Brechts

Hanna im Brechts

Wir gehen so häufig eigentlich nicht gemeinsam weg, aus vielerlei Gründen: fünf Wochentage entfallen in der Regel sowieso, da wir uns an getrennten Orten aufhalten und an den Wochenenden müssen Lust, Rücken und Programm schon optimal zusammen kommen, dass es was wird. Da in diesem Heiligabend das „Open House“, das wir in den Jahren zuvor immer hatten, nicht angesagt war, hatten wir schon vor ein paar Wochen beschlossen, an diesem Abend der englischen bzw. französischen Sitte nach zu kommen und Essen zu gehen.

Die Wahl fiel auf das Brechts am Schiffbauerdamm, zum Einen natürlich, weil es offen hatte, zum Anderen aber auch, weil es in diesem Jahr als so genanntes Bib-Gourmand-Restaurant im Guide Michelin erwähnt war, also als gutes Restaurant mit „preiswerten“ Menü. Das Brechts ist im Bistrostil eingerichtet und war erstaunlich gut besucht, der Kellner sagte uns, ohne Reservierung hätten wir keinen Platz gefunden. Viele der Gäste waren wohl ausländische Touristen, die keine Weihnachtsfamilie in Berlin vorzuweisen hatten, aber auch offensichtliche Stammgäste speisten hier.

Wir entschieden uns für das viergängige Weihnachtsmenü, das eingeleitet wurde von einer hervorragenden Tafelspitzsülze als „Amuse gueule“ im Anklang an die österreichisch orientierte Küche des Restaurants. Als Vorspeise gab es ein sehr gute angeräucherte Entenbrust mit etwas Salat in einer Vinaigrette, der zweite Gang war eine Seezunge im Teigmantel auf einem Rosenkohlbett (leider erschlug der Teigmantel etwas den zarten Fisch mit seinem recht schweren Geschmack, der pürierte Rosenkohl dagegen war klasse). Da wir selber zu Weihnachten noch Gans kochen wollten, nahmen wir statt der Gänsekeule das Filet vom iberischen Schwein, begleitet von knackig frischen winzigen Pastinaken und Roter Bete, dazu ein Gratin vom Kartoffelpüree. Und zum krönenden Abschluss ein Traum von einem Nachtisch, ein Bett aus Mousse au Chocolat, darauf Kirschen, eine Trenmnscheibe aus karamelisiertem Zucker und obenauf eine Portion Zimteis, begleitet von Maronen, ein Gedicht! Begleitet wurde das Ganze von einem absolut wohl schmeckenden italienischem Rotwein, einem Col di Sasso aus der Toskana.

Es war wirklich ein gelungenes Essen mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und hat bei uns zu dem Entschluss geführt, dass wir uns einen solchen Abend nun nicht jede Woche, aber, sagen wir mal, so alle drei Monate wieder leisten wollen.

Filet vom iberischen Schwein

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