Pauline und die Traumwohnung

Monika hat eine gute Verbindung zu den Nachbarn in ihrem Haus. Sie ist immer da und deshalb erster Anlaufpunkt für Pakete und andere Sachen, die abgeliefert werden. Darüber hinaus ist sie Meisterin des Smalltalks und hat keine Scheu, sich mit den Nachbarn auch lautstark von Terrasse zu Terrasse zu unterhalten. Und so erfuhr Monika auch frühzeitig, dass die Nachbarn mit der größten Wohnung im Haus beabsichtigten auszuziehen.

Pauline nutzte also die erste Gelegenheit, diese Wohnung zu besichtigen, und entschied, dass es ihre Traumwohnung sei. Sie telefonierte also extensiv mit Paul dem Phantom, der auch der Vater ihres ungeborenen Kindes war. Und Paul das Phantom entschied, zu Mutter und Kind zu stehen, er würde also in den Mietvertrag mit einsteigen. Das sollte genügen, denn Paul das Phantom, sagte sie, verdient genug Geld, das sähe man schon an seinem Auto, er führe Porsche Cayenne. Und Pauline fing an Pläne zu mache für die Einrichtung, sie engagierte sogar Martin, um für sie die Wohnung zurecht zu machen.

Eines Tages war es dann soweit, Monika erhielt die Nachricht von den Nachbarn, dass sie eine neue Wohnung gefunden hätten und kurzfristig ausziehen wollten. Monika machte sofohrt einen Termin mit dem Hausbesitzer, mit dem sie sich auch gut verstand. Und nach der Diskussion mit Pauline erklärte er sich einverstanden, denn Pauline wollte die Wohnung selbst renovieren, das bedeutete natürlich weniger Aufwand für den Vermieter. Ein Termin zum Unterzeichnen des Mietvertrages wurde vereinbart auf den nächsten Dienstag um 15 Uhr.

Pauline war natürlich aufgeregt und war dann schon um 14:30 da und unterschrieb den Vertrag. Die Unterschrift von Paul dem Phantom mit dem Porsche Cayenne wurde auf später verschoben. Offensichtlich war Paul das Phantom mit dem Porsche Cayenne pünktlich um 15 Uhr da, denn Pauline lieferte den unterschriebenen Vertrag kurz danach beim Vermieter ab und zeigte ihn auch später ganz stolz Monika.

Es sollte eigentlich nur noch die Kaution und die erste Monatsmiete beim Vermieter eingehen bis Freitag, dann wäre der Schlüssel übergeben worden. Aber es kam was dazwischen, die Schlüsselübergabe platzte. Offensichtlich hatte Paul das Phantom mit dem Porsche Cayenne zwischenzeitlich kalte Füße bekommen und wollte die Wohnung nicht mit tragen.

Aber Pauline gab nicht auf, redete noch einmal mit dem Vermieter und der ließ sich tatsächlich breit schlagen. Gegen beider Steuerbescheid aus dem letzten Jahr (wegen der Freiberuflichkeit) und einer von Pauline zugesagter Bürgschaft von Freunden hielt der den Mietvertrag aufrecht. Aber nichts passierte. Und Pauline war untergetaucht und nicht mehr erreichbar.

Ein paar Wochen später rief Martin an und fragte, was mit dem zugesagten Auftrag sei. Natürlich hatte er nichts mehr gehört und Pauline war nicht erreichbar. Noch ein paar Tage später teilte der Vermieter mit, dass die Wohnung an jemand anderes vermietet worden sei.

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Ein Kommentar zu Pauline und die Traumwohnung

  1. manu sagt:

    wer kann wissen wen sie jetzt ausnutzt oder betrügt und belügt!
    Ich hoffe der Schaden ist für alle Beteiligten im finanziellen verschmerzbar ausgefallen!
    Was das menschliche betrifft bin ich sehr betroffen!

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