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Beiträge vom » Januar, 2009 «

Pictures of Lily

Samstag, 31. Januar 2009 | Autor: Axel

Als ich um 18 Uhr die S-Bahn betrete am Hauptbahnhof, war sie wie üblich zwar nicht überfüllt, aber doch recht voll. Deswegen wunderte ich mich, dass noch einige Klappsitze frei waren. Ich schnappe mir einen, mit dem üblichen Leersitz zu meinen Nachbarn rechter Hand.

Zwei Männer zwischen 40 und 50, und es wird mir schnell klar, warum da Sitze frei waren: sie stinken wie ein umgefallener Spirituosenlaster, auch wenn die Kleidung doch eher bürgerlich und sauber wirkt. Sie unterhalten sich lautstark, mit einem süddeutschen Akzent, der durch den Alkohol noch verstärkt wird.

“Ich hau mich gleich ins Bett”, meint der eine. Der andere erwidert: “Ich nicht, ich fahr noch nach Neukölln.” – Was willst Du denn in Neukölln?” – “ich will die Alte noch mitnehmen.” – “Kannst Du gar nicht, Du hast nicht genug Geld.” – Doch, hab ich!”- “Glaub ich nicht, lass mal sehen.” Er greift seinem Kumpel an die Brusttasche. “Siehste, sag ich doch, das sind nur 20 Euro.” – “Dann muss ich zum Geldautomaten.” – “Weisst Du denn, wo einer ist?” – “Die Lily weiß das bestimmt.” – “Du bekommst bestimmt kein Geld aus dem Automaten. Dann nehme ich halt die Lily mit.” – “Kommt nicht in Frage, vielleicht will die Lily ja noch eine Freundin mitnehmen.” – “Nein, ich will nur Lily.” – “Warum eigentlich?” – “Na die Lily hält still und macht alles mit.” – “Weißt Du was? Dann f*** ich halt erst die Lily und dann Du, da kann sie sich dann 100 Euro verdienen. Und dann bleibt sie auch bestimmt bis morgens.” – “Du, Alexanderplatz, wir müssen hier raus!” – “Weißt Du jetzt, wo ein Geldautomat ist?” – “Na gleich hier, da ist doch die Sparkasse.” – “Dann mal los!”

Ich weiß nicht, ob ich Lily bedauern soll oder nicht. Ich denke mir, für sie ist das leicht verdientes Geld, denn bei dem Alkoholpegel dürften die sexuellen Fähigkeiten der beiden stark eingeschränkt sein. Täusch ich mich oder haben alle Passagiere tatsächlich ein feines Grinsen im Gesicht?

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Premieren

Mittwoch, 28. Januar 2009 | Autor: Axel

Es gibt da jemanden, der beschreibt seine erste richtige Wohnung und seine erste Katze.

Thema: Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Marlène

Mittwoch, 28. Januar 2009 | Autor: Axel

Es gibt so einen bestimmten Typ von Frauen. Sie sind irgendwie alterslos, hager, ob mit 20, mit 40, mit 60 oder sicher auch mit 80. Ihr Alter ist schwer zu schätzen, sie sehen gleich aus, ob mit 20, 40, 60 oder 80. Ich finde, man findet diesen Typ am ehesten bei den Französinnen.

Marlène ist Französin, sicher keine 20, ob aber viel oder wenig unter oder über 40, das ist sehr schwer einzuschätzen. Marlène ist nicht die, von der das Lied erzählt , in dem eine von beiden gehen muss, oder ist sie es vielleicht doch?

Marlène hält sich so über Wasser, sie gibt Französischkurse in einer Stadtteilinitiative. Die Initiative stellt die Räume und kassiert sicher auch einen signifikanten Betrag der Kursgebühr, aber um die Teilnehmer muss sich Marlène eher selber kümmern. Sie weist deswegen auch heftig darauf hin, dass ihre Kurse vor Beginn zu zahlen seien.

Als Sprachlehrerin ist Marlène wohl Autodidakt, ihre Ambitionen liegen eher woanders. Wo? Sie verrät es nicht, hält sie die Liebe in Hamburg? Mangelnde Alternativen? Sie hat sich mit ihrem Kurs eingerichtet. Ihr fester Pfosten ist das Lehrbuch, Les Facettes, vielleicht eine Empfehlung von einer Mitfranzösin, oder als sicherer Halt geeignet nach einer kurzen Recherche.

