Dienstag – ein Arbeitstag

In der Nacht hat es doll geregnet und ich habe im Einschlafen noch gedacht, hoffentlich regnet es morgen früh nicht so extrem. Das Aufstehen war äußerst früh, die Zeit wird höchstens zwei oder dreimal im Jahr notwendig. Hanna hat nichts von meinem Aufstehen mitbekommen, sie hat einfach deutlich hörbar geschlafen. Die vier Katzen und der Hund, der als Übernachtungsgast da war, die haben natürlich mein Aufstehen erwartungsvoll mitbekommen, ich habe aber den ganzen Zoo ganz deutlich ignoriert, der Hund hat das sehr schnell gemerkt und sich wieder hingelegt, die Katzen geben die Hoffnung aber nicht so schnell auf.

Ich musste mich aber darauf konzentrieren, in Gang zu kommen, das hieß in erster Linie, mit unserem neuen Kaffeevollautomaten einen Kaffee hinzubekommen, der meine Lebensgeister weckt. Also anstellen, Hannas Einstellung von sehr mildem Kaffee auf stark stellen, zweimal große Tasse drücken und anschließend geschäumte Milch drauf. Und natürlich wieder auf sehr mild zurück stellen, damit Hanna keine unliebsame Überraschung bekommt, wenn sie ein paar Stunden später auch noch sehr müde aufsteht.

Dann die Kleidung einigermaßen hinbekommen und die Unterwäsche für 3 Tage im Rucksack verstauen, die Vorgabe, die ich mir dieses Mal gesetzt hatte, war Handgepäck trotz einer halben Woche folgend in Hamburg. Die Katzen versuchten mich die ganze Zeit zum Füttern oder Türöffnen zu animieren, aber diese Animationen konnte ich abwehren. Kopfhörer auf und aufmunternde Musik aus dem MP3-Player aufgedreht und hinaus in den windigen Morgen. Der Weg von der Sonntagstraße zur Ringbahn zieht sich zur Zeit besonders, und so war ich überrascht, eine Bahn früher zu bekommen als geplant, trotz Fahrscheinkauf und Stempeln des erworbenen Fahrscheins.

Die Stimmung in der S-Bahn ist der Tageszeit entsprechend gedämpft, die Leute dösen vor sich hin, mit oder ohne MP3-Kopfhörer, geredet wird nicht. Der TXL nach Tegel ist recht voll, auch kaum ein Gespräch mitzubekommen. Gut in der Zeit checke ich am Air Brussels Schalter ein, der Securitycheck läuft Routinemäßig ab, und der Flug nach Brüssel rollt wie vorgesehen um 6:50 Uhr zur Startbahn. Die 2 Männer neben mir fallen, genauso wie ich, erst einmal in den Nachholschlaf, verpassen das Servieren des Frühstücks und müssen die Stewardessen zurückrufen, um auch etwas in den Magen zu bekommen.

Ich versuche mich auf mein Buch zu konzentrieren, denke aber an den voraussichtlich langen Fussmarsch in Brüssel. Und richtig, der kilometerlange Marsch zum „Exit“ lässt mich wehmütig an die Zeiten denken, als man noch mit Bussen zur Gepäckausgabe gefahren wurde. Der Bus Richtung Kommissionsgebiet ist wenig besetzt und als ich noch vor 10 Uhr am Gare du Luxembourg ankomme, bleiben mir noch eine gute Stunde und zwei Kaffee, bis das Seminar beginnt. Natürlich hat dann ein Sturzregen eingesetzt und ein wenig nass wurde ich schon auf dem Weg zum Ziel. Das Seminar ist interessant genug, um die aufkommende Müdigkeit zu verdecken, der Bus zurück ist total überfüllt und ich war froh, eine Station vor dem EU-Gebäude, dem Berlaymont, in den noch leeren Bus eingestiegen zu sein und mir einen Sitzplatz gesichert zu haben.

Als ich in Hamburg in Harburg ankomme, bin ich 16 Stunden auf den Beinen, aber nach so einem Tag muss man auch noch ein wenig Zeit zum Chillen haben, aber jetzt ist Zeit für den Tagesabschluss.

Interessanterweise bin ich in Brüssel im November 2009 auf eine Anhäufung von Mauerstücken gestoßen, wie sie auch in Berlin mittlerweile selten geworden ist. Natürlich ist die Erinnerung an den Anfang der Reise nur zu natürlich.

Berliner Mauer in Brüssel

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3 Kommentare zu Dienstag – ein Arbeitstag

  1. Ursel sagt:

    Hm, mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: Du bist über Brüssel nach Hamburg gefahren?

  2. Axel sagt:

    Ja, wie hätte es denn sonst sein sollen?

  3. Hanna sagt:

    Übrigens…ich habe eine Erkältung vom WE Turnier mitgebracht, schnarche sonst sehr selten!!! Aber, ich habe tatsächlich nur den Abschiedskuss mitbekommen…das ist sehr ungewöhnlich, denn sonst trinken wir meist den Kaffee zusammen!

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