Klassentreffen

Ganz entgegen meiner Gewohnheit bin ich in der letzten Woche nicht am Freitag, sondern erst am Sonnabend nach Berlin gefahren. Anlass war am Freitag ein Klassentreffen zum vierzigjährigen Abitur, meine Güte ist das lange her. Am 20. Januar 1970 war alles vorbei, mit dem Tag der mündlichen Prüfungen (oder Bekanntgabe der Nichtprüfung, wie bei mir).

Von 17 Klassenkameraden sind zwei gestorben, einer war nicht auffindbar, einer so krank, dass er sicher nicht kommen konnte, einer musste kurzfristig wegen Krankheit absagen, einer war in Argentinien im Urlaub, und zwei, die zugesagt hatten, sind wohl aufgrund des Wetters und der eisglatten Rutschbahnen in Hamburg nicht gekommen. Ja, Ihr habt richtig gelesen, alles männliche Kandidaten, den wir waren eine reine Jungsklasse beim Abitur.

Und so trudelten am Freitag nach und nach neun gesetzte Herren von fast 60 in den „Lehmitz Weinstuben“ in Hamburg-Eimsbüttel ein, einer Örtlichkeit, die im Design und Aussehen der Zeit vor 40 Jahren durchaus angemessen war. Es war nicht schwer, sie wieder zu erkennen, schließlich habe ich ja 3 Jahre mit ihnen verbracht. Ich fühlte mich ein wenig an den Effekt von Morphingsoftware, wie sie bei der Polizei eingesetzt wird, erinnert, die aus den Bildern junger Leute das Aussehen im Alter hochrechnet. Und wenn man dann das Mienenspiel beobachtet und die Klassenkameraden reden hört, dann wird die Schulzeit doch recht schnell lebendig, das hat sich gar nicht groß verändert.

Interessanterweise war das Treffen organisiert vom Einzigen, der dauerhaft aus Hamburg weg gegangen ist. Ich bin es wegen meiner Arbeit ja nur halb, alle anderen sind in Hamburg geblieben oder wieder da, nicht untypisch übrigens für Hamburger.

Aber der Abend war sehr nett, auch wenn alle dachten, das letzte Treffen sei viel länger her (es war vor sieben Jahren). Und es kamen auch keine Spannungen auf, wie bei mindestens einem früheren Treffen, als dann doch über Mobbing und ähnliches geklagt wurde und einige, die diesmal dann doch wieder dabei waren, geschworen hatten, nie wieder an einem solchen Treffen teilzunehmen.

Die Schule an sich gibt es nicht mehr, sie wird seit 1987 interessanterweise genutzt als Bildungszentrum für die Hamburger Steuerverwaltung.

Einige Bilder der Schule finden sich hier, hier und hier.

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