Ihre Stunden laufen immer ab nach dem gleichen Muster, 60 Minuten bei drei, 90 Minuten bei mehr Teilnehmern. “Wie war das Wochenende (die Zeit seit der letzten Stunde)”? Nach einer längeren Diskussion he´´geht es dann strikt nach Lehrbuch, einschließlich des Abspielens der Audiolektionen, die dem Buch auf CD beiliegen.

Irgendwie merkt man ihr an, dass die Kurse ein notwendiges Übel sind. Marlène ist links wie viele Franzosen, sie liest die Libération, das Hausblatt der französischen Linken, am liebsten hätte sie politische Diskussionen. Marlène freut sich ganz offensichtlich über die Generalstreiks gegen Sarkozy.

Pünktlich hört sie auf, entschuldigt sich, es sind ja nur 60 Minuten bei drei Teilnehmern. Bis zum nächsten Mal.

Nächstes Mal frage ich sie dann aber wirklich, was sie nach Hamburg verschlagen hat und dort hält!

Thema: Arbeitszimmer | Beitrag kommentieren

Gryphiusstrasse

Sonntag, 25. Januar 2009 | Autor: Axel

Gryphiusstraße in Wintersonne

Die “untere” Gryphiusstraße im Wintersonnenlicht, rechts die Helenenhöfe, links ganz hinten hinter Brandmauer muss man sich unser Wohnung vorstellen.

Thema: Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Gespräche

Freitag, 23. Januar 2009 | Autor: Axel

Manchmal unterhalte ich mich abends mit Hanna über Alltägliches, was soll man kochen, was muss besorgt werden, was dieser oder jener macht. Um uns herum die Katzen friedlich schlafend. Irgendwann sage ich dann etwas und bekomme keine Antwort, noch einmal etwas lauter, keine Reaktion.

Und dann mache ich die Augen auf und merke, da ist keine Hanna, keine Katze. Ich bin in Hamburg, sie in Berlin.

Thema: Arbeitszimmer | Beitrag kommentieren

Über die Sinnlichkeit vom normalen Bloglesen

Dienstag, 20. Januar 2009 | Autor: Axel

RSS IconVor ein paar Monaten habe ich entdeckt, dass man Blogs auch über RSS lesen kann. Die Vorteile schienen klar: man kann die Feeds abonnieren, wird benachrichtigt, wenn irgendwo etwas Neues erschienen ist und konnte das dann direkt im Feedleser anschauen. Toll dachte ich, dann braucht man sich nicht durch die Blogroll zu klicken, ein Programm, RSS Bandit zum Beispiel auf dem PC oder Newswire auf dem Mac, schaut automatisch nach, ob es neue Beiträge gibt. Ist auch irgendwie schick und eliminiert die vergeblichen Besuche auf irgendwelchen Blogs.

Und trotzdem: seitdem habe ich den Spaß an Blogs irgendwie verloren. Klar ich kann die Artikel lesen, wenn die Blogbetreiber ihren Feed nicht kürzen. Aber das “Feeling” für das Blog, auch durch das Layout mitbestimmt, geht irgendwie verloren. Die meisten Blogs lassen einen Kommentar aus dem Feed nicht zu, also kommentiere ich weniger, denn warum sollte ich noch einmal extra auf das Blog gehen, ich habe den Artikel doch schon gelesen. Bei gekürzten Feeds schenke ich mir häufig, den Artikel an der Quelle zu lesen, und trotzdem fehlt mir etwas. Es ist wie mit Computer und Papier. manchmal sehnt man sich nach den altmodischen Methoden, Blogs zu “ersurfen”.

Ich konnte Don Alphonsos Bemerkung zum RSS-Feed, den er anbietet, eigentlich nicht so richtig verstehen:

Für Kleinschwä…, strukturelle Analphabeten, Web2.0-Spinner, dreckige Issue Controlschweine und andere Nasenbären gibt es hier auch einen RSS-Feed. Wer damit nichts anzufangen weiss – prima.

