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Pauline und der Handtaschenraub

Dienstag, 30. Juni 2009 | Autor: Axel

Pauline hatte sich für ein paar Tage in eine Kleinstadt in ihrer alten Heimat zurückgezogen, um in Ruhe zu schreiben, neue Artikel vorzubereiten, vielleicht auch, um ihre Gynäkologin zu besuchen aus Gründen, über die noch zu reden sein wird. Es näherte sich aber der Tag, an dem sie in die Hauptstadt zurück kommen wollte, besonders, weil sie plante, ihre Traumwohnung zu übernehmen.

Am Tag vor der Rückkehr rief sie Monika an, die ihr nicht weiter helfen konnte und sie an Sven verwies. Sie rief bei Sven auf der Arbeit an und erzählte eine unglaubliche Geschichte. Sie hätte sich gerade das Geld besorgt für die Wohnungskaution, das Hotel, in dem sie dort gewohnt hatte, und die Bahnfahrkarte. Auf dem Bahnhof der Kleinstadt traf sie einen alten Bekannten, einen Kriminalkommissar, und während sie mit dem im Gespräch war, hätte ihr jemand die Handtasche entrissen mit dem gesammelten Geld.

Zum Glück wäre ja der Kommissar dabei gewesen, der die Aussage bei der Polizei in vollem Umfang bestätigt hätte, deshalb würde die Versicherung bezahlen, sogar die Bahn hätte eine Entschädigung angekündigt. Aber selbst das wäre nicht so wichtig, in einer Woche käme ihr Freund, Paul das Phantom will ich ihn mal nennen, auch von ihm wird noch die Rede sein, und der hätte Geld und würde das erst einmal bezahlen.

Das Problem war allerdings, dass Pauline ganz dringend das Geld für Hotel und Bahn benötigte. Sven setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um kurz vor Schließung der Sparkassenfiliale ein Blitzüberweisung in die Kleinstadt zu veranlassen, auf ein allgemeines Konto gegen Vorlage der Personalpapiere. Hat letztlich auch gut geklappt.

Zunächst sah auch alles wunderbar aus, Pauline fragte nach der Kontonummer, um das Geld pünktlich zurück überweisen zu können.

Die Überweisung kam aber nicht.

Nach vorsichtiger Rückfrage kündigte Pauline an, gleich am nächsten Tag persönlich zur Sparkasse zu gehen, und sie zeigte Monika auch ein paar Tage später ein von der Sparkasse abgestempeltes Dokument, was die Überweisung nachweisen sollte.

Nur das Geld kam nicht.

Bei der nächsten Nachfrage erklärt Pauline, sie hätte das Verfahren nicht begriffen, sie hätte die Überweisung noch telefonisch freigeben müssen, das hätte sie nachgeholt, das Geld müsse jetzt innerhalb von 2-3 Werktagen da sein.

Es war nicht da.

Pauline war nicht mehr zu erreichen, das Mobiltelefon wurde nicht beantwortet, die Mailbox lief über. Und nachdem sie vorher fast täglich angerufen hatte, war sie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden.

Erst dann wurde Sven klar, dass er auf Pauline reingefallen war, die wie nach einem Handbuch für Betrüger und Heiratsschwindler vorgegangen war:

  1. Erfinde eine plötzlich aufgetretene Notlage.
  2. Erkläre, dass du nicht den gesamten Schaden haben willst, sondern nur einen Teil für die dringendsten Verpflichtungen.
  3. Sorge dafür, dass das ganze unter Zeitdruck passiert, dass nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt.
  4. Versuche alles, dass eine Rückzahlung plausibel erscheint, erfinde glaubwürdige Gründe, warum eine Rückzahlung nicht erfolgt ist.
  5. Breche alle Kontakte ab, wenn der Druck zu zahlen einfach zu groß wird

Wenn ich Sven einen Rat geben sollte, dann würde ich sagen, dass er eventuell Anzeige wegen Betrugs stellen soll, könnte böse sein, da Pauline nach eigener Aussage vorbestraft ist. Mit absolut plausiblen Gründen dafür natürlich.

