Notizen aus Twente

Univerität Twente

Die Universität Twente ist eine der vielen Universitäten, die in den 60er und 70er Jahren gegründet wurde, mitten auf Felder zwischen den Städtchen Enschede und Hengelo. Sie ist sehr großzügig gebaut, mit vielen Freiflächen zwischen den Gebäuden. Das Bild oben zeigt sozusagen das Einfahrttor, wo sicher immer jemand sitzt und mit Argusaugen den vorbeifahrenden Verkehr beobachtet. Jedenfalls habe ich an diesem Häuschen ein Sicherheitsfahrzeug gesehen.

Sicherheit scheint hier sowieso groß geschrieben zu werden, es war relativ selten in meinem Berufsleben, dass ich es erlebt habe, dass man ein Gebäude nur mit einer Chipkarte verlassen konnte, Besucher mussten einen speziellen, kontrollierten Ausgang benutzen.

Twente ist eine staatliche Universität in den Niederlanden, betreibt aber ein eigenes Hotel und ein eigenes Restaurant und Bar. Das zweite habe ich schon an vielen Universitäten gesehen (nur nicht in Deutschland), aber das universitätseigene Kongresshotel fand ich schon ungewöhnlich, denn, wie gesagt, Twente ist keine Privatuniversität. Sinn macht es aber schon wegen der Lage im Grünen, mit dem Fahrrad sind es zu den beiden nächsten Orten etwa 20 Minuten.

Lächeln musste ich wieder über die holländischen Mittagessengetränke, es gab nämlich neben Leitungswasser nur Milch und Buttermilch, etwas, was ich noch in keinem anderen europäischen Land so erlebt habe, in Holland aber vollkommen üblich zu sein scheint. Überhaupt die europäischen Sitten, beim Abendessen habe ich eine mir unbekannte dänische Sitte kennengelernt. In Teilen Norddeutschlands ist es üblich, dass unverheiratete Leute am 30. Geburtstag die Rathaustreppe fegen müssen und durch Küsse von vollkommen Fremden erlöst werden müssen. In Dänemark ist für Unverheiratete der 25. der sogenannte Zimtgeburtstag und der 30. der Pfeffergeburtstag. Da kann es sowohl Männern als auch Frauen passieren, dass sie ein paar Pfund dieser Gewürze verehrt bekommen. Und nicht nur einfach als Geschenk, mein Gegenüber plante, ihrer Freundin den Pfeffer mit einer verkehrt angebrachten Staubsaugerdüse in die Wohnung zu blasen.

Jetzt auf der Rückfahrt habe ich einen Teil des Weges mit einem italienischen Projektkollegen verbracht. Schon bei der Einfahrt des Zuges in Hengelo bemerkte er äußerst erstaunt, dass der Zug ja pünktlich sei. Im Zug selbst nahm er ganz fasziniert den „Reiseplaner“ der DB in die Hand und staunte immer wieder bei jeder Station über die Pünktlichkeit.

Das Gebäude der Twente Universität im Bild unten hat mich übrigens sehr fasziniert. Es sah aus, als ob ein ärgerlicher Riese dem Haus einen Stiefel in die Seite gerammt hat.

Geknicktes Gebäude

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