Wissenschaft

Ich bin sehr stolz mit meiner Freundin Ursula auf ihren Bruder, denn er hat heute den bedeutendsten Wissenschaftspreis Deutschlands erhalten.

Es würde mich wirklich einmal interessieren, wie es wäre, mit ihm zusammen zu arbeiten an einem Antrag auf Forschungsförderung der Europäischen Union. Ich stelle mir vor, dass es etwas anders wäre, als die Erfahrung, die ich in den letzten Tagen und Wochen gemacht habe.

Ich habe sehr hart gearbeitet an einem Antrag für das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union und war manchmal ein wenig am verzweifeln, denn ich war angewiesen auf den qualifizierten Input der beteiligten Wissenschaftler. Und ich musste feststellen, dass die meisten der Beteiligten keinen Blick hatten auf das Große und Ganze und sich fest hielten an fehlenden Klammern und an Kämpfen um Hunderte oder Tausende Euro bei einem Projekt mit einem Budget von fast 4,5 Millionen Euro. Noch eine Stunde vor Abgabe musste ich um Budgetkleinigkeiten kämpfen, und ich muss sagen, dass meine stoische Ruhe und Verhandlungsfähigkeit, und weiterhin der Blick aus Ganze, den ich und meine Bossin nicht verloren hatten, die Abgabe eines gar nicht schlechten Antrags ermöglicht haben.

Einen Wissenschaftspreis werden wir damit nicht gewinnen, aber eine Förderung der EU wäre schon ein besonderer Erfolg, denn der wäre sicher nicht den fachspezifischen Wissenschaftlern, sondern den Generalisten, nämlich meiner Bossin und mir zu verdanken.

Eigenlob stinkt nicht immer, sondern muss auch mal ganz deutlich an die Öffentlichkeit getragen werden.

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