Home

Beiträge vom » November, 2009 «

Dem Torwart auf den Weg

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor:

Der Herbst des Einsamen

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Krenz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns rubige Geberde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.

Georg Trakl

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Vorgarten | Beitrag kommentieren

Krisenbewältigung

Dienstag, 10. November 2009 | Autor:

So ein Glas Rotwein am Abend hilft häufig bei der Entspannung und ist ein Genuss, wenn der Wein entsprechende Minimalqualität hat. Leider war es lange Zeit so, dass man anständige Tafelweine, sauber und wohlschmeckend, nur in der Ursprungsregion bekam. Das ändert sich aber so langsam, es gibt mehr und mehr anständige Weine zu erschwinglichen Preisen.

Ich selber habe im Moment einen Draht zu spanischen Weinen, nicht die schweren Riojas, sondern Weine aus der Tempranillorebe und ich glaube, dass diese sozusagen kommende Modeweine werden. Hängt sicher auch damit zusammen, dass ich ein Freund von Spanien und seinen Weinen bin, aber es gibt auch Hinweise, dass andere das auch so sehen.

Für die bevorstehende Wintersaison war ich dann mal wieder auf der Suche nach günstigen und sauberen spanischen Weinen und dafür schaue ich meist zuerst bei einer Berliner Firma, die auf spanische Weine spezialisiert ist: Wein & Vinos. Und da fand ich einen Bag-In-Box-Wein, der mich interessierte.

Tempranillo in der Weinbox

Der Wein ist ein Tempranillo, die Rebe hatte ich gesucht, auch im Weinschlauch. Aber ich war schon überrascht, einen Biowein zu finden, der sozusagen einen “Fairtrade”-Ansatz verfolgt, indem er den Zwischenhandel ausschaltet. Und es ist noch mehr, es ist ein Biowein, der auch noch hilft, den Klimawandel zu bekämpfen, denn laut Aussage des Anbieters

spart diese Box 40 % Kosten, 85 % Abfall und 55 % CO2 bei Produktion und Transport im Vergleich zur traditionellen Glasflasche. Dies garantiert eine grandiose Umweltbilanz und drei Liter erstklassigen Wein zu einem unschlagbaren Preis von nur zehn Euro.

Ist das nicht toll? Man sitzt da und genießt einen schönen Wein und weiß, dass er umweltschonend hergestellt wird, preisgünstig ist und (hoffentlich) gut schmeckt. Über den Geschmack werde ich nach Verkostung berichten.

Disclaimer: Ich habe keine Verbindung zum Weinvertrieb oder zum Hersteller und habe für diesen Artikel keine Vergütung erhalten.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Zwanzig Jahre

Montag, 9. November 2009 | Autor:

Mein Beitrag zum Gedenktag an den Mauerfall: ein Link auf die Tagesschau vom 9. November 1989.

Update: Volker Strübing schreibt einen wundervollen Beitrag zu den ganzen Jubiläumsfeiern. Unbedingt lesenswert, das meiste spricht mir aus der Seele.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Vorgarten | Beitrag kommentieren

Flora und Fauna am Sonntag

Sonntag, 8. November 2009 | Autor:

Amaryllis

Und jedes Jahr ist Hanna darauf stolz, wenn ihre (eine?) Amaryllis blüht. Sie sagte mir, sie sei immer gespannt, welche Farbe das wird, ich weiß nicht einmal, wie viele Amaryllis wir haben.

Vier Katzen am Bindfaden

Die Katzen sind ganz schön clever. Erst schaffen Sie es, eine Bindfadenrolle komplett abzuwickeln, und wenn man alles wieder aufrollt, sind alle vier nur zu bereit zu helfen und den Faden festzuhalten.

Camillo am Nuckeln

Und wenn die Fäden entwirrt und abgespielt sind, dann verlangt Camillo es, bei Hanna im Arm zu liegen und Zitzensimulation zu spielen.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Katzenhöhle, Wohnzimmer | 2 Kommentare

Herbstzeitreise

Donnerstag, 5. November 2009 | Autor:

Vor einer Woche hatte ich die Gelegenheit zu einer Bahnfahrt, die viele Erinnerungen hervorrief. Nicht nur die Außenwelt zeigte sich im nebligen, aber trocken-schönem Herbst mit vielen bunten Farben. Bei Zugfahrten im Herbst schweifen die Gedanken ab und lassen Frühjahr und Sommer Revue passieren.