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Thema: Gästezimmer | 3 Kommentare

Pauline

Montag, 29. Juni 2009 | Autor: Axel

Pauline kam über uns wie ein Meteor, Funken sprühend schoss sie in unser Leben, hinterließ ein faszinierendes Feuerwerk, verglühte schnell, nicht ohne ein paar kräftige Schäden zu hinterlassen. Dabei ist der Verlust an Süssigkeiten, die nicht lange hielten, am ehesten zu verschmerzen, das wird mehr als wett gemacht durch die 100 Euro Ersparnis im Monat, die wir haben, weil Pauline andere Leute verschreckt hat oder, eher, bei uns in Verruf gebracht hat. Die eine oder andere Geschichte will ich dann doch erzählen. In den nächsten Tagen wird es also die eine oder andere Pauline-Geschichte geben.

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Thema: Gästezimmer, Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Terrasse am Wochenende

Sonntag, 28. Juni 2009 | Autor: Axel

Indigoletta

Momentan ist die Terrasse ein Traum, besonders die Rose Indigoletta weiß nicht wohin mit ihren Blüten.

Fuchsie

Die Fuchsie freut mich besonders, denn sie hat uns schon in der Simon-Dach-Straße mit ihrer Blütenpracht erfreut.

Fresien

Wo die Fresien herkommen wissen wir nicht so genau, Hanna meint jedenfalls, sie hätte sie nicht bewusst gesetzt, ich sowieso nicht.

Lilie

Und dann sind da noch Hannas fast schwarze Lilien, auf die sie besonders stolz ist.

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Thema: Dachterrasse | Ein Kommentar

Zweierlei Mass

Freitag, 26. Juni 2009 | Autor: Axel

Interessant, wenn Leute groß ankündigen, dass sie einen kontaktieren wollen, das dann nicht tun, und sich dann einige Zeit später darüber beschweren, dass sie nicht kontaktiert worden seien.

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Thema: Wohnzimmer | 4 Kommentare

Zurück aus der Klausur

Freitag, 26. Juni 2009 | Autor: Axel

Future starts now

Endlich wieder zurück, nachdem ich eine Woche lang richtig in Klausur war, praktisch immer ohne Mobiltelefon und ohne Internet.

Wenn Projektanträge bei der europäischen Kommission eingereicht werden, müssen diese meist zu einem bestimmten Termin abgegeben werden. Drei bis vier Wochen später werden diese dann von unabhängigen Gutachtern bewertet. Zunächst füllt jeder der Gutachter einen individuellen Bewertungsbogen aus, dazu hat er pro Antrag etw 2-3 Stunden Zeit. Um eine Größenordnung zu nennen: ein durchschnittlicher Antrag hat etwa 75-100 Seiten, es können aber auch schon einmal 150 Seiten werden.

Nach der individuellen Bewertung wird ein so genanntes Consensusmeeting angesetzt. Jeder Antrag wird von mindestens 3 Gutachtern gelesen, die müssen sich dann in diesem Meeting auf eine gemeinsame Bewertung einigen, moderiert von der EU. Ganz zum Schluss wiederum kommen alle Gutachter eines Themas zusammen, einigen sich auf eine Bewertung der Anträge, die die Mindestpunktzahl erreicht haben und stellen eine Rangliste zusammen. Die Anträge werden dann von Platz 1 abwärts gefördert, bis die Liste leer oder das Geld alle ist, meistens tritt der Geldmangel zuerst ein.

In dieser Woche hatte ich Gelegenheit, einer dieser Gutachter zu sein. Für dieses Verfahren mietet die Kommission in Brüssel leer stehenden Büroraum an, stellt Tische, Stühle und für alle Beteiligten jeweils einen Computer rein und lädt die Gutachter in dieses Büro auf Zeit ein. Während der Begutachtung besteht absolutes Handy- und Notebookverbot, früher wurden die Handys sogar eingesammelt. Am liebsten würde die Kommission die Gutachter wahrscheinlich auch im Gebäude einquartieren, um auch abends und nachts ein das Verbot durchsetzen zu können. Nun ja, manchmal unterstützt auch die örtliche Preisgestaltung solche Netzverbote, denn ich hatte keine Lust für 10 Euro die Stunde im Hotel zu surfen.

