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Beiträge vom » Januar, 2008 «

Wahlkampf

Mittwoch, 30. Januar 2008 | Autor: Axel

Wahlplakat FDP in Hamburg

In etwas mehr als drei Wochen wird in Hamburg gewählt und auf meinem Arbeitsweg war die gelbe Partei diejenige, die alle Bäume als erste besetzt hatte. Und so grinst mich jetzt jeden Morgen dieser alte Herr in mehrfacher Ausführung an. Allerdings schwindet er mehr und mehr, diverse Plakate sind schon abgerissen.

Also ehrlich gesagt, mich schreckt dieses Bild eines Westerwelles in alt eher davon ab, diese Partei zu wählen. Wobei ich in Hamburg natürlich sowieso nicht wählen kann. Aber dieser Herr steht für das genaue Gegenteil von jung, modern und aufgeschlossen. Das ist eher die Handwerker- und Immobilienhai-Partei, die die Gelben hier in Hamburg seit einiger Zeit sein sollen.

Wobei ich sowieso nicht weiß, warum man nicht gleich die CDU wählen sollte, wenn man in die Richtung tendierte, denn auch wenn sich angeblich die Stimme der Freiheit hier präsentiert, zeigt Hessen doch genau, dass die ehemalige Spaßpartei nur mit der CDU an die Regierung kommen möchte, sozusagen eine sehr eingeschränkte Koalitionsfreiheit.

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Visit from the past

Montag, 28. Januar 2008 | Autor: Axel

hanna_bob.jpg

Am Wochenende hatten wir relativ kurzfristig einen Besucher aus Hannas Vergangenheit im IBZ, das sie fast 18 Jahre geleitet hatte. Boris W Batterman (”Bob”), ein Physiker von der Cornell University in Ithaca, war einer der ganz frühen Gäste, als er im Jahr 1983 für fast ein Jahr mit einem Humboldt-Stipendium nach Berlin kam. Bob war zu einem Besuch beim DESY in Hamburg und ich bin dann am Freitag zusammen mit ihm nach Berlin gefahren, wo er dann über das Wochenende bei uns blieb.

Von ihren “Gästen” im IBZ hat Hanna noch Kontakt zu Elisabeth und zu Bill, die Ihr beide schon mehrfach hier im Blog getroffen habt. Von Bob hat sie mir zwar erzählt (und durchaus mit Bewunderung), aber ich hatte ihn noch nicht kennen gelernt.

Natürlich war die Situation nicht die glücklichste, Hanna in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt auf der einen Seite und auf der anderen ein Besucher, der irgendwie auf der Suche nach seiner Vergangenheit schien. Und offensichtlich hatten er und Hanna damals, vor 15 Jahren, eine sehr enge gemeinsame Vergangenheit.

Irgendwie hatte ich aber als “Außenstehender” dabei das Gefühl, dass dieser Besuch bewirkte, viele verklärende Erinnerungen an die Geschichte zu relativieren, auf beiden Seiten, und dazu führte, dass ein Teil von Hannas Vergangenheit endgültig der Geschichte zugeführt wurde und zu einer (angenehmen) Erinnerung geworden ist.

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Aus gegebenem Anlass

Montag, 28. Januar 2008 | Autor: Axel

Alte Freunde

Manchmal triffst du in deiner Stadt
jemanden wieder, und der hat
früher mit dir mal Motze gemacht.
Jetzt bleibt ihr steh´n und fragt:
Menschenskind, Kerl, altes Haus,
siehst du denn aus?
Bist du noch? Hast du noch?
Kannst du noch und machst du noch?
Und ohne, daß es einer will,
seid ihr ganz plötzlich still,
ihr alten Freunde.

Merkst du nicht, fühlst du nicht,
siehst du nicht und riechst du nicht,
daß das ja nicht mehr klappt,
daß ihr euch nichts mehr zu sagen habt,
ihr alten Freunde?

Franz Josef Degenhardt

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Bauernopfer?

Donnerstag, 24. Januar 2008 | Autor: Axel

In den letzten Tagen geht die Börse hoch und runter. Eine der Ursachen ist die “Hypothekenkrise” in den USA, besonders Banken müssen Milliarden abschreiben, weil allzu viele Kredite platzen, weil sie faul sind. Betroffene Banken sind überall auf der Welt zu finden, USA, England, Deutschland oder auch China.