Mittlerweile kann ich davon einiges nachvollziehen und habe beschlossen, den Feed nur noch als Indikator von neuen Beiträgen zu benutzen, die Artikel aber doch auf der Originalsite zu lesen.

Thema: Hobbyraum | Beitrag kommentieren

Über die Sinnlichkeit von Schreibwaren

Dienstag, 20. Januar 2009 | Autor: Axel

SchreibwarenEigentlich bin ich schon ein Computermensch. Vor Jahren war ich fasziniert von der Möglichkeit des “papierlosen Büros”, man tauscht halt alle Dokumente elektronisch aus und schaut sie sich auf dem Bildschirm an. Gerade mit der immer weiter fortschreitenden Verbreitung von Laptops oder seit neuestem auch Netbooks sollte das eigentlich kein Problem sein, man trägt halt alle wichtigen Informationen elektronisch mit sich herum. Zum Beispiel Kalender.

Ich benutze im Prinzip vier elektronische Geräte für den Kalender: meinen Bürolaptop (Windows), meinen iMac (Berlin), mein viereinhalb Jahre altes Powerbook (Hamburg) und mein Mobiltelefon (Sony Ericsson W910i). Das Mobiltelefon ist dabei so etwas wie eine Schaltstation: beide Macs werden über mobileMe miteinander synchronisiert, beide können mit dem Telefon und das Telefon kann mit unserer Firmensoftware Lotus Notes synchronisiert werden. Eigentlich also alles bestens.

Aber: mein Firmennotebook zeigt die ersten Zeichen von Altersschwäche, auf Reisen beide Notebooks mitzunehmen, ist mir zu heftig oder zu schwer. Das Synchronisieren passiert nicht von allein, wenn ich auf Reisen bin, habe ich keinen Zugang zum Lotus Notes Server, die Wahrscheinlichkeit dass der Kalender auf dem Telefon oder die Offlineversion von Lotus veraltet sind, ist nicht klein. Alle Probleme sind, ja, mit ein wenig Disziplin lösbar.

Wenn das dann mit mit einem allgemein Gefühl zusammen kommt, dass ich wieder kreativ sein möchte, dann kommt meine Disziplinlosigkeit zum Zuge und ich fange an, mich bei nichtelektronischen Hilfsmitteln umzuschauen. Denn schon immer faszinieren mich Schreibwaren und Papiere. Ich hatte meine Phase mit chinesischen Billigkladden, eine Filofaxphase, Faibles für verschiedene Schreibwaren. Meistens kamen die “Offlinephasen”, wenn ich ein gesteigertes Bedürfnis hatte, kreativ werden zu wollen. Vielleicht bieten Papier und entsprechendes Schreibgerät die notwendige sinnlich-taktile Erfahrung, um in die Stimmung zu kommen.

Eigentlich dachte ich immer, ich sei allein mit dem Faible für Schreibwaren. Bis ich mehrfach Hanna beobachtet habe, wie sie in der Metro an der Abteilung für Büro- und Schreibwaren vorbei schlich und sich Ordner, Schreibgeräte, Papier und anderes an sah, sie war eindeutig der gleichen Leidenschaft verfallen. Einmal kaufte sie Ordner, das nächste Mal ein Schreibgerät, von dem sie am Liebsten die Zwölferpackung gekauft hätte, dann wieder schaute sie sich um und suchte Argumente, warum sie dies oder jenes kaufen müsse.

Ich war jetzt auch wieder in dieser Papierphase und habe mir einen kleinen Kalender, ein kleines und ein großes Notizbuch gekauft. Und während ich zum Beispiel bei Kleidung total markenresistent bin, habe ich mir bei Kalender und Notizbuch natürlich das schon seit einiger Zeit modisches und angesagtes Zeug gekauft. Und auch passendes Schreibgerät.

Jetzt muss nur noch der kreative Funke kommen!

