Beobachtungen einer Kaffeemaschine

Kaffeemachine mit ThermoskanneJa, ich bin eine Kaffeemaschine in einem Büro. Nein, kein Kaffeevollautomat, mein moderner Bruder, bei dem man ein oder zwei Knöpfe drückt und dann kommt ein Espresso, ein Latte Macchiato oder ein simpler Milchkaffee heraus. Ich brauche noch Handarbeit: Filter mit Kaffeesatz entsorgen, frischen Filter einlegen, mit Kaffee füllen, etwas über zwei Liter Kaffee in meinen Bauch, anschalten und nach ein paar Minuten ist mein Inhalt in der Thermoskanne frisch abgefüllt zum Verbrauch.  

Es sind also einige Schritte notwendig, bis frischer Kaffee zur Verfügung steht, deshalb haben meine Benutzer die stillschweigende Übereinkunft getroffen, dass der- oder diejenige, der den letzten Kaffee nimmt, mich wieder frisch befüllt, damit weitere Durstige ihren Kaffeewunsch mit meinem Inhalt stillen können. Normalerweise funktioniert das ganz gut, die meisten unterwerfen sich klaglos diesen Regeln und weigern sich nur, wenn sie das dritte oder vierte Mal dran sind oder wenn die Höchststrafe droht: Filter alle, Kaffee alle, alles muss erst organisiert werden. Trotzdem kann ich nicht umhin, einige Spezialtypen zu beobachten.

Der Sensible. Der hat mich schon lange kennen gelernt und weiß, wie lange man drücken muss, damit noch 2 ccm Kaffee übrig bleibt, dann hat er ja nicht den letzten genommen und muss nicht neu kochen.

Der Tiger. Der schleicht um mich herum, bis er sicher gehen kann, dass mein Inhalt frisch ist und er nicht in Gefahr gerät, mich bedienen zu müssen.

Die Pedantin. Das sind meistens Frauen, die es sich zum Prinzip gemacht haben, mich erst einmal sorgfältig zu reinigen einschließlich meines Pumpsystems, während sie ein Schwätzchen halten. Dass sich dann eine Schlange bildet von bereit gestellten Kaffeebechern bildet, kümmert sie nicht im Geringsten.

Der Rücksichtslose. Er nimmt sich Kaffee, egal wie viel übrig ist und verschwindet schnell mit dem Kaffee wieder an seinen Arbeitsplatz.

Der Zerstreute. Der bedient Filter, Kaffee und Wasser, aber vergisst, mich anzustellen. Der nächste bringt dann meinen Wasserbehälter zum Überlauf.

Über die Auseinandersetzungen bezüglich der Kaffeestärke will ich lieber schweigen. Auch die Geschirrspülmaschine nebenan kann sicher einige Geschichten erzählen über Füllen oder Nichtfüllen, über Ausräumen oder Nichtausräumen. Aber das ist eine neue Geschichte.

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2 Kommentare zu Beobachtungen einer Kaffeemaschine

  1. Hanna sagt:

    Schön, dass ich als Pedantin nur zu Hause Kaffee machen muss, am WE machst Du ihn ja hier, weil ich immer erst die ganze Küche aufräume, ehe ich den Kaffee mache…lol

  2. Charlotte sagt:

    Hallo Hanna,

    ich kann dir nur beipflichten und finde es sehr schön, dass es solche coolen Typen wie den Kaffeeautomat gibt. Was würden wir nur ohne ihn machen?

    liebe Grüße
    Chalotte

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