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Middlesex

Dienstag, 14. April 2009 | Autor:

Vor ein paar Jahren habe ich mit großer Faszination den Roman Middlesex von Jeffrey Eugenides verschlungen, der sicher mit Recht den amerikanischen Pulitzerpreis gewonnen hatte. Es ist ein sehr amerikanischer Roman über die Integration in eine multikulturelle Gesellschaft und auch über das Recht auf individuelle Freiheit. Das Buch hat seine klischeehaften Passagen, wenn die Verfolgung der Griechen in der Türkei geschildert wird oder auch in gewissen Teilen der Beschreibung der amerikanischen Gesellschaft.

Was mich hier allerdings interessiert ist eigentlich ein Nebenaspekt des Romans, der allerdings für den Titel verantwortlich ist. Die Hauptperson ist Calliope, ein (pseudo-)Hermaphrodit, also ein Zwitter, wie man normalerweise sagt. Calliope wird als Frau angenommen, obwohl auch männliche Zeichen vorhanden waren. Als sie im Alter von 13 oder 14 Jahren operativ endgültig zur Frau gemacht werden sollte, bekommt sie ein Gespräch mit, in dem zu Verstehen gegeben wird, dass ihre Gene eigentlich männlich seien. Sie flieht daraufhin vor der Operation, nennt sich fortan Cal und lebt als Mann.

Und dann wurde ich Anfang Februar wieder an das Buch erinnert. Denn da wurde Mariechen in unser Leben geschleudert. Ich hatte mich damals schon gewundert, denn die Situation war ganz ungewöhnlich: Freunde von uns wollten Hanna an einem Dienstag mit Marie bekannt machen, ein Tag an dem ich nicht in Berlin war, was sicher auch bekannt war. Hanna hatte also ein Essen vorbereitet für vier und das Freundespaar tauchte auf mit Marie. Was der Grund für diese Zusammenführung war, das ist mir immer noch ein Rätsel, denn so eine gezielte Einführung war vorher noch nie angesagt. Aber wenn man ein wenig über Marie erfährt, ist es durchaus denkbar, dass es darum ging, unser manchmal kleinbürgerliches Glück ein wenig aufzubrechen, vielleicht ging es auch darum, zwei extrovertierte Frauen, zwei Diven, aufeinander los zu lassen und zu sehen, was passiert.

Es passierte das Gegenteil, Hanna fand viele Gemeinsamkeiten, alte SPD-Sozialisation und ähnliches. DIe beiden, die aufeinander vielleicht losgelassen werden sollten, haben sich plötzlich verbündet. Und da Marie dann zu viel getrunken hatte, bot ihr Hanna unser Gästezimmer an und da blieb sie dann, da plötzlich ihre Liebe zu einer unserer Freunde nicht mehr angesagt war. Das führte dann dazu, das auch ich Marie kennen und schätzen lernte, denn das Gästezimmer wurde dann offensichtlich etwas länger gebraucht.

Was hat das denn nun mit Middlesex zu tun?

Mariechen ist, wie ich es sagen würde, ein echter Hermaphrodit, dazu später. Nach ihrer Geburt hat man festgestellt, dass sie Merkmale beider Geschlechter hatte und man hatte entschlossen, ihren weiblichen Teil operativ zuzunähen. Sie wuchs also auf als Rudi und Rudi tat offensichtlich alles dafür, sein Geschlecht zu rechtfertigen. Rudi wurde Macho, machte Karriere, stürzte sich in den Fußball, wurde Schiedsrichter auf höherem Niveau. Rudi heiratete, zeugte eine Tochter, die Ehe scheiterte. Es gibt Fotos von Rudi mit Vollbart, männlich wie ein Mann männlich sein kann.

Und irgendwann entschied Rudi, dass es so nicht weiter gehe und dass sein weibliches Element eigentlich vorherrscht. Und so ließ sich Rudi im Alter von 50 Jahren in Potsdam zur Frau operieren, unter Transidenten (die gemeinhin als Transsexuelle bezeichnet werde) eine MZF, Mann-zu-Frau Operation. Und Marie lebte ihr Frausein aus, sexuell, mental. Wir haben viel davon erlebt, Marie nennt sich “großkotzig, zickig und einfach nur anders”. Wir haben erfahren, dass sie egoistisch, selbstorientiert, boshaft, andere unbewusst ignorierend, einfach pubertierend, wie sie es selbst ausdrückte.

Und Marie vertraute uns an, dass man festgestellt hatte, dass sie eine funktionierende Gebärmutter hat und das sie sich überlegte, da einen Zugang legen zu lassen, denn selbst mit über 50 Jahren war das nach den Hormongaben plötzlich der Uterus eines Teenagers.

Na gut, Mariechen hatte gelogen, der Zugang war längst gelegt. Und jetzt ist sie schwanger mit Klärchen, ihr Diminuitiv für das zukünftige Kind. Das macht sie einzigartig, denn wie viele schwangere Frauen gibt es, die auch ein Kind als Mann gezeugt haben?

Ich jedenfalls wünsche ihr alles Gute für die Schwangerschaft, dass sie die Zeit genießt und alles gut geht. Auch wenn das hohe Gefühl einer natürlichen Geburt nicht möglich ist, ein Kaiserschnitt wir ein Muss sein.

Ich empfehle jedenfalls, die Geschichte von Marie weiter zu verfolgen, das kann man auf dem von mir für sie eingerichteten Blog: Mariechen

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Thema: Gästezimmer | Ein Kommentar

Meine Pflanzen

Montag, 13. April 2009 | Autor:

Terrasse Ostern 2009
Ich bin froh und traurig. Im Laufe der Jahre habe ich zu den einzelnen Pflanzen Beziehungen entwickelt…und im Moment geht es dem Erdbeerbaum schlecht. Er hat trockene Blätter, vielleicht hat er die letzten Frostnächte im Februar doch nicht überstanden. Mal sehn…aber es gibt auch so Positives zu bemerken.

