England Tag 6: Morston Hall

Möwen am Ufer von Sheringham

Der Donnerstag war im Wesentlichen ein Ruhetag, bis auf einen kleinen Spaziergang, den ich mit Michael gemacht habe. Ansonsten haben wir der Dinge geharrt, die da kommen sollten, wie es die Möwen im Bild oben machen.

Schon in Berlin hatten wir abgemacht, dass wir Michael richtig gut zum Essen einladen wollten und die Internetrecherche hatte ergeben, dass es nicht weit von Sheringham ein sehr gutes Restaurant gibt, nämlich Morston Hall.

Schild von Morston Hall

Morston Hall ist in dem kleinen Dorf Morston gelegen, nicht weit von der Nordsee weg. Die Taxifahrt von Sheringham dauerte nur gut 20 Minuten (Michael hatte darauf bestanden, ein Taxi zu spendieren, damit ich auch meinen Wein trinken konnte). Das Restaurant hatte meine Aufmerksamkeit erregt nicht nur wegen des einen Michelinsterns, den es verliehen bekommen hatte, sondern auch wegen der Kochphilosophie des Chefs, Galton Blackiston, die derjenigen, die ich seit Jahren vertrete recht gut entspricht:

My approach is to use fresh locally sourced ingredients to create simple yet delicious meals. I believe that real cooking involves using the highest quality locally sourced seasonal ingredients and cooking it as simply as possible. It’s simple things done well rather than complicated things done badly that really interests me.

Mein Ansatz ist es, frische lokale Zutaten zu verwenden, um einfache, aber leckere Gerichte zu schaffen. Ich glaube, dass gutes Kochen zur Voraussetzung hat, das man vor Ort bezogene saisonale Zutaten benutzt und diese so einfach wie möglich zubereitet. Ich interessiere mich wirklich für gut gemachte einfache Dinge anstatt für schlecht gemachte komplizierte Gerichte.

Morston Hall

Im Restaurant gibt es nur ein festes Menü, dass morgens anhand der erhältlichen Zutaten ausgewählt wird. Gegessen wird um acht Uhr, alle Gäste werden gleichzeitig bedient. An unserem Abend sah das Menu wie folgt aus:

  • Spargelcremesuppe mit Parmesanschaum
  • Zelebration lokaler Frühlingsgemüse mit Hühnereigelb und frischen Trüffeln
  • Leicht panierte lokal gefischte Scholle mit Zwiebel-/Kapernmarmelade
  • Geschmorte Schweinelende mit Karottenpüree, eingelegter Zwiebel, angedünsteter Wasserkresse, Parmentierkartoffeln und Jus mit Armagnac
  • Käseauswahl mit hausgemachten Biskuits, Quittengelee und Rosinen-/Walnussbrot (alternativ hätte man als Dessert eingedickte Milch mit Lab und ökologischem Rhabarbersorbet essen können)
  • Zum Schluss Kaffee mit Petit Fours

Das Essen war wirklich gut. Ich kenne natürlich die genauen Kriterien der Michelintester nicht, aber es gibt sicher einige Sachen zu verbessern, nicht am Geschmack und den Zutaten, das war wirklich exzellent. Der Service war nicht immer so aufmerksam, wie er hätte sein können und war sicher nicht ganz professionell, dass Einschenken des Weins war etwas holprig und es wurde nicht immer rechtzeitig nachgeschenkt. Für meinen Geschmack war die Suppe etwas zu kalt und die Schweinelende etwas zu trocken. Das letztere könnte allerdings daran liegen, dass die Engländer beim Schwein offensichtlich auch den Hauch einer rosa Farbe verabscheuen: am Tag zuvor hatte Michael einen Schweinebraten gekocht, den Hanna und ich als perfekt empfanden, den aber Michael und die meisten Engländer offensichtlich als zu roh empfanden haben/hätten.

Besonders gut gefallen hat uns die Käseplatte mit kleinen Happen von sechs verschiedenen englischen Käsesorten, die alle exzellent waren. Und die Darreichung des Aperitifs im Wintergarten mit Blick auf die grüne Umgebung im warmen Abendlicht.

Morston Hall: Aperitif im Wintergarten

Summa Summarum ist das Restaurant wirklich einen Besuch wert (Vorbestellung ist dringend empfohlen), wenn man in der Gegend ist.

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Ein Kommentar zu England Tag 6: Morston Hall

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