Da kommt dann heute plötzlich die Meldung, dass ein einfacher Angestellter mit einem Handelslimit von 5000 Euro einer Bank, der Société General. einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro verpasst haben soll. Einfach so aus Spaß, er wollte sich noch nicht einmal bereichern.

Was soll man da denken? So viele Banken müssen Milliarden abschreiben wegen ihrer Fehlspekulationen, aber eine große französische Bank sagt, da ist ein kleiner Angestellter, der unseren Verlust bewirkt hat. Ist das nicht vielleicht das kleinere Übel, sozusagen ein Missgeschick?

Ich weiß nicht, wieviel hat die Bank dem “kleinen” Angestellten bezahlt, um sich als “Schuldiger” zu bekennen und alle Schuld füür Milliardenverluste auf sich zu nehmen?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

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Es ist was los

Mittwoch, 23. Januar 2008 | Autor: Axel

Man kann nicht sagen, dass Hamburg-Harburg langweilig ist, auch wenn man nicht mehr im Erdgeschoss wohnt. Dazu gibt es hier in der Gegend offensichtlich genug durchgeknallte Frauen.

Heute um ca. 20 Uhr klingelte es bei mir. Normalerweise reagiere ich nicht, wenn es an der Haustür ist, an der Wohnungstür hatte ich geschaut, aber da war niemand. Wenn es unten klingelt, müsste ich zwei Stockwerke runter, um dann in 99,99 % der Fälle festzustellen, dass es Vertreter oder andere Leute sind, die nicht wirklich mich meinen.

Heute aber schaute ich nach dem 3. Klingeln aus dem Fenster, unten stand ein Feuerwehrmann, der einfach sagte, er müsse ins Haus. Ich also mich angezogen soweit nötig und runter. Lapidar sagte er nach dem Öffnen, ob ich ihn in den Garten lassen könne. Auf meine Frage, was denn los sei, meinte er, da sei eine Frau auf dem Dach. Er wanderte dann also erst durch den Garten und ich sah währenddessen dabei zu, wie sich Werkzeugwagen und Drehleiterwagen an einem im absoluten Halteverbot geparkten PKW vorbei quälten.

Nach kurzer Zeit kam der Feuerwehrmann zurück und meinte, da sei ein Dachfenster, ob er dahin könne. Ich zeigte ihm also die Dachluke und stellte ihm auch noch einen Stuhl hin, damit er die eingebaute Leiter herunter ziehen konnte. Er hoch, man sah den Schein der Taschenlampe auf dem Boden. Einige Sekunden später knarzte es aus dem Funkgerät, dass die Frau nicht mehr springen wolle. Und dann geleiteten sie eine barfüßige Frau von um die 30 die Treppe herunter, sie wirkte eigentlich sehr munter.

Schließlich wurde sie im Erdgeschoss von einer Notärztin in Empfang genommen und flippte aus, als ihr gesagt wurde, sie würde ins Krankenhaus gebracht. Sie hätte nie springen wollen, sondern wollte nur aus ihrer Wohnung raus. Sagte sie. Schließlich aber willigte sie ein, mitzufahren und es kehrte wieder Ruhe ein.

Es war eine andere Frau als die vor fast genau zwei Jahren.

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Schmutzige Phantasie?

Mittwoch, 23. Januar 2008 | Autor: Axel

via: Wortschnittchen

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Wahre Fans

Mittwoch, 23. Januar 2008 | Autor: Axel

Ich habe immer gedacht, ich sei ein HSV-Fan. Bin ich aber wohl nicht, denn ich habe nicht das Bedürfnis, in einem Sarg, der mit der Vereinsfahne bedeckt ist, direkt am Stadion hinter der Tribüne begraben zu werden. Dort richtet der Verein nämlich einen Friedhof für treue Fans ein. Es gibt angeblich Leute, die lieber dort als im Familiengrab liegen möchte, andere kämpfen darum, direkt unterm Rasen zur Ruhe zu kommen.