Thema: Hobbyraum | Beitrag kommentieren

Facebook

Montag, 19. Januar 2009 | Autor: Hanna

Über meinen Neffen Eike habe ich mich wieder bei skype und bei facebook eingetragen. Und siehe da, als erster hat sich Daniel Kinderman gemeldet. Also so schnell bekommt man wieder Kontakt mit Freunden, die einfach eine andere Plattform als wir benutzen. besonders schön ist aber, dass meine Neffen, also Eike und Jürn jetzt mit mir telefonieren und ich sie dabei sehen kann. Das macht alles viel angenehmer. Ach ja und es ist geplant im März Jürn in Wien zu besuchen. Doch jetzt muß ich losmachen. Das Wochenend Chaos beseitigen, die dunklen Depri-Wolken haben sich etwas verdünnt und den Tatendrang will ich ausnutzen.

Thema: Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Schnippsel

Donnerstag, 15. Januar 2009 | Autor: Axel

Robert Basic hat sein Blog Basicthinking (auch bei mir in der Blogroll) auf Ebay versteigert und knapp 47.000 € erlöst, alles unter größter Beachtung der Medien von Spiegel bis ZDF. Er will woanders weiter bloggen, aber eine Betrachtung finde ich interessant: Es gibt eine Webseite, die vorgibt auszurechnen, wieviel ein Blog Wert ist. Für Basicthinking errechnet sie einen Wert von ca. 755.000 $ oder 580.000 €. Also hat die Auktion nur ca. 8 % des errechneten Wertes ergeben. Nun ja, wenn ich das Verhältnis umrechne, würde ich für unser Blog etwa 140 € bekommen. Nö, dann schreibe ich lieber weiter ;)

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Meine Kollegen haben gestern über Wohnungskauf in Hamburg diskutiert und ein Beispiel einer nicht ausgebauten Dachwohnung genannt, die ohne Bad und Küche und mit herabhängenden Rigipsplatten bei offensichtlich zu hoch angesetzten 70 qm 150.000 € kosten sollte. Da würde ich dann doch versuchen, etwas mehr zusammen zu kratzen und etwas Vernünftiges in Berlin kaufen, zum Beispiel in der Umgebung der Warschauer Straße, in einem der aktuellen Projekte. Mein Favorit ist zweieinhalb mal so teuer, aber auch zweieinhalb mal so groß wie die Hamburger Wohnung, dafür aber voll neu ausgebaut. Dieser Favorit hat nur zwei Nachteile: a) kann ich ihn nicht bezahlen und b) ist er schon verkauft.

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Seit ich dieses Blog unter Wordpress laufen lasse, sind fast 1.000 echte Kommentare eingelaufen, allerdings in der gleichen Zeit fast 11.000 Spamkommentare. Schon erschreckend, aber dank SpamKarma kein Problem!

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Geteiltes Leid ist doppeltes Leid und geteilte Freude ist halbe Freude oder wie war das? Norbert, der Wirt bei Kloß und Spinne, hat dazu sein eigenes Theorem entwickelt, ich müsste das als Mathematiker mal detailliert verifizieren.

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Was so an Suchanfragen auf unserem Blog aufschlägt, das ist schon sehr interessant. Allerdings kann Modeste sowas viel besser beschreiben, deswegen weise ich auf ihre Lebensberatung hin.

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Es entspricht allen meinen Vorurteilen, wenn an der Tankstelle meines Vertrauens (nicht für Benzin, sondern als am leichtesten erreichbare Quelle für meine Zigarettenmarke), wenn also in dieser Tankstelle ein an seiner orangenen Kleidung als zur privilegierten Kaste der Müllkutscher und Straßenfeger zugehöriger Mann plötzlich ausruft: “Also, diesen Türken da kannst du in die Tonne klopfen!” Grinsen muss ich allerdings innerlich, wenn dieser Ausruf in einer Tankstelle statt findet, die einer nicht minder unbeliebten Volksgruppe zuzuordnen ist, nämlich den Polen. Star ist eine Tankstellenkette, die hauptsächlich in Norddeutschland zu finden ist und die der polnischen ORLEN-Gruppe gehört.

Thema: Hobbyraum | Ein Kommentar

Philosophie von Spam

Donnerstag, 15. Januar 2009 | Autor: Axel

Diesen Satz aus einer erhaltenen Spam-Mail sollte man sich ganz langsam einmal vorlesen und dann fragen: Was will uns der Dichter damit sagen?

Ich glaube, Sie können gehen, um zu sehen, wenn sie etwas können.

Thema: Rumpelkammer | Beitrag kommentieren

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