Beamtenleben an der Universität

Beamter bin ich nicht, aber viele haben sicher das Vorurteil, dass an den Universit�ten ein bequemes Leben m�glich ist. Mag sein, meine Erfahrung ist anders.

Professor V. ist mittlerweile emeritiert, das hei�t im Ruhestand. Das kann sch�n schwer sein, wenn da nichts mehr ist, also k�mmert V. sich um M�glichkeiten, doch noch ein paar Projekte zu machen. Geeignetes Programm ist etwas, das sich TEMPUS nennt. In diesem Programm finanziert die EU Projekte, in denen europ�ische Universit�ten anderen aus den Partnerl�ndern dabei helfen, ihre Ausbildung, universit�r und au�eruniversit�r, zu verbessern. V. hat Verbindungen zu einem arabischen Land am Mittelmeer und treibt die Idee voran, in diesem Land eine Ausbildung einzuf�hren, in der es um die Ausbildung von Computerf�higkeiten zur Kontrolle und �berwachung von Versorgungsnetzen geht, Versorgung mit Gas, Wasser oder Elektrizit�t. Soweit so gut, die Idee ist gar nicht schlecht.

V. wollte unsere Firma einbinden in das Projekt, im wesentlichen sicher, um besser Rechnungen stellen zu k�nnen, aber auch um mich f�r Unterst�tzung im Projekt zu gewinnen. Leider sind die F�rderbedingungen nicht attraktiv genug, um meine Firma dazu zu bringen, als Partner in das Projekt einzusteigen. Trotzdem, das Projekt wird vorangetrieben, L. soll den Antrag schreiben, ich soll beraten. Am letzten Dienstag �bergibt mir L. den Antrag und die Unterlagen, da er im Rahmen eines anderen Projektes nach Turkmenistan musste, um dort Kurse zu geben.

Die Unterlagen waren in keinem guten Zustand, ich hatte eine Woche Zeit, um die formale Pr�sentation des Budgets zu erarbeiten, nein, mehr noch, mir das Budget auszudenken. Gestern Abend hatte ich eine Version fertig, nach Arbeit am Wochenende, fr�h aufstehen und bis 22 Uhr im B�ro.

Heute Morgen ging es vor acht Uhr weiter, V. kam um acht, Schritt f�r Schritt gingen wir durch das Budget und arbeiteten an der Konsistenz. V. ging und ich arbeitete alle �nderungen ein. Um halb zw�lf war V. wieder da zur Endkontrolle und es kamen die kleinen W�nsche, hier noch ein paar Reisekosten hinzuf�gen, dort ein paar Worte �ndern oder einf�gen.

Finanzielle �nderungen sind aufw�ndig, die �nderung einer Position hat zur Folge, dass 4 oder 5 andere Aufstellungen ge�ndert und neu berechnet werden m�ssen, deshalb weigerte ich mich, irgendwelche finanziellen �nderungen vorzunehmen. Um halb eins ging der Antrag schlie�lich per Email an die Kommission, immerhin dreieinhalb Stunden vor Einsendeschluss. Nach kurzer Mittagspause ging es dann gleich in ein Gespr�ch zum n�chsten Projekt, zum Gl�ck mit einer Abgabe erst Ende Juni.

Warum ich das gemacht habe? Nun ja, V. hatte etwas gut bei mir, durch ihn bin ich an die TU gekommen, habe meine jetzige Firma kennengelernt und auch Pixelpark, durch die ich wiederum nach Berlin gekommen bin und meine geliebte Hanna kennen gelernt habe. Und dadurch habe ich auch nach dem Niedergang von Pixelpark meine Kettenjobs in Hamburg bekommen.

Allerdings denke ich, dass ich mit V. jetzt quitt bin, vielleicht auch ein gutes Essen verdient h�tte. Unter Beamtenleben stelle ich mir auf jeden etwas Anderes vor. ABer ich bin ja kein Beamter.

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Ein Kommentar zu Beamtenleben an der Universität

  1. mariechen sagt:

    Axel, das wäre auch in mancherlei Hinsicht (auch oder gerade, für Dich) entsetzlich.
    Beamter !

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