22.000

Heute morgen konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Zwei junge Bahnmitarbeiter mühten sich, einen Trolley, wie man sie in Flugzeugen benutzt, durch die Gänge des ICEs von Leipzig über Berlin nach Hamburg zu schieben. Ich hatte schon darauf gewartet, wie die Bahn das ganze organisieren würde, denn es war ein Trostpflaster angekündigt.

Seit heute morgen klaut mir die Bahn nämlich fast 4 Stunden meines Wochenendes mit Hanna. Ok, vielleicht ist es nicht die Bahn, sondern irgendeine Baufirma, wahrscheinlich pleite mittlerweile, die der Bahn 22.000 Bahnschwellen untergejubelt hatte, die aus minderwertigem, bröckelnden Beton gefertigt waren. Die Bahn hätte allerdings vielleicht eine bessere Qualitätskontrolle benötigt.

Also ist für die nächsten dreieinhalb Monate ein Umweg angesagt, der die Fahrzeit zwischen Hamburg und Berlin und umgekehrt um ca. 40 Minuten verlängert. Mit einem Trostpflaster stolperten also die Bahnmitarbeiter durch die Gänge, heute waren es die Welt Kompakt, ein Donut und wahlweise Orangensaft oder Wasser. Es hilft ja nichts, obwohl ich einige Befürchtungen habe für die nächsten Monate. Die Umleitungsstrecke zwischen Stendal und Uelzen ist nämlich eingleisig mit wenigen Ausweichstellen, da sind Verspätungen einfach vorprogrammiert.

Da 10.000 Leute auf dieser Strecke pendeln, war das auch ein Thema für die Presse, auch ich habe ein Emailinterview gegeben. Hat der Journalist auch korrekt wiedergegeben, nur hat er meinen Hauptwohnort nach Hamburg und die Firma nach Berlin verlegt.

Eine Sache hat er allerdings nicht zitiert: Es ist blöd, auf beiden Wegen durch Hamburg-Harburg durchzufahren, hielte der Zug, würde ich wieder eine gute Stunde gewinnen.

Nachtrag: Die Geschichte mit Harburg ist doch im Artikel zu finden (danke, Michel) und außerdem dreht es sich nicht um 22.000 Schwellen sondern um 250.000.

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4 Kommentare zu 22.000

  1. sven sagt:

    Schön, dass das mit dem Interview noch geklappt hat.

  2. Ursel sagt:

    Und irgendeinen Vorteil müssen Autos doch haben.

  3. mariechen sagt:

    Donut’s ? Axel, bei mir waren es 8 Stunden später Käse-Schinken-Stangen mit der Konsistenz poröser Squashbälle. Die Qualität des Benefit’s entsprach der ihrer Ursache. Unternehmensziel Marke „Mehdorn“, Top-Qualität zu horrenden Preisen.

  4. Axel sagt:

    @sven: ja, der Journalist hat prompt reagiert.

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