Fussball und Homophobie

Homophobie ist ein Thema, das selbst in unserer ach so aufgeklärten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts immer noch ein Thema ist. Über dieses Thema im Reggae habe ich schon vor fast 2 Jahren berichtet.

In einem anderen Gebiet ist es fast schon krasser: dem Fussball.

Seit ca. dem Alter von 8 Jahren bin ich fussballbegeistert. Damals hat mich mein Vater ins Hamburger Volksparkstadion mitgenommen, in Vorbundesligazeiten, zu einem Spiel um die deutsche Meisterschaft, das damals der HSV mit 3:1 gegen den FC Saarbrücken gewonnen hatte. In der Folgezeit bin ich ab und an ins Stadion gekommen, meist mit dem Bundeswehrmusikkorps 6, in dem mein Vater spielte und das häufig, wie es damals noch üblich war, für die Pausenmusik sorgte. Besonders in meiner Erinnerung ist ein Spiel gegen Benfica Lissabon, das der HSV wohl mit 5:2 gewann. Das war im Jahr der Flut, wahrscheinlich zum 75, Jubiläum des Clubs.

Aber ich schweife ab. Das Wort „fussballbegeistert“ habe ich bewusst gewählt, da ich kein eigentlicher Fan bin, der möglichst viele Spiele seiner Mannschaft im Stadion erleben möchte, ich gehe zu besonderen Gelegenheiten, so habe ich das Abschiedsspiel für Uwe Seeler live erlebt.

In der Zeit vor 10-15 Jahren änderte sich das ein wenig, da meine damalige Freundin in Hamburg bei einem großen Sportvermarkter arbeitete. Ich kam häufiger in den Genuss von Stadionkarten und auch über Fussball wurde das eine oder andere Mal diskutiert. Ein Thema, dass mir schon damals komisch vor kam und dass ich häufiger ansprach, war die Tatsache, dass keine schwulen Profifussballer bekannt waren, obwohl es schon rein statistisch in den damals 2 Profiligen ca. 10 % gegeben haben müsste, meiner groben Schätzung zufolge müssten es bei einer durchschnittlichen Kadergröße von 25 Profis mindestens 90-100 Spieler sein. Keiner ist bekannt.

Sicher nichts Besonderes, denn auch wenn es in Politiker und Künstlerkreisen manchmal schon fast ein Vorteil ist, sich als schwul zu outen, kenne ich zum Beispiel auch keinen Vorstand eines DAX-Unternehmens, der sich als zum Schwulsein bekannt hätte. Also eine Besonderheit von Gruppierungen, die letztlich noch Männergesellschaften sind.

Marie KarstenJetzt ist das Thema für mich wieder ins Blickfeld gerückt, denn ich habe über alte Quellen erfahren, dass ein großes deutsches Magazin zu diesem Thema am Donnerstag ein großes Feature veröffentlichen will, nämlich der STERN. Ich war überrascht, denn an diesem Artikel hat Mariechen mitgewirkt, die dem Fussball natürlich nahe steht als Ex-Schiedsrichter(in).

Themen des Features sind ein erschütterndes Interview mit einem schwulen Spieler, die Positionierung zweier Frauen, die coachen und betreuen (ich vermute ganz stark, dass eine der Beiden Mariechen sein wird). Es wird über Morddrohungen gegen einen schwulen Fanaktivisten berichtet. Der Verantwortliche für Homosexualität beim DFB ist der Sicherheitsbeauftragte, was natürlich die Frage aufwirft, wer da vor was geschützt werden soll.

Mehr zum Thema Fussball und Homosexualität findet sich hier bei Mariechen.

Ich werde das Thema verfolgen und hier aktualisieren, wenn ich neues Material finde.

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Ein Kommentar zu Fussball und Homophobie

  1. Hotte sagt:

    Eine tolle und informative Seite habt ihr. Gefällt mir sehr gut. Weiter so!

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