Geschichten von der Deutschen Bahn

Anfang der Woche, wie immer. Wegen des Pfingstmontags warte ich diesmal am Dienstag auf den ICE 792 von Berlin Südkreuz nach Hamburg, Abfahrt 8:17 Uhr ab Berlin Hbf. Der Zug kommt pünktlich und ist wie immer fast voll besetzt. Pünktlich fährt er ab, bleibt aber nach etwa 200 m noch in der Ausfahrt des Bahnhofs wieder stehen.

Erst mal passiert nichts. Nach ein paar Minuten läuft der Zugfahrer durch denn Gang gelaufen und läuft offensichtlich ans andere Ende des Zuges. Dann eine Durchsage (sinngemäß): „Meine Damen und Herren, wie Sie gemerkt haben, steht der Zug. Ich weiß auch nicht, was los ist.“ Nach ein paar weiteren Minuten rollt der Zug an, leider in die falsche Richtung. „Meine Damen und Herren, wir fahren jetzt zurück in den Bahnhof und versuchen es dann noch einmal.“

Am Bahnsteig bleibt der ICE wieder stehen. Durchsage: „Auf der anderen Bahnsteigseite steht noch der IC2072 nach Hamburg, sie können ihn noch erreichen!“ Ein paar Fahrgäste hetzen hinüber, die meisten bleiben sitzen, aus Angst, im anderen Zug auf überfüllten Gängen stehen zu müssen.

Wieder ein paar Minuten kommt der Zugfahrer (früher Lokführer genannt) wieder auf dem Bahnsteig ans andere Ende des Zuges gelaufen. Die Durchsage lässt nicht lange auf sich warten: „Leider konnten wir die Störung nicht beheben, der Triebwagen hat nur noch eine Leistung von 50%. Wir fahren jetzt aber nach Spandau.“

Der Zug rollt an, die Leute frozzeln, dass sie bei der Ankunft in Hamburg wieder gleich den Zug nach Berlin zurück nehmen könnten. iPhones werden gezückt, Verspätungsmeldungen durchgegeben.

In Spandau hat der Zug 35 Minuten Verspätung und fährt weiter. In Hamburg angekommen hat er auch nur eine Verspätung von 35 Minuten, der IC2072 wurde unterwegs überholt.

Nicht schlecht für einen Triebwagen mit 50% Leistung!

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