Auch ich befinde mich ja sozusagen im Herbst meines Lebens, im Frühjahr wäre diese Reise an einem Tag gar nicht zu bewältigen gewesen, sie führte mich innerhalbe von 14 Stunden von Hamburg zu einer Besprechung an der Universität Regensburg und wieder zurück. Im Frühjahr meines Lebens gab es noch keine ICEs, ja nicht einmal ICs waren erfunden (letztere fuhren erst als ich schon im 3. Semester meines Studiums war, erstere hatten ihre Premiere im Fahrplan kurz vor meinem 40. Geburtstag).

Während der Fahrt kam ich durch Städte, die fast alle mit persönlichen Erinnerungen verbunden waren. Und die Herbststimmung regte die Erinnerungen an.

Hannover war meine erste größere berufliche Station. Fast ein Jahr lang setzte ich mich am Montag morgens in meinen rostroten Renault R5 und fuhr nach Hannover, um dann am Freitag besonders schnell zurück zu fahren, nein, nicht um nach Hause zu kommen, sondern um am Treffen aller Berater unserer Firma teilzunehmen, das wöchentlich auf 17 Uhr am letzten Arbeitstag festgelegt war. In Hannover fiel ein ganzes Team unserer Firma in einem Motel ein, die Wahl fiel darauf wegen des Preises und des absolut üppigen Frühstücks.

Tagsüber programmierte unser Team eine Datenerfassungsanwendung für ein großes Sparkassenrechenzentrum, auf einer sehr exotischen Maschine eines schon lange nicht mehr existierenden deutschen Computerherstellers, Kienzle aus Villingen-Schwenningen. Abends waren dann häufig bierreiche Doppelkopfabende angesagte, im August auch ein Besuch des Schützenfestes in Hannover, wo dann mit der “Lüttjen Lage” gefeiert wurde.

Natürlich war Hannover auch aus einem anderen Grund über 10 Jahre ein festes Ziel: wegen der Messe. Zu Anfang war es noch besonders interessant, da gab es noch nicht die Trennung zwischen CeBIT und Hannovermesse. In den Straßenbahnen und Restaurants trafen sich die Computerleute mit Vertretern von Kran-, Lokomotiven-, Druckmaschinen- und Fahrstuhlherstellern. Die Trennung machte es leider weniger interessant für die Aussteller.

Hannover steht auch heute noch auf der Liste, denn dort ist schon lange ein Besuch bei unserer lieben Freundin Antonia angesagt.

Göttingen habe ich durchaus als Studienort in Erwägung gezogen, aber ich bin in Hamburg geblieben, weil E. mit dem Orientinstitut und dem Institut für Kultur und Geschichte des Vorderen Orients dann doch lieber nach Hamburg gegangen ist. Allerdings lernte ich während eines Französischsprachkurses in Tours S. T. kennen, eine Germanistikstudentin aus Göttingen. 3 Wochen verbrachte ich ganz verliebt mit ihr, später besuchte sie mich auch noch einmal in Hamburg. Sie scheint verheiratet zu sein und in Niedersachsen als Vertreterin der SPD Lokalpolitik zu machen.

Kassel war Gegenstand vieler Diskussionen mit meiner ersten Frau, es ging um Kunst und die Documenta. Ich habe einen Besuch gewünscht aber nie geschafft, deshalb ist mir Kassel als Kopfbahnhof in Erinnerung, in dem die Dampflokomotiven ausgetauscht oder umgesetzt wurden.

An Fulda habe ich nur eine Erinnerung, ich habe nie verstanden, wozu in dieser Stadt irgendwelche Fernzüge halten sollten, für mich eine Stadt, die entfernt an der Grenze zur DDR lag und keinen Grund präsentierte, dort aus dem Zug auszusteigen, geschweige denn, sich dort nieder zu lassen.

