Oettinger

So mancher mag bei diesem Titel an das relativ bekannte Billigbier denken, aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern von einem vielleicht nicht ganz so bekannten deutschen Politiker.

Deutschland ist jetzt seit 1956 in der Europäischen Union und hat in all den Jahren nach einem Motto verfahren: Hast Du einen Opa, schick in nach Europa. Andere Länder, wie Frankreich, schicken fähige Leute nach Brüssel, die nach dem Ende ihrer dortigen Amtszeit durchaus noch Chancen auf weitere Karriere im Heimatland haben. Prodi konnte zum Beispiel nach seiner Heimkehr noch Ministerpräsident in Italien werden, hätte sich das jemand von Verheugen oder Bangemann vorstellen können?

Deutschland dagegen schickt verdiente Politiker nach Brüssel, die man los werden möchte, ohne sie gänzlich abzusägen oder in den Ruhestand zu schicken. Das ist zur Zeit Günther Oettinger, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der als neuer EU-Kommissar für Energie vorgesehen ist.

Richtig erkannt hat er ja, wie wichtig Englisch ist. Denn obwohl Deutsch eine offizielle Amtssprache bei der EU ist, wird das meiste doch in Englisch abgehandelt, besonders der Smalltalk, der so wichtig ist, wird durch Dolmetscher eher gestört als gefördert. Oettinger ist zuversichtlich, dass er gut Englisch spricht und er versucht das auch, wie in dem folgenden Video zu sehen ist.

Nach Ansehen des Videos sollte man sich vor Augen führen, dass es sich bei dieser Kostprobe um eine abgelesene Rede handelt, wie mag das in freier Rede aussehen? Spötter meinten schon, dass Oettinger seine Rede in Hochdeutsch gehalten hat, den bekanntermaßen können Württemberger ja alles außer Hochdeutsch.

Vielleicht hätte man auf die Nominierung verzichten und dafür eine Palette anderes Oettinger nach Brüssel schicken sollen?

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