Interessant ist die Tätigkeit als Gutachter allemal, weil man so mitbekommt , was in Forschung und Anwendung so los ist und aktuell diskutiert wird. Ich hatte Projekte zu begutachten, die zeigen sollen, wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien alten Mitbürgern ein unabhängiges Leben in eigener Umgebung ermöglichen und dabei Pflege- und Gesundheitsdienste sowie Angehörige koordiniert werden. Da ergibt sich dann häufig fast ein Orwellsches Szenario, die alten Leute werden mit Sensoren bestückt, die nicht nur permanent EKG nehmen, Atem und Puls messen, sondern auch feststellen, ob der Patient gefallen ist. Den Alten wir ein Handy in die Hand gedrückt oder umgeschnallt, das nicht nur als Notfalltelefon dient, sondern mit Hilfe von GPS anzeigt, wo sich sein Träger genau befindet. Der Sozialdienst kann ohne Besuch nicht nur feststellen, ob die Heizung aufgedreht oder Kühlschrank offen gelassen wurde, sondern auch, ob genug getrunken und gegessen wurde. Und damit der alte Mensch denkt, das sei besonders toll, darf er mit der installierten Apparatur sogar Videotelefonate mit der Familie führen.

Das ist natürlich eine viel zu negative Sicht, die Techniken helfen nur dabei, mit begrenzten Mitteln eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Und Hanna wäre sicher glücklich gewesen, hätte sie von Friedrichshain aus die Körpertemperatur ihrer Mutter hätte prüfen können oder gesehen hätte, auf welche Temperatur die Heizung eingestellt ist.

Zumindest waren die Wege kurz in Brüssel, das Gebäude mit der grünen Kuppel war mein Hotel in Brüssel, aufgenommen vom Gutachtergebäude.

Hotel Le Dome

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Thema: Arbeitszimmer, Hotelzimmer | Beitrag kommentieren

“Don” Camillo

Montag, 15. Juni 2009 | Autor: Axel

Am Wochenende waren wir im Umland von Berlin und haben “Don” Camillo besucht. Und der Besuch hat es klar gemacht, ihr werdet demnächst hier mehr über Camillo hören. Stay tuned.

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Thema: Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Terrasse am Wochenende

Montag, 15. Juni 2009 | Autor: Axel

Hanna hat mich hingewiesen auf die Highlights der Terrasse an diesem Wochenende. Am aufgeregtesten war sie über die Fresie, weil die eigentlich im Februar blühen sollte, bei uns macht sie es im Juni.

Fresie

Der Jasmin ist da schon eher zu erwarten, aber eine Bereicherung unseres Terrassenmixes.

Jasmin

Und dann ist da der Dauerbrenner Amaryllis, diesmal allerdings in einer ganz anderen Farbe.

Amaryllis

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Thema: Dachterrasse | Beitrag kommentieren

Deutschlandtour (5)

Montag, 15. Juni 2009 | Autor: Axel

Am Dienstag nach Pfingsten war dann die Rückkehr nach Berlin angesagt. Voller Eindrücke war es einerseits schade, zurück zu fahren, andererseits freuten wir uns auf Berlin. Wir hatten noch Zeit, und so entschied ich, Hanna noch einen Eindruck vom Rheintal zu geben, ein Weltkulturerbe, was sie nicht kannte, wo ich meine, dass es ein “Muss” ist, wenn man von Deutschland redet. Unsere Tour am Rhein führte uns also von Bingen nach St. Goar rechtsrheinisch den Fluss hinunter einschließlich Blick auf die Lorelei.

Bacharach

Unser Autovermieter hatte uns übrigens einen A-Klasse Mercedes zur Verfügung gestellt. Ich musste immer an den Elchtest denken, aber er war sehr zuverlässig und bequem.

Mercedes A-Klasse

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Thema: Hotelzimmer | Beitrag kommentieren

Deutschlandtour (4)

Montag, 15. Juni 2009 | Autor: Axel

Den Rest der Deutschlandtour zu Pfingsten möchte ich Euch nicht vorenthalten, auch wenn zwischendurch einiges passiert ist.

