Weihnachten

Gestern war ich zum letzten Verhandlungstermin als Schöffin im Gericht und das Urteil lautete Freispruch. Es ging um fahrlässige Tötung und das Ergebnis der Gerichtsverhandlung hat mir gezeigt, das unser Rechtssystem wirklich durchdacht, überlegt und für mich wahrlich bemüht ist, den Umständen gerecht zu werden.

Dieses Jahr werden wir keine Gäste heute Abend haben, sondern zu Gast sein. Der Tod von Gerd im letzten Jahr hat alle Routine unterbrochen und wir leben anders arrangiert. Wir werden morgen Lothar bei unserem Gans-Essen sehen, es ist eine Selbstverständlichkeit, daß wir beide für uns kochen, heute Abend zu zweit essen gehen und das ist für mich eine neue Form von Innigkeit.

Ich denke, ich kann immer mehr an unsere Beziehung glauben, die so unglaublich ist. Und ich finde mich selbst auch immer mehr, trotz Schmerzen, trotz Verlustängsten, trotz so vieler Unzulänglichkeiten, Unzuverlässigkeiten und Unvernunft.

Weihnachten—- Melancholie, Freude, Erwartung, Trauer und Zuversicht was will man mehr?

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