Wandertage

Bahnhof Hamburg-Harburg

Gestern ging es dann mal wieder nach Greifswald zu einer Beratung, diesmal aber nicht mit dem Mietwagen. Zum Glück gibt es einen direkten Intercity von Hamburg-Harburg nach Greifswald, so dass sich das ganze relativ bequem anging. In Harburg hatte der Zug eine Verspätung von 15 Minuten, wofür die Bahn mit mehrfacher Lautsprecherdurchsage für Verständnis, aber nicht um Entschuldigung bat. Wegen des süddeutschen Feiertags war der Zug total voll, leerte sich aber nach und nach, so dass er mit nur noch wenigen Passagieren, aber pünktlich in Greifswald landete.

Das Taxi brachte mich zu meinem Hotel, ein neues, da das bisherige offensichtlich ausgebucht war. Während der Taxifahrt wurde mein Gesicht länger und länger, da das Hotel doch etwas „vom Schuss“ ablag, und dann wurde ich vor einer Schranke abgesetzt, die letzten Meter zum Hoteleingang waren dem Taxi verwehrt.

Creativhaus Hotel Greifswald

Das Hotel ist offensichtlich auf ein Gebäude aufgesetzt worden, in dem Schweißer ausgebildet werden, man konnte von oben die „Ausbildungsrohre“ sehen, an denen diese Technik geübt wurde. Optisch macht das Hotel einen ansprechenden Eindruck, allerdings hatte ich nicht Lust, mich schon um 19 Uhr ins Bett zu legen und machte mich auf die Suche nach dem auf der Webseite versprochenen Restaurant oder wenigstens der Bar.

Und so macht ich mich auf den Weg, um eine Kneipe zu suchen, in der ich gemütlich ein Bier trinken und das Vorbereitungsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft ansehen konnte. Und ich lief und lief und bekam einen guten Eindruck von ostdeutschen Vorstädte, die offensichtlich mit sehr vielen Schleckerfilialen, Versicherungsbüros und in diesem Fall mit Fahrradläden ausgestattet sind, das einzige aber, was an eine Kneipe entfernt erinnert, der eine oder andere Dönerladen ist.

Greifswald Markt

Schließlich landete ich dann nach wohl knapp drei Kilometern in der Innenstadt auf dem alten Markt, der in de warmen Abendsonne wunderschön anzusehen war. Hier gab es dann viele Restaurants und Kneipen, und die Stühle im Freien waren im Angesicht des schönen Wetters auch gut besetzt. Leider erfüllte keine meinen Wunsch nach der Fussballübertragung, so dass ich noch einen guten Kilometer weiter durch die Stadt schlenderte, bis ich das gefunden hatte, was ich suchte.

Zurück verzichtete ich allerdings auf die Wanderung und nahm ein Taxi. Schlafen konnte ich allerdings ganz gut nach der Bewegung.

Greifswald am Markt

Heute morgen wollte ich dann die Dusche im Hotel genießen und die war auch sehr ordentlich. Allerdings habe ich mir in der Zwischenzeit abgewöhnt, Duschgel oder ähnliches mit auf Reisen zu nehmen, da ich dann nicht darüber nachdenken muss, ob ich fliege und dazu prüfen muss, ob die Kosmetika auch die richtige Größe haben und schön in einer durchsichtigen Plastiktüte verpackt sind. Zum Glück gibt es in den meisten Hotels Duschgels, ich verstehe allerdings nicht, dass sie manchmal, wie in diesem Fall, ein Produkt nehmen müssen, das mit einem Duft versetzt ist, der aus den vereinten Laboren von Bayer, Hoechst und BASF zu stammen scheint. Auch das Frühstück war eher an der unteren Skala dessen anzusiedeln, was ich von deutschen Hotels dieser Preisklasse (60 €) kenne. Der Aufschnitt war von der billigsten Sorte und der Orangensaft schmeckte fast so, als ob er aus den gleichen Labors wie das Duschgel stammt.

Meine Wanderungen durch Greifswald hatte damit noch kein Ende, denn der Taxifahrer setzte mich wie gewünscht am Universitätsklinikum in Greifswald ab, aber an der Rezeption musste ich dann erfahren, dass das Institut, das ich besuchen wollte, etwa einen Kilometer entfernt in einem anderen Gebäude lag. Dieser Marsch erfolgte dann mit Rucksack und Wochengepäck, so dass ich jetzt nach dem Gespräch, zufrieden bin, dass ich auf dem verträumten Bahnhof in Greifswald und im Zug nach Berlin sitzen konnte.

Bahnhof Greifswald

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