Brandruine

Brandruine

Wenn ich hier zur Arbeit laufe in Hamburg, dann habe ich die Wahl zwischen zwei sehr kurzen Wegen, entweder links rum oder rechts rum. Meistens wähle ich rechts rum am Morgen und den anderen abends.

Der Abendweg führt mich durch den Wallgraben in Harburg und in dieser Straße habe ich seit fünf Jahren den Blick auf ein abgebranntes Haus. Seit fünf Jahren tut sich dort nichts, was natürlich Anlass gibt zu vielen Spekulationen: Ist der Besitzer bei dem Brand umgekommen? Sind die Erben zerstritten? Sitzt der Besitzer im Gefängnis, weil bei dem Brand nicht alles mit rechten Dingen zugegangen?

Ein Artikel aus dem Harburger Lokalblatt in diesem Jahr gibt einen Hinweis, dass vielleicht die letzte Theorie korrekt ist. Denn in diesem Artikel wird über die Zwangsversteigerung dieses Hauses berichtet. Das verblüffende an den Bedingungen zur Versteigerung war es, dass der erfolgreiche Bieter nicht nur das Haus, sondern auch gut 50.000 € von der Feuerversicherung bekommen soll. Das bedeutet natürlich, dass der Originalbesitzer das Geld nicht bekommen hat. Und ja, es wird von Brandstiftung berichtet. Kurz nach dem Versteigerungstermin tauchten dann Absperrbaken auf, die mittlerweile wohl von Autofahrern beiseite geräumt wurden, denn sie blockierten ja zwei Parkplätze.

Köstlich finde ich den provisorischen Parkverbotshinweis am Haus, der nicht unbedingt von sehr guten Rechtschreibkenntnissen zeugt („sonst verden Autos Kost. Phlic. Abgeschlept“):

Parkverbot

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