Am Pfingstmontag ging es vom Hotel ein paar Orte weiter nach Wiesental zu einer anderen Cousine von Hanna und ihrem Mann. Das natürlich unter dem Vorbehalt, dass ich die für mich dann doch etwas komplizierteren Verwandtschaftsverhältnisse richtig verstanden habe.

Nach dem Training in den Tagen zuvor wurden wir hier dann endgültig in die Leistungsklasse der Familienessen eingeführt: Mittagessen Rinderbraten mit Spargel um 12 Uhr, um 15 Uhr Kaffee und Kuchen und dann um 18 Uhr die Vesper wie man in süddeutschen Breitengraden sagt, da man ja zuvor kaum etwas zu essen bekommen hat. Alles natürlich reichlich, vom Spargel haben 2 Paare jeweils etwa 2 Kilo mit nach Hause genommen, beeindruckend auch die Kuchenauswahl: 3 selbst gebackene Kuchen für sechs Personen kalkulierte also einen halben Kuchen pro Person. Wohlgemerkt, eigentlich ist das eine Zwischenmahlzeit.

Torten

Einen kleinen Ausflug durch den Ort gab es auch noch, ein typischer süddeutscher Ort mit in den 60er und später gebauten Häusern und Gewerbeeinrichtungen, ein solcher Betrieb wurde uns nicht ohne Stolz vorgeführt.

Für mich waren zwei Dinge bemerkenswert in Wiesental, speziell dem Stadtteil Waghäusel, in dem wir waren. Auf der einen Seite sind das die Wegweiser, die an fast jeder Ecke auf das AKW Philippsburg hinweisen. Das andere ist die Eremitage in Waghäusel, ein achteckiger Schlossbau mit vier Flügeln für Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn (Bistum Speyer) im Stadtteil Waghäusel neben der Wallfahrtskirche. Erbaut ab 1724 von Johann Michael Ludwig Rohrer und ab (etwa) 1737 von Johann Balthasar Neumann (1687-1753) erweitert.

Die Eremitage und das umliegende Gelände wurde irgendwann für die Südzucker gekauft, die im Schloss die Hauptverwaltung installierte. Nach der Wiedervereinigung hat Südzucker dann alle Aktivitäten in den Osten Deutschlands verlegt, sicher gelockt mit vielen Subventionen. Südzucker ist der größte Zuckerproduzent in Europa und einer der größten Nahrungsmittelproduzenten in Deutschland. Nach der Aufgabe von Waghäusel wird die Eremitage nach und nach renoviert, ist aber immer noch umrundet von nicht mehr genutzten Maischesilos, eine sehr ungewöhnliche Kombination.

Eremitage Waghäusel

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Deutschlandtour (3)

Mittwoch, 10. Juni 2009 | Autor: Axel

Nachdem uns die ersten beiden Tage nach Gaggenau und nach Östringen verschlagen hatten, ging es am Pfingstsonntag dann zu Helga und Uwe nach Angelbachtal. Gleichzeitig wurde die Schlagzahl beim Essen erhöht, nachdem am Samstag nur Kaffee und Kuchen um 15 Uhr angesagt waren, gab es dann um 12 Uhr am Sonntag Mittagessen und natürlich um 15 Uhr Kaffee und Kuchen.

Lichteraufbau

Aber es gab danach auch eine Gelegenheit zum Spazieren gehen. Über Pfingsten wurde der Schloßpark in Angelbachtal sozusagen in Flammen gesetzt, viele Figuren wurden von freiwilligen Helfern zu Ornamenten zusammengesetzt und dann in der Dämmerung eine nach der anderen entzündet.

Je dunkler es wurde, desto schöner wurden die Lichter. Begleitet wurde das mit Musik eines Dudelsackorchesters und der SAP-Bigband, es gab auch eine kleine Kirmes bzw. einen kleinen Rummel mit Verkaufsständen und Fahrgeschäften.

Alles in allem eine entspannende und schöne Erfahrung, auch was die Familie anging.

Lichterfigur in Angelbachtal

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