Jahresende

Am Donnerstag hatten wir vor, zu Hannas Mutter zufahren und danach bei der Metro die benötigten Vorräte für Jahresende und -anfang einzukaufen. Aber aufgrund der kalten Witterung hatte Hanna verständlicherweise wegen ihres Rückens Angst, das Haus zu verlassen. Hannas Mama ist also aufgeschoben, auf ihre Bitte hin habe ich aber die Metro allein in Angriff genommen.

Ein Vorhaben, das fast gescheitert wäre, denn der reservierte kleine Carsharing-Toyota wollte sich partout nicht aus der verschneiten Parklücke bewegen lassen. Auch zwei starke junge Männer, von mir um Hilfe gebeten, gaben leicht verlegen nach zwei Versuchen auf, den Wagen aus der Lücke hinaus zu schieben. Zum Glück hatte jemand die Versuche bemerkt, der gut 50m weiter dabei war, mit einem Spaten bewaffnet, seinen eigenen Wagen aus er Parklücke zu schaufeln. Er kam also an und befreite die Umgebung der Räder von Eis und Schnee, so dass es mir schliesslich gelang, die Lücke zu verlassen und zur Metro zu fahren.

Die Metro am Ostbahnhof war so voll, wie ich sie noch nicht erlebt habe, hektische Restaurantbesitzer mit Riesenwagen besorgten ihren Silvestereinkauf. Dazu kamen dann Leute, die ganz verloren wirkten, als ob sie ihre Metrokarte zu Weihnachten geschenkt bekommen hatten, sie verstopften die Gänge, indem sie zu viert die Gänge versperrten. Die gewünschte frische Babypute gab es nicht, auch nicht die anvisierte frische Leber von Rind, Kalb oder Huhn. Aber es gelang mir eine tiefgekühlte Pute zu erwerben und auch alles sonst, was auf dem Zettel stand, wobei ich allerdings das Traubenkernöl kaufte, aber zu einem späteren Zeipunkt als „Trauben kernlos“ interpretierte und diese überflüssigerweise in den Einkaufswagen legte. Die gewünschten Klöße standen allerdings nicht auf dem Zettel und ich hatte sie auch vergessen.

An Silvester bereitete ich dann die gekaufte Babypute zu, es war ein Experiment, das fast gelang, denn es ging darum, einen „Buttered Turkey“ zuzubereiten. Hierzu füllte ich die Pute mit einer Mischung aus Köftefleisch und Maronen, würzte sie und spritzte dann eine Mischung aus geschmolzener Butter und trockenem Sherry unter die Haut, wobei die kürzlich bei Tchibo erworbene Bratenspritze zu Einsatz kam.

Bratenspritze

Das Ergebnis war gut, wobei ich beim nächsten Mal allerdings die empfohlene Bratentemperatur etwas herunter setzen werden und am Schluss den Ofen etwas länger auf Grilltemperatur setzen werde, um eine etwas krossere haut zu erreichen.

Geschmeckt hat es trotzdem sehr gut und wir waren kurz nach acht Uhr fertig genug, um ins Bett zugehen und zu schlafen. Ich hatte allerdings den Wecker auf 23:45 Uhr gestellt, so dass wir von unserer idealen Position einer Dachgeschosswohnung das Mitternachtsfeuerwerk beobachten und gleichzeitig unseren Katzen in dieser Stresssituation beistehen konnten.

Die Reaktionen unserer vier Kater waren absolut unterschiedlich: unser Angsthase Buddy hatte sich verkrochen und ward nicht mehr gesehen, Cooper hatte es sich auf einem Stuhl am Esstisch, den er auch sonst als Nachtlager benutzt, gemütlich gemacht und hatte sich dazu entschlossen, das Feuerwerk stoisch, mit ein wenig Unruhe, durch zu stehen. Camillo war der mutigste, er beobachte das Feuerwerk auf der Fensterbank des Küchenfensters.

Und Linus suchte unsere Nähe, ohne ängstlich zu wirken. Zunächst ließ er sich von Hanna auf dem Rücken liegend streicheln, um sich dann meine Zuwendung zu holen, indem er ausgiebig um meine Beine strich und sich von mir streicheln ließ.

Mittlerweile sind alle vier wieder beruhigt und ruhen sich erschöpft aus.

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