Ernährung

Hach, spricht mir dieser SPON-Artikel aus der Seele.

Und kann es nicht sein, dass der hiesige ernährungswissenschaftliche Ansatz, eine Tiefkühl-Lasagne nur in Brennwerte, Vitamine, Ballaststoffe aufzuspalten, die eigentliche Scharlatanerie ist? Dass unsere Ernährungswissenschaft beharrlich über die falschen Fragen nachdenkt? Dass es wichtiger wäre, über den Effekt von Tiefkühlnahrung auf die Seele des Konsumenten nachzudenken als auf seine Blutfettwerte? Oder darüber, dass beim Einkauf auf einem richtigen Markt und im Geplauder mit richtigen Bauern dort und bei der Berührung von richtigen Rettichen und Kohlköpfen und beim Geruch von Waldpilzen und beim Probieren von Feigen der Stoff entsteht, der uns am Leben und gesund erhält? Ist es Glück? Befriedigung? Kindheitserinnerung? Ist es Qi, wie die Chinesen sagen?

Und:

Guter Rat ist jedenfalls nicht zu haben. Alle Ratschläge kann man getrost überlesen, weil über kurz oder lang andere Wissenschaftler herausfinden werden, dass das Gegenteil des bislang felsenfest Gültigen stimmt. Der Mensch – bleibt ratlos zurück und hätte doch alle Antworten, so er sie nur hören könnte. Der Hunger, der Durst, der Appetit, die Lust auf Saures, Salziges, sie sind uns nicht allein dafür gegeben, im Supermarkt zwischen Tiefkühl-Pizza „Hawaii“ und „Hellas“ auszuwählen; sie sind eigentlich dazu da, uns bei der Wahl unserer Speisen zu leiten, und zwar ein Leben lang.

Jeder Einzelne könnte deshalb mehr über seine eigenen Bedürfnisse wissen als alle Ernährungswissenschaftler der Welt zusammen. Er müsste nur anfangen, nicht mehr auf sie zu hören, sondern sich selbst zu vertrauen.

Absolut lesenswert!

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