Über die Sinnlichkeit von Schreibwaren

SchreibwarenEigentlich bin ich schon ein Computermensch. Vor Jahren war ich fasziniert von der Möglichkeit des „papierlosen Büros“, man tauscht halt alle Dokumente elektronisch aus und schaut sie sich auf dem Bildschirm an. Gerade mit der immer weiter fortschreitenden Verbreitung von Laptops oder seit neuestem auch Netbooks sollte das eigentlich kein Problem sein, man trägt halt alle wichtigen Informationen elektronisch mit sich herum. Zum Beispiel Kalender.

Ich benutze im Prinzip vier elektronische Geräte für den Kalender: meinen Bürolaptop (Windows), meinen iMac (Berlin), mein viereinhalb Jahre altes Powerbook (Hamburg) und mein Mobiltelefon (Sony Ericsson W910i). Das Mobiltelefon ist dabei so etwas wie eine Schaltstation: beide Macs werden über mobileMe miteinander synchronisiert, beide können mit dem Telefon und das Telefon kann mit unserer Firmensoftware Lotus Notes synchronisiert werden. Eigentlich also alles bestens.

Aber: mein Firmennotebook zeigt die ersten Zeichen von Altersschwäche, auf Reisen beide Notebooks mitzunehmen, ist mir zu heftig oder zu schwer. Das Synchronisieren passiert nicht von allein, wenn ich auf Reisen bin, habe ich keinen Zugang zum Lotus Notes Server, die Wahrscheinlichkeit dass der Kalender auf dem Telefon oder die Offlineversion von Lotus veraltet sind, ist nicht klein. Alle Probleme sind, ja, mit ein wenig Disziplin lösbar.

Wenn das dann mit mit einem allgemein Gefühl zusammen kommt, dass ich wieder kreativ sein möchte, dann kommt meine Disziplinlosigkeit zum Zuge und ich fange an, mich bei nichtelektronischen Hilfsmitteln umzuschauen. Denn schon immer faszinieren mich Schreibwaren und Papiere. Ich hatte meine Phase mit chinesischen Billigkladden, eine Filofaxphase, Faibles für verschiedene Schreibwaren. Meistens kamen die „Offlinephasen“, wenn ich ein gesteigertes Bedürfnis hatte, kreativ werden zu wollen. Vielleicht bieten Papier und entsprechendes Schreibgerät die notwendige sinnlich-taktile Erfahrung, um in die Stimmung zu kommen.

Eigentlich dachte ich immer, ich sei allein mit dem Faible für Schreibwaren. Bis ich mehrfach Hanna beobachtet habe, wie sie in der Metro an der Abteilung für Büro- und Schreibwaren vorbei schlich und sich Ordner, Schreibgeräte, Papier und anderes an sah, sie war eindeutig der gleichen Leidenschaft verfallen. Einmal kaufte sie Ordner, das nächste Mal ein Schreibgerät, von dem sie am Liebsten die Zwölferpackung gekauft hätte, dann wieder schaute sie sich um und suchte Argumente, warum sie dies oder jenes kaufen müsse.

Ich war jetzt auch wieder in dieser Papierphase und habe mir einen kleinen Kalender, ein kleines und ein großes Notizbuch gekauft. Und während ich zum Beispiel bei Kleidung total markenresistent bin, habe ich mir bei Kalender und Notizbuch natürlich das schon seit einiger Zeit modisches und angesagtes Zeug gekauft. Und auch passendes Schreibgerät.

Jetzt muss nur noch der kreative Funke kommen!

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