Rostock

Rostock Marienkirche

Da mein Termin am Dienstag morgen nicht zustande gekommen war, hatte ich Gelegenheit, einen kleinen Spaziergang durch Rostock zu machen. Grund war, dass ich ein ruhiges Café suchte, in dem ich arbeiten konnte, denn das Hotel war nicht geeignet, das Zimmer hatte keinen Schreibtisch und immer auf den Knien oder im Bett am Computer zu arbeiten, macht keinen Spaß auch wenn man die Vorläufer der Notebooks einmal Laptops nannte.

Die Altstadt Rostock liegt auf einer kleinen Anhöhe, und als ich vom alten Hafen hoch lief, fiel mir gleich die Marienkirche ins Blickfeld, bei der ich oben den recht signifikanten Turm versteckt habe, da er komplett eingerüstet war.

Die Altstadt von Rostock ist im zweiten Weltkrieg heftig bombardiert und in Mitleidenschaft gezogen worden, deshalb bestehen zwischen den gotischen Häusern und Handelsbauten große Lücken die entweder als Parkplatz genutzt werden oder auch mit Plattenbauten gefüllt waren, zu großen Teilen im historisierenden Stil ähnlich wie im Nikolaiviertel in Berlin.

Interessant ist die Lange Straße in der Nähe der Marienkirche, die unter der wohlwollenden Schirmherrschaft von Walter Ulbricht zu einer Prachtstraße um- bzw. wieder aufgebaut werden sollte. Ursprüngliche Planungen sahen einen stalinistischen Zuckerbäckerstil ähnlich wie in der Karl-Marx-Alle in Berlin vor, aber dann hat man sich, wohl glücklicherweise, entschlossen, den sozialistischen Monumentalstil durch hanseatisch-pseudogotische Elemente abzuschwächen.

Rostock Lange Strasse

Mit eigenwilligen Baustilen hat man in Rostock offensichtlich Erfahrung, denn das gotische Rathaus aus dem 14. Jahrhundert ist mit einem sehr rosafarbenen Barockvorbau verziert worden. Und davor stellt man dann im 21. Jahrhundert ein Riesenrad.

Rostock Rathaus

Am Nachmittag war ich dann bei der Univerwaltung in Rostock die in einem wilhelminischen (schätze ich) Backsteinbau sitzt. Von diesen gibt es drei, die sich um einen großen Platz gruppieren, den ich gleich für einen ehemaligen Exerzierplatz hielt und dementsprechend die Gebäude als ehemalige Kaserne einschätzte. Und diese Einschätzung war richtig, die Universität hat die Ulmenkaserne erst im 21. Jahrhundert bezogen, die Kaserne stammt selbst in ihren Ursprüngen aus der Napoleonischen Besatzungszeit.

Rostock Uni Ulmenstrasse

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3 Kommentare zu Rostock

  1. Pingback: Rostock - Blog - 18 Mar 2010

  2. Dirk sagt:

    Du hast Recht mit deiner Vermutung. Der ganze Kmple in der Ulmenstraße war einmal eine Kaserne. Ein Teil ist schon länger im Besitz der Uni, wie Audimax und WiSo-Fakultät zeigen. Der linke Gebäudekomplex, in dem das Rektorat (während des Umbaus des Hauptgebäudes am Uni-Platz) untergebracht ist, wurde erst 2009 übernommen, vorher war es die Dienststelle der Bundespolizei genutzt. Daher auch noch die Garagen und Hallen, die an die S-Bahn-Station Parkstraße grenzen.

  3. Phasenstrom sagt:

    Ich muss sagen, ich bin begeistert von Rostock. Ich studiere hier an der Uni seit dem SoSe 2010. Und selbst in dieser kurzen Zeit hat sich schon richtig viel verändert!

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