Hommage

Außer der Liebe nichts

Flüchtig gelagert in dieses mein Gartengeviert,
wo mir der Abend noch nicht aus dem Auge will,
schön ist’s,
hier noch sagen zu können: schön,
wie sich der Himmel verzieht und die Liebe zu Kopf steigt,
all nach soviel Unsinn und Irrfahrt
an ein seßhaftes Herz zu schlagen, du spürst
einen Messerstich tief in der ledernen Brust
DIE FREUDE.

Wo nun dieser mein Witz das Land nicht verändert,
mein Mund auf der Stelle spricht,
– hebt sich die Hand und senkt sich für garnichts das Lid –
doch solang ich noch atmund-rauchund-besteh,
solang mich mein Kummer noch rührt
und mein Glück mich noch angeht,
will ich
was uns die Aura am Glimmen hält,
mit langer Zunge loben!

Unnütz in Anmut: Dich,
wo die Nacht schon ihr Tuch wirft
über dein ungebildetes Fleisch, es kehren
alle Dinge sich ihre endliche Seite zu,
und aus ergiebigem Dunkel rinnt
finstere Fröhlichkeit…
Ich aber nenne diesseits und jenseits der Stirn
außer der Liebe nichts, was mich hält und mir beikommt.

———
Aus: Gesammelte Gedichte
Rowohlt , Reinbek 1976
Audio
Quelle: Lyrikline
———

Häufig bin ich am seinem Haus in Hamburg-Neumühlen vorbeispaziert. am Sonntag ist er an Krebs gestorben im Alter von 78. Good-Bye Peter Rühmkorf.

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