Mit Würzburg dagegen verbinde ich sehr positive Erinnerungen. Auf meinem ersten “Urlaub per Anhalter” mit meinem Schulfreund A. habe ich mich auf der Festung Marienberg ganz tief in eine Dänin verliebt, E. F.-S., die der Grund dafür ist, dass ich mich an die Sehenswürdigkeiten, besonders die wunderbaren Barockgebäude von Balthasar Neumann kaum erinnern kann. Die Liebe war so tief, dass sie mich zu sich nach Hause, nach Kopenhagen, für die Herbstferien einlud mit meinen 16-17 Jahren. Es zeigten sich aber auch die unterschiede zwischen meinen kleinbürgerlichen deutschen Eltern und ihren dänischen: meine Eltern verboten mir den Kopenhagenbesuch, während ihre Eltern mir schrieben, welche alkoholischen Getränke ich denn mitbringen sollte.

An eine Firma in Nürnberg hatten wir Anfang der 80er unsere Eigenentwicklung lizensiert. Intern maja genannt hieß der Computer TA1900 bei Triumph-Adler, die damals zum VW-Konzern gehörten. Immerhin wurde die TA1900 über einhundertmal eingesetzt, speziell in der Logistik bei VW. Aufgrund der Lizensierung hatten wir damals eine Niederlassung in Nürnberg, die ich häufig besucht habe. In Nürnberg lernte ich rund um die Burg und in anderen Altstadtvierteln das fränkische Bier lieben, das liebste kam allerdings nicht aus Nürnberg, es war das fränkische Rauchbier aus Bamberg.

Und schließlich Regensburg. Hier hatte ich schon Chirurgen der Universitätsklinik beraten in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, aber die meisten Verbindungen waren privat. Die derzeitige Frau von A.’s Exmann R. stammt von hier, auch A.’s Exfreund hat eine Frau aus dieser Familie geheiratet. Für A. und mich war Regensburg zudem durchaus eine Durchgangsstation in den Bayerischen Wald. Und ist im Übrigen sowieso ganz nett.

Auf der Rückfahrt waren die Erinnerungen dann allerdings kein Thema mehr. Konzentriert konnte ich mich in einen Krimi vertiefen.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Arbeitszimmer | Beitrag kommentieren

Boulevard der zerbrochenen Träume

Mittwoch, 4. November 2009 | Autor:

Ein Ostberliner berichtet auf einestages (SPON) über die Karl-Marx-Allee. Ich fand einiges wieder in der Beschreibung, da auch wir uns einmal eine WOhnung in den historischen Bauten angesehen haben.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Vorgarten | Beitrag kommentieren

Lagerhaus

Mittwoch, 4. November 2009 | Autor:

Ob Rüttgers dieses Video aus einem rumänischem Lagerhaus auf YouTube lanciert hat?

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Rumpelkammer | 2 Kommentare

Ernährung

Dienstag, 3. November 2009 | Autor:

Hach, spricht mir dieser SPON-Artikel aus der Seele.

Und kann es nicht sein, dass der hiesige ernährungswissenschaftliche Ansatz, eine Tiefkühl-Lasagne nur in Brennwerte, Vitamine, Ballaststoffe aufzuspalten, die eigentliche Scharlatanerie ist? Dass unsere Ernährungswissenschaft beharrlich über die falschen Fragen nachdenkt? Dass es wichtiger wäre, über den Effekt von Tiefkühlnahrung auf die Seele des Konsumenten nachzudenken als auf seine Blutfettwerte? Oder darüber, dass beim Einkauf auf einem richtigen Markt und im Geplauder mit richtigen Bauern dort und bei der Berührung von richtigen Rettichen und Kohlköpfen und beim Geruch von Waldpilzen und beim Probieren von Feigen der Stoff entsteht, der uns am Leben und gesund erhält? Ist es Glück? Befriedigung? Kindheitserinnerung? Ist es Qi, wie die Chinesen sagen?

