch gegönnt, am Abend bei der immer noch milden Luft in einem Restaurant in einem der Patios essen zu gehen, als Vorspeise Gambas in Knoblauch und ich Tintenfisch auf galizische Art und als Hauptgang einen einfach gegrillten Fisch, einen Bocinegro, wie immer der auch auf Deutsch genannt wird (wenn er denn einen deutschen Namen hat).

Am Nachbartisch saßen Schwaben, mit denen wir ins Gespräch kamen, und als wir erfuhren, dass sie sie aus Aalen waren, gab es bei Hanna kein Halten mehr, sie kramte Erinnerungen aus den Sechzigern hervor, als ihre Schwester und ihr Schwager in oder bei Aalen wohnte und Hanna häufig ihre Ferien dort verbrachte. Es kamen Erinnerungen hoch an Häuser und Gebäude, die es heute so vielleicht gar nicht mehr gibt, aber zumindest Gesprächsstoff lieferten.

Heute morgen war dann die Luft klar nach dem Regen, die Stadt in ein schönes Licht getaucht. Am Sonnabend beginnt das Leben offensichtlich ein wenig später als in der Woche, Hanna wollte Brötchen holen und die zwei Bäckereien, die sie kannte, waren noch geschlossen, sie kam mit leeren Händen wieder zurück und schickte mich los. Ich fand dann die Brötchen sogar ziemlich nahe an unserem Apartment und schoss nebenbei dieses Foto von der Calle Cadiz, in der unser Patio liegt. Die Tür rechts in der weißen Mauer führt übrigens dort hinein.

Calle Cadiz am Morgen

Heute ist dann Kochen angesagt, wir waren auf dem Markt und ich habe ein Paar Schweinekoteletts besorgt. Es ging nach Nummern, die man ziehen musste wie auf einem deutschen Amt, und der Schlachter war so beliebt, dass die Nummer 98 gerade bedient wurde, als ich die (1)08 zog. Es waren zwei Verkäufer da, aber nur einer durfte schneiden und das tat er sehr liebevoll und professionell. Und offensichtlich essen die Spanier viel Fleisch oder kaufen am Samstag für ein paar Tage, denn kaum einer ging weg, ohne mindestens fünf Sorten Fleisch gekauft zu haben, alles feinstens geschnitten.

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Ein Kommentar zu Regentag

  1. Karsten sagt:

    Danke Hannaxel für diese liebevollen Artikel, auch die weiter oben, ich fühle mich als wäre ich dabei gewesen.

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