Es ist was los

Man kann nicht sagen, dass Hamburg-Harburg langweilig ist, auch wenn man nicht mehr im Erdgeschoss wohnt. Dazu gibt es hier in der Gegend offensichtlich genug durchgeknallte Frauen.

Heute um ca. 20 Uhr klingelte es bei mir. Normalerweise reagiere ich nicht, wenn es an der Haustür ist, an der Wohnungstür hatte ich geschaut, aber da war niemand. Wenn es unten klingelt, müsste ich zwei Stockwerke runter, um dann in 99,99 % der Fälle festzustellen, dass es Vertreter oder andere Leute sind, die nicht wirklich mich meinen.

Heute aber schaute ich nach dem 3. Klingeln aus dem Fenster, unten stand ein Feuerwehrmann, der einfach sagte, er müsse ins Haus. Ich also mich angezogen soweit nötig und runter. Lapidar sagte er nach dem Öffnen, ob ich ihn in den Garten lassen könne. Auf meine Frage, was denn los sei, meinte er, da sei eine Frau auf dem Dach. Er wanderte dann also erst durch den Garten und ich sah währenddessen dabei zu, wie sich Werkzeugwagen und Drehleiterwagen an einem im absoluten Halteverbot geparkten PKW vorbei quälten.

Nach kurzer Zeit kam der Feuerwehrmann zurück und meinte, da sei ein Dachfenster, ob er dahin könne. Ich zeigte ihm also die Dachluke und stellte ihm auch noch einen Stuhl hin, damit er die eingebaute Leiter herunter ziehen konnte. Er hoch, man sah den Schein der Taschenlampe auf dem Boden. Einige Sekunden später knarzte es aus dem Funkgerät, dass die Frau nicht mehr springen wolle. Und dann geleiteten sie eine barfüßige Frau von um die 30 die Treppe herunter, sie wirkte eigentlich sehr munter.

Schließlich wurde sie im Erdgeschoss von einer Notärztin in Empfang genommen und flippte aus, als ihr gesagt wurde, sie würde ins Krankenhaus gebracht. Sie hätte nie springen wollen, sondern wollte nur aus ihrer Wohnung raus. Sagte sie. Schließlich aber willigte sie ein, mitzufahren und es kehrte wieder Ruhe ein.

Es war eine andere Frau als die vor fast genau zwei Jahren.

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