Und:

Guter Rat ist jedenfalls nicht zu haben. Alle Ratschläge kann man getrost überlesen, weil über kurz oder lang andere Wissenschaftler herausfinden werden, dass das Gegenteil des bislang felsenfest Gültigen stimmt. Der Mensch – bleibt ratlos zurück und hätte doch alle Antworten, so er sie nur hören könnte. Der Hunger, der Durst, der Appetit, die Lust auf Saures, Salziges, sie sind uns nicht allein dafür gegeben, im Supermarkt zwischen Tiefkühl-Pizza “Hawaii” und “Hellas” auszuwählen; sie sind eigentlich dazu da, uns bei der Wahl unserer Speisen zu leiten, und zwar ein Leben lang.

Jeder Einzelne könnte deshalb mehr über seine eigenen Bedürfnisse wissen als alle Ernährungswissenschaftler der Welt zusammen. Er müsste nur anfangen, nicht mehr auf sie zu hören, sondern sich selbst zu vertrauen.

Absolut lesenswert!

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Vorgarten, Wohnzimmer | Beitrag kommentieren

Chemische Keulen

Montag, 2. November 2009 | Autor:

Am letzten Donnerstag in Regensburg hat uns an der Universität eine Taxifahrerin abgeholt, die sowas von kräftig Parfüm aufgetragen hatte, dass es kaum auszuhalten war. Bei mir löst das immer einen kleinen Hustenreiz aus, aber damit kann ich schon umgehen. Trotzdem sind solche Leute, die gedankenlos anderen der chemischen Keule aussetzen, einfach rücksichtslos, zumindest aber gedankenlos. Das ist nicht nur das Parfüm, es sind auch Putzmittel in öffentlichen Bereichen, die mit Duftstoffen versetzt sind, ich hasse auch Duftbäume in Autos, Leute die in Wohngebieten Papier oder Gartenabfall verbrennen, die wissen auch nicht immer, was sie damit anrichten.

Es gibt nämlich Leute, die das wirklich umhauen kann, nicht nur Asthmatiker oder Leute mit COPD, das ist das, was man früher chronische Bronchitis nannte. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit leben nämlich Leute mit MCS, Multipler Chemikaliensensibilität. Ich kenne die Auswirkungen dieser Krankheit recht gut, denn eine der Leserinnen und Kommentatorinnen auf diesem Blog ist davon betroffen. Leute, die von dieser Krankheit betroffen sind, werden von Chemikalien in ihrer Umwelt direkt im Wohlbefinden gestört, das geht von Müdigkeit und Abgeschlagenheit bis hin zur Notwendigkeit, über Stunden reinen Sauerstoff zu sich zu nehmen, wenn einen ein Duft oder eine Chemikalie einmal besonders hart getroffen hat.

Die Krankheit ist in vielen Ländern anerkannt, aber in Deutschland wird sie sehr skeptisch betrachtet, ja es gibt Ärztelobbyisten, die sie komplett in Abrede stellen. Kein Wunder, es würde die chemische Industrie einige Mühe kosten, ihre Produkte von schädlichen Stoffen frei zu halten, das wäre für sie sehr kostspielig.

Das führt dann leicht zu tragischen Fällen wie dem von Angelika S. Solange sich in Deutschland im Umgang mit MCS nichts ändert, werden solche Fälle zwangsläufig immer wieder vorkommen.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Arbeitszimmer, Vorgarten | 3 Kommentare

Terrasse am Wochenende

Sonntag, 1. November 2009 | Autor:

Herbstzeitlose

Auch im Herbst zeigt sich noch einiges auf der Terrasse. Hannas ganzer Stolz ist die Herbstzeitlose, die schon seit einigen Tagen am Blühen ist.

Aber schön ist auch der Fächerahorn, der sich ganz in schöner Herbstverfärbung zeigt.

Fa?cherahorn

Da jetzt, anders als im Sommer, die Terrassentür geschlossen bleibt, können die Katzen nur selten die Töpfe draußen nutzen. Aber sie suchen sich schon ihre Plätze, wie Linus den Topf mit Thymian und Rosmarin.

Linus im Rosmarin

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Thema: Dachterrasse, Wohnzimmer | Ein Kommentar