Ungleichverteilung

Es ist immer traurig zu hören, wie Hanna mit ihrer Mutter spricht oder sie, höchst selten allerdings, mal zu einem Besuch zu begleiten. Ihre Mutter ist 85 und schwer an Altersdemenz erkrankt, so weit dass sie manchmal ihre Tochter nicht erkennt, oder innerhalb weniger Minuten fünf- oder sechsmal die gleichen Sachen erzählt, ähnlich wie eine alte Schellackplatte mit einem Sprung.

Und heute sitze ich da einem Professor gegenüber, der 1989 emeritiert wurde, also das gleiche Alter haben müsste wie Hannas Mutter, und bespreche mit diesem dann sein neues Forschungsprojekt, das, wenn bewilligt, erst in fünf Jahren beendet sein wird. Und ich traue ihm durchaus zu, das durchzuhalten.

Da liegen Welten zwischen zwei gleichaltrigen Menschen und man kann nur hoffen, dass der Versuch, geistig rege zu bleiben, den Verfall aufhalten kann.

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