Monsieur, der Hummer und ich – und ich

Tisch im Nil 6 bei der kulinarischen Lesung

In der Regel unternehme ich nicht so viel, wenn ich zur Arbeit in Hamburg bin. Das liegt sicher auch daran, dass ich dann in Harburg wohne und arbeite, und auch wenn es von dort nur 15 Minuten mit der S-Bahn nach Hamburg sind, gibt es eine psychologische Sperre. Die Elbe und der Hafen teilen die Stadt dann doch auf. In den 40 Jahren, in denen ich in Hamburg lebte, bin ich vielleicht 3-4 Mal nach Harburg gekommen und ich hätte mir nicht vorgestellt, dass es anders herum auch so sein könnte. Es ist aber so.

Deshalb war es etwas ungewöhnlich, dass ich mich letzten Mittwoch aufgemacht hatte und den Sprung über die Elbe wagte. Bei Dauernieselregen machte ich mich auf ins Restaurant Nil am Neuen Pferdemarkt, um einer kulinarischen Lesung beizuwohnen. Dort war in einem Nebenraum, dem Nil 6, eine große Table d’hôte, eingedeckt und mit Namensschildern versehen, um etwa 30 Gäste aufzunehmen, die nicht nur ein viergängiges Menü genießen wollten, sondern auch einer Lesung von Stevan Paul zuhören wollten, der aus seinem gerade erschienenen Buch „Monsieur, der Hummer und ich“ vorlesen sollte.

Stevan ist manchem unserer Leser vielleicht noch bekannt von seinem Blog „Herr Paulsen sein Kiosk“, den er leider mittlerweile eingestellt hat, um sich, was Blogs angeht, ganz auf sein Foodblog „Nutriculinary“ zu komnzentrieren. Auch dieses Blog ist sehr empfehlenswert, interessant ist zum Beispiel die Aktion der 50 einfachsten und schnellsten Internetrezepte aus deutschen Foodblogs.

Aber zurück zur kulinarischen Lesung, deren Konzept und Speisekarte Ihr auch auf Nutriculinary nachlesen könnt. Es sollte die Auftaktveranstaltung für weitere Events dieser Art sein und ich wünsche der Veranstalterin viel Erfolg dabei, diese Reihe zu etablieren. Denn nicht nur ich, sondern auch die anderen Teilnehmer hatten viel Spaß, die vor den einzelnen Gängen vorgetragenen Geschichten zu hören und dann das vom Team des Restaurants dazu passende, an den Rezepten des Buches orientierte Gericht zu genießen.

Leider habe ich keine Liste der dazu servierten Weine, denn das Team vom Nil hat leider in einem unbeobachteten Moment noch vor dem Dessert die Speisekarte abgeräumt. Ich war über mehrere Tatsachen erfreut. Es gab nur europäische Weine, amerikanische, afrikanische oder ozeanische halte ich vor Ort für absolut angemessen, aber in Europa gibt es genügend gute europäische Weine, wie der deutsche Riesling zur Vorspeise, einen Chardonnay zum Zwischengang, einen spanischen Roten und eine Beerenauslese zum Nachtisch. Besonders erfreut war ich über den Tempranillo aus dem Valdepensas zum Lamm, denn, Hanna wird das bestätigen, ich empfehle die Rotweine aus dem Valdepenas schon seit Jahren, weil sie mir unter den spanischen Weinen in der Regel viel besser gefallen als die sehr schweren Riojas.

Das Buch von Stevan kann ich übrigens nur empfehlen, es ist eine angenehme Lektüre auch einmal für zwischendurch. Der Abend hat letztlich 4 Stunden gedauert hatte und ich musste ihn dann doch schon kurz vor Mitternacht verlassen, um die letzte S-Bahn zurück über die Elbe zu erwischen. Zum Abschluss habe ich mir das Buch von Stevan noch gekauft und mit einer Widmung versehen lassen.

Vielleicht würde es Stevan Paul freuen zu wissen, wie ich sein Buch dann bei uns in der Gryphiusstraße eingesetzt habe. Am Sonnabend hat Hanna nämlich das Gemüse aus unserem Biokorb, das am Freitag geliefert wurde, geputzt und klein geschnitten. Bei dieser Tätigkeit habe ich ihr eine Geschichte aus dem Buch vorgelesen, ich fand das passend.

Diejenigen unter Euch, die meinen, mit dem Vorlesen hätte ich mir die einfachere Aufgabe ausgesucht, die muss ich enttäuschen: das geputzte Material habe ich dann verarbeitet, zu einem Steckrübeneintopf mit Schweinekamm, einem Kohlrabieintopf mit Beinscheibe vom Rind und einer tomatenlosen Hackfleischsugo mit Auberginen und Crčme Fraiche.

Axels Platz bei der kulinarischen Lesung

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3 Kommentare zu Monsieur, der Hummer und ich – und ich

  1. Herr Paulsen sagt:

    Schön dass Du da warst! Und Danke, es gibt also doch Fotos!

  2. Axel sagt:

    Wenn ich mich richtig entsinne, haben am Mittwoch noch mehr Leute Fotos gemacht.

  3. Pingback: Hannaxels Blog » Schlaraffenland «

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