Pauline und der Handtaschenraub

Pauline hatte sich für ein paar Tage in eine Kleinstadt in ihrer alten Heimat zurückgezogen, um in Ruhe zu schreiben, neue Artikel vorzubereiten, vielleicht auch, um ihre Gynäkologin zu besuchen aus Gründen, über die noch zu reden sein wird. Es näherte sich aber der Tag, an dem sie in die Hauptstadt zurück kommen wollte, besonders, weil sie plante, ihre Traumwohnung zu übernehmen.

Am Tag vor der Rückkehr rief sie Monika an, die ihr nicht weiter helfen konnte und sie an Sven verwies. Sie rief bei Sven auf der Arbeit an und erzählte eine unglaubliche Geschichte. Sie hätte sich gerade das Geld besorgt für die Wohnungskaution, das Hotel, in dem sie dort gewohnt hatte, und die Bahnfahrkarte. Auf dem Bahnhof der Kleinstadt traf sie einen alten Bekannten, einen Kriminalkommissar, und während sie mit dem im Gespräch war, hätte ihr jemand die Handtasche entrissen mit dem gesammelten Geld.

Zum Glück wäre ja der Kommissar dabei gewesen, der die Aussage bei der Polizei in vollem Umfang bestätigt hätte, deshalb würde die Versicherung bezahlen, sogar die Bahn hätte eine Entschädigung angekündigt. Aber selbst das wäre nicht so wichtig, in einer Woche käme ihr Freund, Paul das Phantom will ich ihn mal nennen, auch von ihm wird noch die Rede sein, und der hätte Geld und würde das erst einmal bezahlen.

Das Problem war allerdings, dass Pauline ganz dringend das Geld für Hotel und Bahn benötigte. Sven setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um kurz vor Schließung der Sparkassenfiliale ein Blitzüberweisung in die Kleinstadt zu veranlassen, auf ein allgemeines Konto gegen Vorlage der Personalpapiere. Hat letztlich auch gut geklappt.

Zunächst sah auch alles wunderbar aus, Pauline fragte nach der Kontonummer, um das Geld pünktlich zurück überweisen zu können.

Die Überweisung kam aber nicht.

Nach vorsichtiger Rückfrage kündigte Pauline an, gleich am nächsten Tag persönlich zur Sparkasse zu gehen, und sie zeigte Monika auch ein paar Tage später ein von der Sparkasse abgestempeltes Dokument, was die Überweisung nachweisen sollte.

Nur das Geld kam nicht.

Bei der nächsten Nachfrage erklärt Pauline, sie hätte das Verfahren nicht begriffen, sie hätte die Überweisung noch telefonisch freigeben müssen, das hätte sie nachgeholt, das Geld müsse jetzt innerhalb von 2-3 Werktagen da sein.

Es war nicht da.

Pauline war nicht mehr zu erreichen, das Mobiltelefon wurde nicht beantwortet, die Mailbox lief über. Und nachdem sie vorher fast täglich angerufen hatte, war sie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden.

Erst dann wurde Sven klar, dass er auf Pauline reingefallen war, die wie nach einem Handbuch für Betrüger und Heiratsschwindler vorgegangen war:

  1. Erfinde eine plötzlich aufgetretene Notlage.
  2. Erkläre, dass du nicht den gesamten Schaden haben willst, sondern nur einen Teil für die dringendsten Verpflichtungen.
  3. Sorge dafür, dass das ganze unter Zeitdruck passiert, dass nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt.
  4. Versuche alles, dass eine Rückzahlung plausibel erscheint, erfinde glaubwürdige Gründe, warum eine Rückzahlung nicht erfolgt ist.
  5. Breche alle Kontakte ab, wenn der Druck zu zahlen einfach zu groß wird

Wenn ich Sven einen Rat geben sollte, dann würde ich sagen, dass er eventuell Anzeige wegen Betrugs stellen soll, könnte böse sein, da Pauline nach eigener Aussage vorbestraft ist. Mit absolut plausiblen Gründen dafür natürlich.

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3 Kommentare zu Pauline und der Handtaschenraub

  1. manu sagt:

    Wenn sich Sven durchringen kann mit mir Kontakt aufzunehmen würde ich mich freuen!
    Sofern es sich um KUPI handelt erst recht!
    Mir hat Pauline auch ihre Millionenauszahlung beschworen, in der Hoffnung von dem Erbe meines Vaters etwas abzubekommen (sie wusste nicht das ich draufzahle, hihi)!
    Aber im ernst!
    Sie hat auch massiv gedroht die Russenmafia auf Leute hetzen zu können die Ihr nicht genehm sind!
    Ich möchte das hier nicht weiter ausführen, auch ich werde jetzt zu meinen Erlebnissen in meinem Blog
    http://takenya.blog.de/
    Ich werde sie mit Namen nennen und finden!
    Ich schwöre!

  2. Ursel sagt:

    Oha. Das kenne ich irgendwie sehr gut.

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