Amaryllis Ostern 2009

Wieder blüht eine Amaryllis, ich nenne sie Sternamaryllis, weil ihre Blütenblätter drei-oder vierfach übereinander sind und sie aussehen wie aus Papier für den Weihnachtsbaum gefaltet. Marie hat uns zum Abschied noch eine Zimmerpflanze geschenkt, die in der Farbe mit dieser Amaryllis total harmoniert, und da die Dipladenie jetzt draußen in der Sonne steht, sind die beiden ein tolles Ensemble.

Schachbrettblume Ostern 2009

Und draußen blüht es auch schon: eine Schachbrettblume, klein aber wunderschön, zwei lila Woodstock Hyazinthen, eine Narzisse, eine Tulpe und eine Traubenhyazinthe sind schon in den vielen Töpfen auf der Dachterrasse. Und der Oleander ist auch schon draußen. Bei einigen Pflanzen habe ich den Eindruck, sie bedanken sich für besondere Wohltaten. So haben wir im Herbst die Clematis Capitain Juillot in einen großen Pflanzkübel gesetzt, im Winter draußen gelassen und ich konnte schon 15 Blütenansätze zählen. Mal sehn , wie es sich entwickelt, aber ich zähle jeden Morgen alle Blüten, oder Pflanzen oder was es immer zu zählen gibt. Es macht sich doch bemerkbar, daß ich mit einem Mathematiker verheiratet bin.

Oleander Ostern 2009

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Thema: Dachterrasse, Wohnzimmer | Ein Kommentar

Leerlauf

Montag, 13. April 2009 | Autor:

Wenn jemand groß ankündigt, mich sprechen zu wollen während meiner Zeit hier in Berlin und sich dann nicht meldet, dann fühle ich mich leicht verarscht.

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Thema: Wohnzimmer | Ein Kommentar

Frohe Ostern

Sonntag, 12. April 2009 | Autor:

Ostereier

Wir wünschen allen unseren Lesern ein schönes Osterfest. Möge es friedlich und sonnig sein.

Bild: che Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5

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Thema: Wohnzimmer | Ein Kommentar

CSS Naked Day

Mittwoch, 8. April 2009 | Autor:

Wer sich wundert, warum dieses Blog in den letzten Tagen so spartanisch wirkte: Das ist war für 48 Stunden so aus Anlass des CSS Naked Day’s. CSS sind die Befehle, die dem Browser sagen, wie eine Seite dargestellt werden soll und ohne sieht das aus wie hier, also sozusagen Anfangszeit des Web.

Mehr Info: Naked ’09

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Thema: Wohnzimmer | Ein Kommentar

Sommersaison

Montag, 6. April 2009 | Autor:

Terrasse aufgebaut

Der Sommer kann jetzt kommen, den unsere Terrasse ist jetzt fast fertig eingerichtet. So viel zu tun war in diesem Jahr nicht, da Hanna die meisten Pflanzen mittlerweile in winterfeste Kübel verbracht hat.

Es waren also im wesentlichen noch 8 Balkonkästen zu versorgen, wozu Hanna sich der tatkräftigen Mithilfe von Al und Berthold versichert hatte. Das wieder gab, als Dankeschön die Gelegenheit, auch die Grillsaison zu zu eröffnen mit richtig dicken Rib Eye Steaks.

Der leere Topf im Bild ist reserviert für den Oleander, der erst nach den Eisheiligen rausgelassen wird. Es gibt ja einige andere, und ich kann die Blume zum Sonntag wieder starten, wenn die erste selbst gezogene Freifluftblüte geschlüpft ist – heißeste Kandidaten sind ein Hyazinthe und eine Osterglocke.

Angrillen auf der Terrasse

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Thema: Dachterrasse, Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Vom Eise befreit

Freitag, 3. April 2009 | Autor:

Nachdem auch der März besonders nass war, steht es fest: der Winter 2008/2009 war nässer und kälter als die langjährigen Durchschnittswerte einem weis machen wollten. Da sehnen sich alle nach Sonne und der frisch begonnene April tut alles dafür, dieser Sehnsucht nachzukommen und sein langjähriges Wetterimage aufzupolieren.

Die Sonne wärmt, es zieht nach draußen und die Straßencafés füllen sich langsam, jedenfalls dort, wo die Sonnenstrahlen zum Wärmen kommen. Und das eine oder andere Paar sagt sich, was ist, das habe ich, und zieht die Maigefühle in den April vor.

Frühling 2009 am Boxhagener Platz

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Thema: Vorgarten | Ein Kommentar

Hochzeitstag

Freitag, 3. April 2009 | Autor:

Ja, diese ganzen Klischees! Mann vergißt den einen, neben dem Geburtstag wichtigsten Tag für die Frau…..nein, nein, nein!!! Ich habe ihn vergessen, gestern, war mit Mariechen schönes Essen und noch schönere Italiener, die auch noch perfekt Mozart-Arien sangen, genießen, und als dann mein Liebster endlich nach knapp 2 Wochen wieder nach Hause kam, mit 5 Rosen, was für ihn wirklich die ganz große Ausnahme ist, sagte er nur: aus gegebenem Anlass. Ja, wir sind jetzt schon 5 Jahre verheiratet! Schöne Grüße an alle Freunde und Trauzeugen, die dabei waren…wir sind immer noch, trotz meiner Unzulänglichkeiten, glücklich!!

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Thema: Wohnzimmer | Ein Kommentar