Andalusische Pferde

Bei Spanien und Tieren habe ich immer leichte Bedenken, weil ich schon ziemlich viel gequälte Kreaturen dort gesehen habe. Wir haben ja das Glück, in der absoluten Tourismushöhepunktwoche hier zu sein, und die wohl spektakulärste Veranstaltung fand nun gestern Abend statt, ein Reiterspektakel. Natürlich weiß man, dass die Spanische Hofreitschule in Wien ihr Vorbild in Spanien und offensichtlich ist Andalusien die Wiege dieser barocken Reiterei.

Aufstand

Es wurde für dörfliche Verhältnisse eine erstaunliche Vielfalt von der Arbeit mit Pferden, das heißt, Kutsche, Arbeit an der Hand (Doppellonge), Pferde, die zur Arbeit mit Stieren und Kühen benutzt werden, eine Dressurvorführung und ein Pas de Deux von Reitern vorgeführt. Die Untermalung mit andalusischer Musik und sehr lebendigen Zuschauern machte das Ganze mehr zu einem Volksfest als zu einer Touristenveranstaltung.

Im Einzelnen waren die Vorführungen der Reitervereinigung Conil sehr professionell und schon bei dem ersten Pas de Deux von zwei wunderschönen andalusischen Grauschimmelhengsten kamen mir die Tränen. Irgendwie hüpften da auch oft junge Spanierinnen zwischen den Pferden herum, aber die fanden nicht wirklich meine Beachtung.

Flamenco Pferd 1

Sehr fröhlich gingen wir nach zwei Stunden nach draußen. Da die Pferde noch nicht verladen waren und auf dem Parkplatz vor dem Zelt standen, musste ich natürlich sofort dort hin. Und siehe da, meine Vorurteile wurden mal wieder bestätigt. Aus der Nähe betrachtet waren die Pferde viel, viel kleiner als sie im Viereck wirkten, die kleinen spanischen Männer machten sie halt relativ größer. Und das Pferd, das für die Arbeit auf der Weide trainiert war, hatte unter dem Zaumzeug zwei riesengroße Scheuerwunden. Das Zaumzeug war so knallhart, dass Leder wahrscheinlich seit Jahren nicht mehr geputzt, dass das Pferd diese Wunden wohl weiter behalten wird.

Heute wollen wir uns noch einen Reitstall ansehen, denn diese endlosen Strände reizen jeden Reiter, einmal dort entlang zu galoppieren. Aber dann natürlich auch mit ein bisschen festeren Hosen, und außerdem möchte ich mir die Pferde erst anschauen. Denn ich könnte es nicht ertragen zu wissen, dass das Pferd Schmerzen hat, wenn ich es reite.

Nachtrag: Wir haben uns den empfohlenen Reiterhof angesehen und sind, ohne überhaupt auszusteigen, wieder weggefahren. Alle Pferde sahen aus, als ob sie Rosinante (Don Quixote) hießen. Nein Danke!

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