Etwas genervt

University of Warwick

Es ist natürlich nichts Ungewöhnliches für mich, morgens los zu fahren und abends gegen Mitternacht zurück zu kommen, um an einem Meeting teilzunehmen. Diesmal ging es von London aus nach Coventry und dann zur University of Warwick.

Coventry ist nicht besonders sehenswert, kein Wunder, nachdem die deutsche Luftwaffe es im zweiten Weltkrieg zu Trümmern gebombt hat, und zwar 1940, lange bevor die ganz schweren Angriffe auf Deutschland geflogen wurden.

Die Universität Warwick ist eine Campusuniversität, mitten auf die grüne Wiese gebaut, und wirkt irgendwie wie ein modernes Gewerbegebiet. Die Uni selbst ist für englische Verhältnisse sehr groß mit 30.000 Studenten, aber sie gehört zu den Topuniversitäten in England. Die Leute, die ich kennen gelernt habe, wissen das und tragen eine entsprechende Arroganz zur Schau.

Die Treffen des Projektes, für das ich da war, sind eigentlich immer sehr konstruktiv und produktiv. Diesmal wurde es mir aber schwer gemacht. Ein Professor gerät in Panik, die Panik greift um sich und befällt andere Leute. Das Mobiltelefon steht kaum still, dabei leite ich eigentlich die Sitzung. Oft wird angenommen, dass ich exklusiv für eine Person arbeite, dabei habe ich auch anderes zu tun.

Diesmal zum Beispiel das Organiseren einer Kuriersendung nach Hamburg mit Unterschriften der Chefin. Nicht nötig eigentlich, denn sie hatte Bescheid gegeben, dass sie für so etwas letztes Wochenende ins Büro gekommen wäre. Und dann blieb es an mir hängen. Ich also recherchiert, wie man das macht, 3-4 Stunden vorm Abflug. DHL in der Victoria Station schien eine gute Wahl, weil es mehr oder weniger auf dem Weg lag. Irrtum, offensichtlich gibt es feine Unterschiede zwischen DHLs, die in Victoria sagten mir, der Umschlag brauche bis zu einer Woche.

Das Hiltonhotel in Gatwick machte das allerhöchstens für Gäste, wenn überhaupt, und die Flughafeninformation zeigte auf den roten Briefkasten der Royal Mail, keine große Hilfe, wenn etwas am nächsten Tag in Hamburg sein soll. Viel gelaufen bin ich allerdings, mit dem Telefon am Ohr und Konferenzschaltungen mit nervösen Professoren. Das mit dem Kurier hat nicht geklappt.

Endlich in Valencia gelandet, kennt der Taxifahrer das Hotel nicht, ich weise ihm die generelle Richtung, suche verzweifelt im Rucksack und auf dem Laptop nach der Adresse, finde natürlich nichts, lege ihm nahe, einen Kollegen zu fragen, aber er hatte irgendwann doch eine Eingebung und stand plötzlich vollkommen überraschend vor dem Hotel. Das nach sehr schwerer Kommunikation, ich mit wenig Spanisch und er vollkommen unbeleckt von Fremdsprachenkenntnissen.

Das Hotel ist übrigens sehr angenehm und nach einem Torres 10 (Achtung, Link nur für über 18 jährige ;)) war ich dann schon fast wieder entspannt.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitszimmer veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.