England Tag 4: Shire Horses und Felbrigg Hall

Hanna und Michael mit Shire Horse  

Für Dienstag haben wir dann den ersten Ausflug in die nähere Umgebung in Angriff genommen. Eigentlich war dieser schon am Montag geplant, aber wie das so ist, da konnten wir uns nicht aufraffen.

Da Hanna mittlerweile sich Pferden wieder annähern kann, nachdem sie so schmerzhaft das Reiten hat aufgeben müssen, sind wir zunächst in das „Hillside Shire Horse Sanctuary“ gefahren. Shire Horses ist eine Pferderasse, deren Pferde als die größten der Welt gelten und von denen Exemplare bekannt sind, die über 2 Tonnen wogen. Von diesen gibt es eine ganze Menge, aber da dieses Zentrum von einer Tierschützerin aufgekauft worden war, gibt es dort nicht nur Pferde, sondern auch Schweine, Ziegen, Hühner, Gänse, Truthähne, Kaninchen zu sehen, von denen viele oder sogar die meisten vor einem schlimmen Schicksal bewahrt worden waren.

Daneben gibt es eine Ausstellung von (meist) pferdebetriebenen landwirtschaftlichen Geräten und Fuhrwerken, von denen mich der unten abgebildete Pferdebus aus London (Jahrgang ca. 1850) am meisten beeindruckt hat (neben ein paar Pferdewohnwagen von Romas).

Omnibus aus London mit Pferdeantrieb

Nicht weit entfernt von der Tierstation gibt es ein kleines Café an der Steilküste von West Runton, wo wir einen Kaffee zu uns nahmen. Die Stelle schien beliebt für einen Ausflug bei Schulklassen zu sein. Uns war es auf der Terrasse zu kalt und zu laut, aber durch die großen Panoramascheiben konnten wir die Klasse von ca. 10-12-Jährigen beobachten, die dort ihr Lunchpaket einnahm. Das führte auch zu interessanten Beobachtungen über die einheimische Jugend: Bei den Sandwiches, die eh kaum eine Kruste haben gemessen an deutschen Broten, wurde eben diese kümmerliche Pseudokruste noch entfernt, die Äpfel wurden angebissen und dann zurückgelegt oder noch ganz eingesammelt und am beliebtesten war die Tüte mit Kartoffelchips, die in einem deutschen Lunchpaket sicher keinen Platz gefunden hätte.

Steilküste bei West Runton

Den Abschluss unseres Ausflug bildete der Besuch auf einem typischen englischen Landsitz, in unserem Fall auf Felbrigg Hall.

Felbrigg Hall

Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist in den folgenden Jahrhunderten immer einmal etwas erweitert worden, aber ein Großteil der Inneneinrichtung (Georgian, d.h. Anfang des 19. Jhdts) ist komplett erhalten in den Besitz des National Trust übergegangen als der letzte Besitzer, unverheiratet und kinderlos, den Besitz an die Stiftung übergab. Und so findet man im Inneren viele Räume die gut erhalten und liebevoll hergerichtet sind, so dass man sich zeitweise wie auf einer Zeitreise fühlen kann.

Speisesaal auf Felbrigg Hall

Der Landsitz liegt auf über 7 qkm Land, wovon über 2 qkm bewaldet sind. Besonders interessant aber ist der „Walled Garden“, d.h. der ummauerte Garten, in dem windgeschützt die Pflanzen, Kräuter und das Obst und Gemüse für den Hausgebrauch gezogen wurden. Hanna hat hier wie wild die Tulpen und andere Pflanzen fotografiert, bevor sie dann zurück in Sheringham erst einmal ganz erschöpft und bewegungsunfähig war. Gemessen daran, dass wir etwa 3-4 Stunden tatsächlich auf den Beinen waren, hat sie aber super durchgehalten.

Walled Garden auf Felbrigg Hall

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