Nachlese zur Wahl

Westerwelle. Mein gestriger spontaner Kommentar hat sich schon bewahrheitet. Von der BBC auf Englisch befragt, hat er sich geweigert zu antworten mit der Bemerkung, er sei in Deutschland und da werde Deutsch gesprochen. Der Verdacht liegt nahe, dass das an seinen recht dürftigen Englischkenntnissen liegt, die dieses Video offen legen. Als Innenminister wäre das vielleicht tragbar, als Außenminister nicht, finde ich. Ursel hat natürlich auch Recht, es ist das gesamte Farbgemenge.

***

Berlin. Die Stadt ist immer noch glatt geteilt, wie ich es immer vertrete. Bei den Zweitstimmen zur Bundestagswahl 2009 ist in allen Westberliner Stimmbezirken die CDU die stärkste Partei, im Osten die dunkelrote LINKE. Nur in Mitte und in Friedrichshain-Kreuzberg widersetzt sich ein Häufchen Aufrechter und wählt die Grünen zur stärksten Partei. Die Berliner Ergebnisse findet man auf der Seite des Berliner Landeswahlleiters.

***

Friedrichshain-Kreuzberg. Auf der Seite des Landeswahlleiters findet man durchaus noch weitere interessante Details. Zum Beispiel wäre in unserem Wahlkreis 84 eine große Koalition die unter Führung der Grünen mit der LINKEN. Die erreichten zusammen eine satte Mehrheit von über 50 % der Stimmen. Die Grünen hätten aber die Wahl, sie könnten auch mit der SPD als Juniorpartner regieren. Zu Grün-Schwarz würde es allerdings nicht reichen. Und Schwarz-Gelb erreicht in unserem Bezirk zusammen (sic!) gerade einmal 17,1 %. Da regiert dann die Hoffnung für die Zukunft, unser Wahlkreis ist halt sehr jung. Übrigens hat Ströbele auch ohne unsere Stimmen zugelegt und den Wahlkreis mit 47% gewonnen.

***

Piraten. Respekt! muss ich sagen, bundesweit kommt die Piratenpartei bei ihrer ersten Teilnahme auf 2,0 Prozent, das ist mehr als die Grünen bei ihrer ersten Wahl 1980 bekamen (1,5%), obwohl sie damals schon in zwei Landesparlamenten vertreten waren. Fairerweise ist aber zu sagen, dass viele potenzielle Anhänger damals Helmut Schmidt und die SPD wählten, um Franz-Josef Strauß zu verhindern. In Friedrichshain-Kreuzberg haben die Piraten übrigens mehr Stimmen als die FDP bekommen, in Berlin insgesamt 3,4%.

***

Hertha BSC. Spiegel Online bezeichnete heute die Hertha als „SPD der Bundesliga„. Vielleicht sollte sich die SPD dann mal ein Beispiel an Hertha nehmen, denn die hat heute ihren Trainer Favre gefeuert. Wie wäre es mit Müntefering und Steinmeier?

***

Nachtrag. Aus SPIEGEL Spam: „In meinem Wahlkreis habe ich 11,6 Prozent geholt. Damit hat jedesmeiner beiden Argumente die 5-Prozent-Hürde genommen!“Vera Lengsfeld, CDU-Direktkandidatin. (siehe auch mein Qual der Wahl Artikel dazu).

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Vorgarten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.