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Für den Berliner Karsten

Montag, 21. Januar 2008 | Autor: Axel

Habs nicht geschafft, einen Kommentar zu diesem Artikel bei Dir zu hinterlassen, deshalb hier der Kommentar: Lass den Tränen freien Lauf! Man weiß nie wozu es gut ist und die Situation kann sich radikal ändern.

Und andere haben größere Probleme!

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Menschen: Der Rocker

Montag, 21. Januar 2008 | Autor: Axel

Verhalten betritt er die S-Bahn, setzt sich nicht hin, wendet sich ab. Er starrt auf die Trennscheibe. Irgendwann dreht er sich um und schaut grimmig durch den Wagen. Er ist unauffällig gekleidet, braune Stoffhose, frisch gebügelt. Ein nasser Regenmantel, es regnet ja schon seit Tagen, deswegen trägt er auch einen normalen Schirm. Eigentlich eine unauffällige Person, wenn da die Frisur nicht wäre.

Sorgfältig an der Seite zurückgekämmt, eine Schmalztolle exakt geformt. Man kann das Gel, nein, nicht Gel, die Pomade förmlich riechen. Die in den 50ern sehr populäre Frisur assoziiere ich eher mit kohlrabenschwarzen Haaren, so wie bei Elvis. Diese sind grau, fast komplett.

Fast fünfzig Jahre ist es her, da war er ein Rebell. Kämpfte mit dem ganzen Habitus gegen die spießige Gesellschaft. Jetzt ist er ein Inbegriff des Spießers, doch die Frisur spricht dagegen. Träume der guten alten Zeit sind geblieben, deswegen seit fünfzig Jahren das Haar nicht geändert. Jeden Morgen sorgfältig vor dem Spiegel, formen der Haare, auch wenn sie immer weniger werden. Die moderne Welt in der Bahn ist ihm ein Gräuel, er träumt von den guten alten Zeiten.

Seit fünfzig Jahren die gleiche Frisur, gibt es dafür überhaupt einen lebenden Friseur? Oder ist es ganz modern, wenn man an Götz Alsmann denkt? Wenn nur der Bierbauch nicht wäre.

Frühere “Menschen”-Artikel: Die Punks, Der Professor, Die Blonde, Der Gitarrist, Der 68er, Die Pappprinzessin, Der Miniaturgeneral, Die Überempfindliche, Die Kneipenbesitzerin, Der Verwirrte

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Die Raupe

Montag, 21. Januar 2008 | Autor: Axel

Buddy in der Wanne

Der neugierige Buddy beginnt die Welt zu entdecken. Weil einer der beiden Großen, Linus, am liebsten lauwarmes fließendes Wasser in der Badewanne trinkt, ist Buddy natürlich sofort hinterher, als er es schaffte, hochzuspringen, und spielt jetzt auch ganz fasziniert mit der Quelle. Auf dem Bild sind übrigens in der rechten unteren Bildecke Hannas Krücken zu sehen, es wird besser, ist aber lange noch nicht gut.

Der kleine hat viele Spitznamen: Gremlin, Eule oder Uhu (wegen der Haare, die ihm aus den Ohren herauskommen). Für Hanna ist er allerdings meistens “die Raupe”, weil er, sobald sie nur irgendetwas Essbares in der Hand hat, meist sofort da ist und versucht, sich einen möglichst großen Teil davon zu sichern. Fressen kann er gewaltig, wahrscheinlich müssen wir später mal aufpassen, dass er nicht zur Tonne mutiert.

Noch ist die Gefahr allerdings nicht ganz so groß, so wie er durch die Wohnung fegt, hat er erst einmal genug Bewegung. Ein bei ihm beliebter Sport ist es, einen mit einem der beiden Großen fangen zu spielen. Die lassen das bis zu einem gewissen Grad auch mit sich machen, wenn es ihnen zu viel wird, gibt es dann ein großes Fauchen und Gegrummel. Smokie ist da ein wenig gutmütiger.

Als etwas gesetzere Herren müssen sie sich dann vom Wirbelwind erholen und suchen dabei (manchmal) die gegenseitige Solidarität.

Smokie und Linus

Thema: Katzenhöhle | Beitrag kommentieren

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